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Bewertung von allegra am 16.03.2012 |
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Oliver Pötzsch vermag es meisterhaft, mit wenigen Worten eine farbenfrohe Szenerie vor dem inneren Auge des Lesers entstehen zu lassen. Die Personen werden sowohl vom Charakter als auch vom Aussehen her sehr genau beschrieben. Man sieht förmlich die goldenen Zähne aus dem Mund des Bettlerkönigs Nathan blitzen. Die Kleidung der Protagonisten entspricht ihrem gesellschaftlichen und beruflichen Stand, sodass man schon bei der Erwähnung eines bestimmten Accessoires auf die Person schließen kann, bevor sie noch benannt wird. Ebenso sind die städtebaulichen Besonderheiten von Regensburg sehr anschaulich herausgearbeitet. Dieser historische Krimi ist ausgesprochen abwechslungsreich geschrieben. Das Spannungsniveau ist durch verschiedene Erzählperspektiven und Rückblenden durchwegs hoch und man gewinnt interessante Einblicke in das Leben und die Politik einer sehr wichtigen Stadt im Vorfeld des sehr entscheidenden Reichtags von 1654. „Die Henkerstocher und der König der Bettler“ ist der dritte Teil der Reihe um den Schongauer Henker Jakbo Kuisl, der tatsächlich gelebt hat und als Vorfahr des Autors, Oliver Pötzsch gilt. Für mich was dieses Buch der erste Kontakt mit der Reihe um den Henker Kuisl. Ich hatte aber überhaupt keine Verständnisschwierigkeiten, die Personen sind alle ausführlich genug eingeführt und erwachen förmlich zum Leben. Selbstverständlich ist es für den optimalen Genuss immer von Vorteil, wenn man eine Reihe in der vorgesehenen Reihenfolge liest. Ich habe bereits jetzt den Henker Kuisl und seine Familie ins Herz geschlossen und freue mich auf den 4. Teil der Serie, der noch im Frühling 2012 mit dem Titel „Der Hexer und die Henkerstochter“ erscheinen wird. Zum Hörbuch: Dieses Hörbuch ist eine gekürzte Lesung und besteht aus 6 CDs: Ich kann leider nichts darüber sagen, wo gekürzt worden ist. Für mich war der Inhalt durchgehend leicht verständlich und ich habe nichts vermisst. Das Hörbuch wird gelesen von Michael Fitz. Seine leicht dialektgefärbte Sprache passt wunderbar zu Jakob Kuisl und seinen Leuten und ist genau die richtige Art, diese Bücher fürs Ohr zu präsentieren. Die Kapitel werden durch eine Ansage von Zeit und Ort und durch stimmungsvolle Musik oder eine passende Geräuschkulisse eingeleitet, was diesem Hörbuch eine ganz besondere Note verleiht. |
2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich. War diese Bewertung für Sie hilfreich? |
| Bewertung von gath aus Bayern am 15.08.2011 | |
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Als gebürtige Regensburgerin war ich einerseits fasziniert vom Lokalkolorit des Romans und den akribischen Recherchen des Autors. Da ich den ersten Band dieser Reihe bereits kannte und liebte, hatte ich allerdings höhere Erwartungen an Inhalt und Sprache des Buches, die jedoch nicht in dem Maße erfüllt wurden. Sprachlich bewegt sich der Autor teilweise fast auf Groschenromanniveau, was mich als Leserin dazu veranlasst hat, vieles ins Lächerliche zu ziehen. Und der Inhalt strotzt oft geradezu vor Spannung, dass man es nicht mehr aushält. Die akribischen Beschreibungen der Folter sind nicht gerade Lesegenuss und man fragt sich, ob soviel Voyeurismus wirklich nötig ist. Wer schon einmal die Folterkammer im Alten Rathaus von Regensburg besichtigt hat, braucht nicht noch eine genaue Beschreibung der Vorgänge in dieser Stätte, um Alpträume zu bekommen! Trotzdem ist das Buch - zumindest für Kenner und Liebhaber der Stadt Regensburg - sicher lesenswert. Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Broschiertes Buch |
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Bewertung von anyways aus greifswald am 14.03.2011 |
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Der Krieg zeichnet die Menschen, das ist nicht nur heute so, sondern war es schon viele Generationen vor uns. Geschehnisse aus dem 30jährigen Krieg holen den Schongauer Scharfrichter Jakob Kuisl, 25 Jahre nach dessen Ende wieder ein. Er eilt von Schongau Richtung Regensburg um seine erkrankte Schwester zu heilen. Die Scharfrichter der damaligen Zeit, verstehen es nicht nur ihrem grausigen Tagegeschäft nachzukommen, sondern sind durch genaue anatomische Studien hervorragende Heilkundler. Ein absolutes Muss ist die genaue Kenntnis über Heil- und Giftkräuter. In Regensburg angekommen, muss er die grausige zugerichteten Leichen seines