Das Wochenende, 5 Audio-CDs - Schlink, Bernhard

Bernhard Schlink 

Das Wochenende, 5 Audio-CDs

Ungekürzte Lesung. 346 Min.

Gelesen v. Hans Korte
Audio CD
 
2 Kundenbewertungen
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Das Wochenende, 5 Audio-CDs

Ein Deutscher Sommer, die Vergangenheit wird lebendig. Nach zwanzig Jahren im Gefängnis ist er überraschend begnadigt worden. Christiane, seine Schwester, will sein erstes Wochenende in Freiheit mit einem Dutzend alter Freunde feiern, in einer verfallenen Villa auf dem Land, ohne Reporter und Kameras. Sie alle haben damals in irgendeiner Form mit der Revolution sympathisiert. Heute haben sie ihren festen Platz im bürgerlichen Leben. Die Freunde kommen aus Loyalität, aus Nostalgie, aus Neugier. Aber sie können sich der Konfrontation mit ihrer eigenen Biographie, ihren Lebensträumen und Lebenslügen nicht entziehen. Mit der atmosphärischen Intensität eines Kammerspiels wird Bilanz gezogen.


Produktinformation

  • Verlag: Diogenes
  • ISBN-13: 9783257801996
  • Artikeltyp: Hörbuch
  • ISBN-10: 3257801998
  • Best.Nr.: 23322048
  • Laufzeit: 346 Min.
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 01.03.2008

Täter, die im Regen stehen

Im Haus der Geschichte der Bundesrepublik treffen sich die Generationen: Bernhard Schlink macht in seinem neuen Roman der RAF den Prozess und führt die Parteien am Ende zur Versöhnung.

Von Richard Kämmerlings

Bernhard Schlink, Jurist und Bestseller-Autor hat einen Roman zur Debatte um die Begnadigung der RAF-Terroristen geschrieben, die im vergangenen Frühjahr ihren Höhepunkt erreichte: Während Brigitte Mohnhaupt im März auf Bewährung freigelassen wurde, lehnte der Bundespräsident im Mai das Gnadengesuch Christian Klars ab. Schlink hat beeindruckend schnell gearbeitet; so dicht dran an aktuellen politischen Ereignissen sind Romanciers, selbst so handwerklich routinierte wie Schlink, selten.

Dem Eindruck, dass die deutsche Gegenwartsliteratur ein Problem mit der Gegenwart hat, widerspricht diese Reaktionsgeschwindigkeit allerdings nicht. Denn einerseits geht es bei Schlink natürlich wieder einmal vor allem um die deutsche Vergangenheit, andererseits ist höchst aufschlussreich, wie sich der Erfolgsautor seinem Stoff nähert - nämlich in der Form des Familienromans beziehungsweise seiner ursprünglich …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 27.02.2008

Ein Terrorist beim Klassentreffen
„Das Wochenende”: In seinem neuen Roman fragt Bernhard Schlink nach der Wahrheit der RAF-Sympathisanten
Betrachtet man rückblickend den deutschen Terrorismus, so bleibt das Erstaunlichste an ihm, dass eine so kleine Gruppe von Leuten eine so weitreichende Wirkung ausüben konnte. Sie taten es, indem sie behaupteten, dass der Staat, statt auf dem Gesellschaftsvertrag, wie von ihm selbst beansprucht, vielmehr auf Gewalt beruhe, und ihn zwingen wollten, es zu zeigen. Und es gelang ihnen, den Wahrheitsbeweis für ihre These anzutreten: Ein Staat, der nicht bereit ist zu töten, ist keiner.
30 Jahre später scheint die Zeit gekommen zu sein, dieses peinliche Faktum wieder zuzudecken. Man fasst nicht mehr die Frage von damals ins Auge, sondern die geringe Zahl derjenigen, die sie gestellt haben. Vor dreißig Jahren nahmen Staat und Terroristen einander als politische Feinde ernst. Die RAF loste es aus, wer aus ihrer Mitte jeweils den tödlichen Schuss zu setzen hatte, denn das galt ihr nur als ein Glied in der Handlungskette des bewaffneten Kampfs; und die Gerichte folgten ihr insofern, als sie alle Beteiligten unterschiedslos …

