Die Vereinigung jiddischer Polizisten - Chabon, Michael

Michael Chabon 

Die Vereinigung jiddischer Polizisten

Sprecher: Rohde, Armin
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Die Vereinigung jiddischer Polizisten

Detektiv Meyer Landsman vom Morddezernat hat Probleme. Seine Ehe ist am Ende, er trinkt und steckt auch beruflich in einer Sackgasse: Nicht mal die Hälfte der Fälle ist gelöst. Sein neuer Chef ist seine Exfrau, und in dem billigen Hotel, in dem er wohnt, wurde ein Mord begangen. Landsman beginnt mit seinen Untersuchungen aus bloßer Routine und mit dem Gefühl, dass er dadurch vielleicht noch etwas gutmachen kann. Doch als von ganz oben die Anweisung ergeht, dass der Fall sofort zu den Akten gelegt werden soll, ermittelt Landsman mit seinem Partner auf eigene Faust und gerät tief in eine Welt, in der politische Ziele und religiöser Wahn eine gefährliche Allianz eingehen.


Produktinformation

  • Verlag: Bastei Lübbe
  • ISBN-13: 9783785737507
  • Artikeltyp: Hörbuch
  • Best.Nr.: 23821497
  • Laufzeit: 433 Min.
kulturnews - RezensionBesprechung
Bereitgestellt von kulturnews.de
(c) bunkverlag
Sein Roman "Womder Boys" wurde mit Michael Douglas und Tobey Maguire verfilmt, und für "Die unglaublichen Abenteuer von Kavalier und Clay" bekam er 2001 den Pulitzer-Preis. Aber wer hätte von Michael Chabon den besten und intelligentesten Krimi des Jahres erwartet? Mit "Die Vereinigung jiddischer Polizisten" lehnt er sich an die Tradition der Hard-boiled-Krimis an, schickt mit seinem Ermittler Meyer Landsman aber nicht einfach nur einen Philip-Marlowe-Epigonen ins Rennen, sondern stellt eine Frage, die die Geschichte aus den Angeln hebt: Was wäre, wenn der Zweite Weltkrieg erst 1946 mit einem Atomwaffenabwurf auf Berlin beendet worden und der Staat Israel kurz nach seiner Gründung wieder zerschlagen worden wäre? Bei Chabon richten die USA den Juden in Alaska einen Staat ein, doch nach 60 Jahren soll die Enklave zurück an Amerika fallen. In dieser Zeit des Umbruchs lebt Meyer Landsman nach der Trennung von seiner Frau im Hotel Zamenhof, trinkt und ist schwer depressiv. Als im Nachbarzimmer ein ehemaliges Schach-Wunderkind ermordet wird, beginnt Landsman mit routinemäßigen Untersuchungen. Weil ihn kurz darauf von höchster Stelle der Befehl ergeht, den Fall sofort zu den …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 22.06.2008

Was machen die Juden in Alaska, Mr. Chabon?
Der amerikanische Schriftsteller über seinen Roman "Die Vereinigung jiddischer Polizisten"

Was wäre gewesen, wenn? Historiker verachten die Frage, Autoren lieben sie. Der Amerikaner Michael Chabon, 45, verlegt in seinem Roman "Die Vereinigung jiddischer Polizisten" den jüdischen Staat nach Alaska und macht dieses Schtetl on the Rocks zum Schauplatz eines Krimis. Chabons fabelhafter Trick besteht darin, diese hybride, jüdisch-subpolare Welt bis ins kleinste Detail so überzeugend auszugestalten, dass einem alles völlig realistisch erscheint. Ein heftiger Flirt mit der schwarzen Serie, ein Roman über eine Welt, in der es außer dem Exil keine Option gibt.

Wie sind Sie ausgerechnet auf Alaska gekommen?

Es gab 1940 tatsächlich einen Vorschlag von Roosevelts Innenminister Harold Ickes. Es waren humanitäre Gründe angesichts der Vertreibung der Juden aus Deutschland, die ihn dazu bewogen. Es gab einen Antrag im Kongress, der nicht durchkam. Der Plan war, die jüdischen Flüchtlinge für eine begrenzte Zeit auf dem damaligen Territorium von Alaska anzusiedeln, um sie nach dem Krieg wieder …

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Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

In Alaska wird nach dem verlorenen Unabhängigkeitskrieg in Israel ein Judenstaat gegründet. Der aber steht nun vor dem Ende, das Gebiet fällt laut Vertrag an Alaska zurück. Ein Mord geschieht, und zwar an einem gewissen Mendel Shipman, der in den Augen manches frommen Juden der "Messias" sein soll. Einen Ermittler gibt es, was das Buch trotzdem, darauf insistiert der Rezensent Tilman Urbach, nicht zum Kriminalroman macht. Vielmehr erweise sich Michael Chabon ein weiteres Mal als virtuoser Durchkreuzer von Genregrenzen, als "überbordender Fabulierer", der ganz besonders brilliert, wenn er "Todernstes mit Urkomischem" mischt. Die Coen-Brüder haben angekündigt, den Roman zu verfilmen. Das sei kein Wunder, so Urbach, denn bei Chabon walte dieselbe Mixtur aus "Wahn und Witz", die auch die Filme der Regisseure auszeichnet.