Schwagers und der über alles geliebten Schwester entdecken, damit nicht genug, sind die Stadtwachen doch auch gleich vor Ort und verhaften ihn wegen Mordes. Nun droht dem Henker die gleiche Behandlung durch einen Berufskollegen. Währenddessen flieht die älteste Tochter des Henkers, Magdalena, mit ihrem Geliebten dem Medicus ohne Berufsabschluss, Simon Fronwieser, nach Regensburg um der Schimpf und Schande ihrer Verbindung und insbesondere dem nicht zuträglichen Ansehen, als Mitglied einer Henkersfamilie, zu entfliehen. Die Ächtung durch die Dorfgemeinschaft fällt der jungen Magdalena sehr schwer. In Regensburg angekommen, erfahren die jungen Brautleute von der Verhaftung des Henkers und machen sich an die Aufklärung des Falles. Hilfe bekommen sie aus der Unterwelt, vom äußeren Rat und einem fremdländischen Gesandten. Aber wer ist Freund? Wer Feind? Faszinierend an historischen Romanen finde ich die Darstellung längst vergangener Zeiten. Die Schilderungen der sehr abergläubischen Dorf- und Stadtbewohner, die Beschreibung der Mittelalterlichen Städte und ihrer architektonischen Besonderheiten sowie auch die Hinweise auf desolate hygienische Zustände. In den Städten herrscht noch Zucht und Ordnung, wer nach dem Zapfenstreich erwischt wurde, durfte den nächsten Tag am Pranger stehen oder im Narrenkäfig verbringen. Fast scheint es eine gewisse Willkürlichkeit der Gesetzesvertreter zu sein Einzelne oder Fremde oder anders aussehende zu bestrafen. All dies bettet Oliver Pötzsch vorzüglich in eine rasante Kriminalgeschichte ein. Seine Interpretation der emanzipierten Magdalena ist zwar für die damalige Zeit ein wenig der schriftstellerischen Freiheit geschuldet, seine Recherchen rund um die Stadt Regensburg im 17. Jahrhundert umso genauer und glaubwürdiger. Ein spannender historischer Roman gespickt mit kriminalistischer Finesse, der in einem überaus fesselnden Show down endet. Hier lohnt es sich sogar den Epilog zu lesen. Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Broschiertes Buch |
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| Bewertung von Nijura am 18.09.2010 | |
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Verschwörung in Regensburg Der Henker Jakob Kuisl hat erfahren, dass seine Schwester in Regensburg schwer erkrankt sein soll. Sofort macht er sich auf den Weg, seine Schwester die er schon lange nicht mehr gesehen hat, zu besuchen und ihr Heilkräuter mitzubringen. Als er in Regensburg ankommt, findet er sowohl seine Schwester als auch seinen Schwager ermordet vor. Er selbst wird dafür verhaftet und kommt in den Kerker, wo ihm die Folter und das Schafott droht. Dabei wird Jakob Kuisl zwangsweise mit seiner Vergangenheit als Feldweibel im Krieg konfrontiert, dieses Kapitel hatte er längst vergessen wollen... Die Henkerstochter Magdalena flieht mit dem Medikus Simon aus Schongau, da die Einwohner die Liebesbeziehung der beiden missbilligen und sie deswegen angegriffen haben. Beide hoffen auf ein Glück in Regensburg. Als sie dort ankommen, erfahren sie, dass Magdalenas Vater gefoltert wird, da er den Mord an seiner Schwester und dem Bader begangen haben soll. Natürlich forschen die beiden nach, wer für diese Intrige verantwortlich sein kann. Sie treffen auf einen italienischen Gesandten, auf einen Floßmeister, den Henker von Regensburg, den König der Bettler und diverse andere Gestalten. Aber wem von ihnen kann man wirklich trauen? Und was hat es mit dem merkwürdig schwarzblauen Mehl auf sich? Ich kenne bereits die beiden Vorgänger des Buches, dieses hier ist das bislang Spannenste. Von der ersten bis zur letzten Seite bekommt man kaum eine Atempause. Das Buch ist flüssig und eingängig geschrieben. Absolut empfehlenswert! Ich hoffe, dass wir noch mehr Bücher über die Henkersfamilie lesen dürfen! Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Broschiertes Buch |
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| Bewertung von Foxontherun aus Kornwestheim am 04.09.2010 | |
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Wie schon die zwei vorherigen Bände ein sehr spannendes und fesselndes Buch. Historisch sehr gut recheriert. Man fühlt sich wie ins 17. Jahrhundert versetzt. Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Broschiertes Buch |
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| Bewertung von Chiara aus Kornwestheim am 03.09.2010 | |