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Bernhard Schlink, geboren 1944 in Bielefeld, aufgewachsen in Heidelberg. Jurastudium dort und in Berlin, danach wissenschaftlicher Assistent. Erste Professur für VerfR und VerwR in Bonn, dann in Frankfurt. 1988 Richter des VerfGH für das Land NRW. Nach der Wende 1989 in Berlin tätig. Heute Professor für öffentliches Recht und Rechtsphilosophie an der Humboldt-Universität in Berlin und Richter am LVerfGH in Münster. Zunächst Fachbuch-, dann Romanveröffentlichungen. Auszeichnungen: 1989 Glauser Autorenpreis für deutschsprachige Kriminalliteratur ("Die gordische Schleife"), 1992 Deutscher Krimi-Preis ("Selbs Betrug"), 1997 Hans-Fallada-Preis der Stadt Münster, Italiens 'Grinzane Cavour' und Prix Laure Bataillon ("Der Vorleser"). 1999 erstmals den "Welt"-Literaturpreis, im Februar 2000 die Ehrengabe der Düsseldorfer Heinrich-Heine-Gesellschaft.

Trackliste zu "Das Wochenende, 5 Audio-CDs"


CD 1
1 Freitag / Kapitel 1 08:25
2 Freitag / Kapitel 2 09:06
3 Freitag / Kapitel 3 08:40
4 Freitag / Kapitel 4 11:45
5 Freitag / Kapitel 5 08:16
6 Freitag / Kapitel 6 12:07
7 Freitag / Kapitel 7 08:57
8 Freitag / Kapitel 8 05:19

CD 2
1 Freitag / Kapitel 9 08:52
2 Freitag / Kapitel 10 08:34
3 Freitag / Kapitel 11 10:19
4 Freitag / Kapitel 12 08:29
5 Freitag / Kapitel 13 10:45
6 Freitag / Kapitel 14 04:41
7 Freitag / Kapitel 15 11:22
8 Samstag / Kapitel 1 05:42
9 Samstag / Kapitel 2 08:18

Kundenbewertungen zu "Das Wochenende, 5 Audio-CDs" von "Bernhard Schlink"

2 Kundenbewertungen (Durchschnitt 3.5 von 5 Sterne bei 2 Bewertungen **** sehr gut)
***** ausgezeichnet
 
(1)
***** sehr gut
***** gut
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Bewertung von erdlink aus Karlsruhe/Berlin am 05.04.2013 ***** ausgezeichnet
Ich muss dem ersten Rezensenten völlig widersprechen. Der Romanautor kann nichts für die Erwartungen eines Lesers, deshalb muss er sie auch nicht bedienen. Der Leser muss stattdessen umgekehrt sich auf den Roman und den Autor einlassen.
Nach meiner Ansicht geht es hier in keinster Weise um eine (schon gar nicht "objektive") historische Behandlung des Themas RAF / 70erJahre / Terrorismus etc. Es geht darum, was die Taten und die Ereignisse der Vergangenheit mit den damaligen Protagonisten gemacht haben, wer sich wie entwickelt hat und wer unter wem und unter welchen Taten zu leiden hatte und hat. Und wenn sich der Leser ein wenig mit dem Thema beschäftigt hätte (z.B. mit den Büchern und Zeitungsartikeln, die von den Kindern der RAF-Aktivisten geschrieben worden sind) dann würde er den "aus dem Hut gezauberten" Sohn des Protagonisten verstehen.
Das ist ja gerade der Fehler der 68er-Zeit und der deutschen Linken in den 70er Jahren gewesen: Alles auf die Politik zu reduzieren und jedes Individuum als Charaktermaske, als Teil einer zwei-Klassengesellschaft zu betrachten.
Bernhard Schlink entwirrt dieses Knäuel und lässt die Personen, ihre Verstrickungen und Irrtümer sichtbar werden. Und ja, die Welt ist 1) so kompliziert und hat sich 2) so sehr weitergedreht und zerfällt 3) in so viele unterschiedliche Beweggründe und Interessen, dass es keine endgültige Wahrheit und keine vollständige Verarbeitung der alten Geschichten gibt.
Aber wie auch? Was kann jemand tun, der so viel Schuld auf sich geladen hat? Er kann die Toten nicht wieder auferwecken. Und das gilt auch für die kleinere Schuld, für jedes Verhalten der Vergangenheit. Bin nicht auch ich heute ein völlig anderer Mensch als damals?
Manchmal tut es mir verdammt weh, wenn jeder (...) über so einen guten und intelligenten Schriftsteller wie Bernhard Schlink es ist, sein abwertendes Urteil meint veröffentlichen zu dürfen. Man sehe doch nur einmal nach, wie viele Analysen, Interpretationshilfen, Unterrichtsmaterialien es zu Der Vorleser!! gibt. Und der Roman ist unschlagbar gut, ebenfalls ohne den Nationalsozialismus endgültig einzuordnen oder zu bewerten! Auch dort geht es nicht um die historischen Ereignisse, denn die sind Historie und insofern VORBEI. Es geht bei ihm darum, was mit den Protagonisten der Historie inzwischen passiert ist und wie die Nachgeborenen ihr Urteil, ihre Verurteilung mit einem unglaublichen Unverständnis fällen, bei gleichzeitiger moralischer Selbstsicherheit und bei eigener unbewusster Verstrickung in die neue Zeit und ihre Irrtümer. Die Geschichte geht weiter und vielleicht lädt die nächste Generation neue, andere Schuld auf sich, indem sie die vorige so nachlässig verurteilt oder vielleicht ebenso nachlässig freispricht.