© Perlentaucher Medien GmbH

"Der Autor erzählt bilderreich und anrührend - ein sonder- und wunderbares Buch!"
Andreas Juhnke, Alles für die Frau 14.01.2011

»[...] übervoll von wilder Sprachgewalt und wunderbarer Phantasie und deshalb einrichtig tolles Ding.« Bücher Ausgabe 05/2011

Sein Roman "Womder Boys" wurde mit Michael Douglas und Tobey Maguire verfilmt, und für "Die unglaublichen Abenteuer von Kavalier und Clay" bekam er 2001 den Pulitzer-Preis. Aber wer hätte von Michael Chabon den besten und intelligentesten Krimi des Jahres erwartet? Mit "Die Vereinigung jiddischer Polizisten" lehnt er sich an die Tradition der Hard-boiled-Krimis an, schickt mit seinem Ermittler Meyer Landsman aber nicht einfach nur einen Philip-Marlowe-Epigonen ins Rennen, sondern stellt eine Frage, die die Geschichte aus den Angeln hebt: Was wäre, wenn der Zweite Weltkrieg erst 1946 mit einem Atomwaffenabwurf auf Berlin beendet worden und der Staat Israel kurz nach seiner Gründung wieder zerschlagen worden wäre? Bei Chabon richten die USA den Juden in Alaska einen Staat ein, doch nach 60 Jahren soll die Enklave zurück an Amerika fallen. In dieser Zeit des Umbruchs lebt Meyer Landsman nach der Trennung von seiner Frau im Hotel Zamenhof, trinkt und ist schwer depressiv. Als im Nachbarzimmer ein ehemaliges Schach-Wunderkind ermordet wird, beginnt Landsman mit routinemäßigen Untersuchungen. Weil ihn kurz darauf von höchster Stelle der Befehl ergeht, den Fall sofort zu den Akten zu legen, ermittelt er zusammen mit seinem Partner Berko Shemets auf eigene Faust und stößt auf politische Korruption und religiösen Fanatismus. Man kann Chabons komplexen Roman als Parabel auf aktuelle Politik lesen. Man kann auch einfach nur Schiessereien, Verfolgungsjagden und die bis ins schmutzigste Detail ausgearbeitete Kunstwelt genießen. Nur ignorieren geht bei diesem grandiosen Buch gar nicht. (cs)
Michael Chabons Großvater war Setzer und arbeitete in einer New Yorker Firma, in der unter anderem Comic-Hefte gedruckt wurden. Chabon wurde 1963 in Washington DC geboren und wuchs in Columbia, Maryland auf. Seine Arbeiten erschienen im New Yorker, Harper's, GQ, Esquire und Playboy und zahlreichen Anthologien. Für seinen Roman "Die unglaublichen Abenteuer von Kavalier & Clay" erhielt Chabon den Pulitzer Prize. Er lebt heute mit seiner Frau und seinen Kindern in Berkeley.

Leseprobe zu "Die Vereinigung jiddischer Polizisten"

"Just in der letzten Woche wehrte sich im koscheren Schlachthaus auf der Zhitlovsky Avenue inmitten des panischen Federgeflatters ein Huhn gegen den Schochet, als der gerade das rituelle Messer hob, und verkündete auf Aramäisch die nah bevorstehende Ankunft des Messias. Nach Angaben der Tog äußerte das wundersame Huhn eine Anzahl verblüffender Prophezeiungen, auch wenn es die Suppe zu erwähnen unterließ, in der es später, abermals verstummt wie Gott daselbst, die Hauptrolle spielen sollte. Schon die flüchtigste Durchsicht der Archive, denkt Landsman, würde zeigen, dass seltsame Zeiten für Juden fast immer auch seltsame Zeiten für Hühner waren."

Leseprobe zu "Die Vereinigung jiddischer Polizisten"

"Just in der letzten Woche wehrte sich im koscheren Schlachthaus auf der Zhitlovsky Avenue inmitten des panischen Federgeflatters ein Huhn gegen den Schochet, als der gerade das rituelle Messer hob, und verkündete auf Aramäisch die nah bevorstehende Ankunft des Messias. Nach Angaben der Tog äußerte das wundersame Huhn eine Anzahl verblüffender Prophezeiungen, auch wenn es die Suppe zu erwähnen unterließ, in der es später, abermals verstummt wie Gott daselbst, die Hauptrolle spielen sollte. Schon die flüchtigste Durchsicht der Archive, denkt Landsman, würde zeigen, dass seltsame Zeiten für Juden fast immer auch seltsame Zeiten für Hühner waren."

Trackliste zu "Die Vereinigung jiddischer Polizisten" von Armin Rohde


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