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Das war mein erstes Buch aus der „Henker-Reihe“ und ich bin hellauf begeistert. Nie hätte ich mir träumen lassen, dass ein Henker samt seiner Familie dermaßen schnell meine Sympathien weckt. Hat man doch nur das Grauen, das mit Foltern und Hinrichtungen einhergeht vor Augen. Doch es gibt auch die andere private Seite. Er ist eigensinnig und stur, dennoch aber sehr korrekt und versteht sich nicht nur aufs töten sondern auch aufs heilen. In null Komma nichts versetzt uns Oliver Pötzsch ins 17 Jahrhundert. Der Prolog beginnt mit einer Episode aus dem 30 jährigen Krieg in dem ganze Dörfer geplündert, wahllos gemordet und Frauen geschändet wurden. 25 Jahre später begibt sich der Schongauer Henker Jakob Kuisl auf dem Weg nach Regensburg um seine kranke Schwester zu pflegen. Doch er tappt in eine Falle mit verheerenden Folgen. Als er im Baderhaus ankommt sind seine Schwester und sein Schwager bereits tot und er wird am Tatort als Mörder verhaftet. Nun droht dem Schongauer selbst Folter und Hinrichtung. In Schongau ist währenddessen eine große Hatz auf Magdalena in Gange, da sie ihr Herz auf der Zunge trägt und manch einer die Wahrheit nicht hören mag. Als die Existenz und das Leben der Familie auf dem Spiel steht. Verlässt sie mit ihrem Dauergeliebten dem jungen Medicus Simon den sie aufgrund des Standesunterschiedes nicht ehelichen kann Schongau. In Regensburg hoffen sie auf eine neue gemeinsame Zukunft. Doch was sie dort erwartet übertrifft alle Vorstellungen. Die Tante ist tot und der Vater im Kerker und eine verzweifelte Suche nach Beweisen beginnt, bei der die beiden sich permanent selbst in große Gefahr begeben. Wer steckt dahinter? Wem können Sie noch trauen? Der Roman ist von Anfang bis Ende durchgehend spannend. Man fiebert regelrecht mit und möchte das ein oder andere Mal die Protagonisten auch schütteln, wenn sie aufgrund ihrer Sturheit getrennte Wege gehen und es so noch brenzliger wird. Besonders fasziniert war ich von den unterirdischen Gängen mit denen die Keller im ehemals jüdischen Viertel verbunden sind und der Bettlerzunft sehr zu nutzen ist. Auch an der sonst so detailgetreuen Beschreibung erkennt man die Liebe des Autors zu Regensburg, die im Anhang durch einen ganz persönlichen Reiseführer ergänzt wird. Da möchte man sich doch gleich auf den Weg machen und selbst auf Jakob und Magdalenas Spuren wandeln. Als letzte Anmerkung möchte ich noch erwähnen, dass ich auch als Quereinsteiger prima zu Recht kam ohne das Gefühl zu haben mir fehlen wichtige Informationen aus den vorherigen Bänden. Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Broschiertes Buch |
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| Bewertung von luna aus oldenburg am 01.09.2010 | |
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Wieder einmal ein spannend geschriebenes Buch über die Henkerstochter. Viele Einblicke in die Welt des 17. Jahrhunderts. Ich hätte es am liebsten in eins durchgelesen. Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Broschiertes Buch |
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Bewertung von narnia aus Alt Ruppin am 21.08.2010 |
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Der Autor berichtet wieder einmal über einen seiner Vorfahren, die vom 16. bis zum 19. Jahrhundert die berühmteste Henker - Dynastie Bayerns war. Wie schon die Bücher zuvor ist auch dieses eines, dass den Leser so in seinen Bann zieht, dass ich es jedenfalls nicht mehr aus der Hand legen konnte. Henker Jakob Kuisl -wie gesagt ein Vorfahr des Autors- findet bei einem Besuch in Regensburg seine Schwester und seinen Schwager tot in der Badestube. Er selbst wird nun des Mordes an beiden verdächtigt und kommt in den Kerker. Er, der sonst selbst Regie bei einer Hinrichtung führt, soll selbst hingerichtet werden. Magdalena, seine Tochter jedoch, ist von der Unschuld ihres Vaters überzeugt. Mit ihrem geliebten Medicus Simon tut sie alles um ihren Vater zu retten. Beide müssen jedoch einsehen, dass es bei diesem Komplott nicht um die Rache eines Einzelnen geht, sondern um hohe Politik. Vor dem Leser wird nicht nur die Stadt Regensburg und das Bayern des 17. Jahrhunderts lebendig, es zeigt auch etwas von der Kuisl - Dynastie, von der Jakob Kuisl selbst behauptet: "Wir sind eine sture Sippe." Mein Fazit: Oliver Pötzsch hat auch in diesem Buch seine Fangemeinde nicht enttäuscht. Christian Döring, www.buecherveraendernleben.npage.eu Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Broschiertes Buch |
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