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Broschiertes Buch

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Bewertung von triplexx aus Worms am 27.09.2010 ***** weniger gut
Im Mittelpunkt der Handlung steht der ehemalige RAF-Terrorist Jörg, der nach Verbüßung einer 20-jährigen Haftstrafe von seiner Schwester Christiane auf deren landsitz eingeladen wird. Dort erwarten ihn seine alten Gesinnungsgenossen, die aber, im Gegensatz zu Jörg, nicht den Schritt in die Radikalität wagten, sondern sich letztendlich für ein bürgerliches Leben entschieden. Nun sieht sich Jörg mit seiner Vergangenheit konfrontiert und muss sich für seine begangenen Mordanschläge rechtfertigen. Vermeitliche Unterstützung findet er in dem RAF-Sympathisanten Marko, der Jörg allerdings doch wieder für den radikalen Widerstand rekrutieren möchte. Jörgs genaue Einstellung zu seiner Vergangenheit und zur RAF bleibt bis zum Schluss im Dunkeln, da hilft auch sein eiligst in die Handlung hineinkonstruierte Sohn nichts, der dem Vater mit Vorwürfen überschüttet. Am Ende wird deutlich, dass Jörg an einer schweren Erkrankung leidet, aber das Grundproblem wird nicht gelöst und eine ernsthafte Auseinandersetzung mit der RAF-Zeit findet nicht statt.
Anfnags war ich von der Grundidee des Romanes begeistert und bin mit einer großer Erwartungshaltung an das Buch herangegangen. Schon früh stellt sich aber heraus, dass meine Erwartungen nicht befriedigt werden würden. Konflikte, die angesprochen werden, werden nicht ausdiskutiert. Eine ehrliche, gut durchdachte Auseinandersetzung mit der RAF findet nicht statt. Die Hauptfigur Jörg bezieht nicht wirklich Stellung zu seiner Vergangenheit und wie er sein Leben fortführen will. Vieles in diesem Roman wirkt konstruiert und zusammengepuzzelt, die Handlung ist häufig sehr sprunghaft. Die Krönung des Ganzen wird durch die Schlussszene erreicht, indem die Protagonisten beseelt durch ein künstlich erzeugtes Gemeinschaftsgefühl gemeinsam den vollgelaufenen Keller leerschöpfen. Letztendlich fahren alle wieder nach Hause, ohne sich ernsthaft ihrern Konflikten gestellt zu haben. Dabei fragt man sich als Leser, warum dieses Wochenende eigentlich stattgefunden hat?
Geeignet ist dieses Buch für Leser, die sich durchn leichte Literatur an das RAF-Problem herantasten möchten. Für wirklich Interessierte ist dieser Roman eine Enttäuschung.

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Broschiertes Buch

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