Das Gold in der Seele - Schreiber, Mathias

Mathias Schreiber 

Das Gold in der Seele

Die Lehren vom Glück

Mitwirkender: Arnold, Frank; Kroymann, Maren
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Das Gold in der Seele

Wo bitte geht's Zum Glück?

Was macht uns richtig glücklich? Ein romantischer Abend bei Kerzenlicht oder der ersehnte berufliche Erfolg? Urlaub auf einer einsamen Insel - oder genügt schon die Liebe eines treuen Haustieres?
Mathias Schreiber macht sich auf die Suche nach dem Glück. Dabei begegnen ihm Glückssucher von Aristoteles über Mahatma Gandhi bis hin zu Eckart von Hirschhausen. Am Ende erfahren wir, dass das Glück erstaunlich vielseitig ist.
Ein unterhaltsamer Streifzug durch die Jahrhunderte.


Produktinformation

  • ISBN-10: 3898138968
  • Best.Nr.: 26464699
  • Laufzeit: 204 Min.
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 31.08.2009

Sachbücher des Monats September
Empfohlen werden nach einer monatlich erstellten Rangliste Bücher der Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften sowie angrenzender Gebiete.
1. GERHARD PAUL (Hg.): Das Jahrhundert der Bilder. Band 1: Bildatlas 1900 bis 1949. Band 2: Bildatlas 1949 bis heute. Vandenhoeck & Ruprecht Verlag, zus. 1840 S., 79,80 Euro.
2. MICHAEL HAMPE: Das vollkommene Leben. Vier Meditationen über das Glück. Carl Hanser Verlag, 304 S., 21,50 Euro.
3. RICHARD OVERY: Die letzten zehn Tage. Europa am Vorabend des Zweiten Weltkriegs. Übers. von Klaus Binder. Pantheon Verlag, 160 S., 12,95 Euro.
4. SEBASTIAN ULLRICH: Der Weimar-Komplex. Das Scheitern der ersten deutschen Demokratie und die politische Kultur der frühen Bundesrepublik 1945 – 1959 (Hamburger Beiträge zur Sozialgeschichte, 45). Wallstein Verlag, 679 S.,
48,00 Euro.
5.-6. MANJIT KUMAR: Quanten. Einstein, Bohr und die große Debatte über das Wesen der Wirklichkeit. Übers. von Hainer Kober. Berlin Verlag, 560 S., 28,00 Euro.
QUENTIN SKINNER: Visionen des Politischen. Hg. von Marion Heinz. Übers. von Robin Celikates und Eva Engels. Suhrkamp Verlag, 309 …

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Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

Fast hätte Johann Hinrich Claussen den Glauben verloren an einen Glücksbegriff jenseits von praktischer Lebenshilfe, Trostfunktion und Banalität. Nach der Lektüre von Mathias Schreibers geduldig erschriebenem Buch hat er ihn wieder. Gut portioniert offeriert ihm der Autor nicht etwa eine präzise Definition, doch Beobachtungen zu Kunst und Kultur und zeitdiagnostische Reflexionen zusammen mit persönlichen Geschichten. Am meisten verblüfft Claussen nicht die an sich schon bemerkenswerte Nachdenklichkeit des Autors, sondern ihr religiöser Charakter. Glück, verstanden als etwas höchst Individuelles und eben dadurch zugleich Soziales, als Möglichkeit einer Transzendenz ins quasi Göttliche - das gefällt dem Rezensenten.

© Perlentaucher Medien GmbH

»Sorgfältig recherchiert, klar gegliedert und (...) leicht verständlich.«

Die Entgrenzung des Ich

Zum Glück gänzlich ratschlagsfrei: Mathias Schreibers Buch „Das Gold in der Seele. Die Lehren vom Glück”

An Glücksbüchern mangelt es gegenwärtig nicht. Erstaunlich ist nur, wie wenige eine anregende Lektüre bieten. Das meiste ist von verblüffender Banalität. Darin zeigt sich ein Paradox: Nichts geht den Menschen so unbedingt an wie das „Glück”, aber für das Schreiben scheint es unergiebig zu sein. Nun ist Mathias Schreiber, Kultur-Redakteur beim Spiegel, angetreten zu beweisen, dass man über das Glück ein Buch veröffentlichen kann, das nicht nur erheitert, tröstet oder Lebenshilfe leistet, sondern auch gedanklich zu stimulieren vermag.

Er stellt sich damit dem Widerspruch, dass der Glücksbegriff in unzähligen populären Büchern vermarktet wird, von intellektuellen Meinungsführern aber immer noch mit erhobener Nase übersehen wird. Der gegenwärtigen Glückskonjunktur – man könnte auch von einer Blase sprechen – sollte man jedoch nicht mit traditioneller deutscher Glücksverachtung, sondern mit vermehrter Reflexion begegnen.

„Glück” ist kein präzise definierbarer Begriff. Es benennt einen Fund, aber auch etwas Gesuchtes. Es ist, wie Schreiber glücklich formuliert, „Angel und Fisch in einem”. Schreiber hat – um im Bild zu bleiben – als geduldiger Angler eine reiche Ernte aus dem Meer des Glücksdenkens eingefahren und weiß sie in gut verdaulichen Portionen zu präsentieren. Dabei verbindet er Beobachtungen zu Philosophie und Theologie, Literatur und bildender Kunst mit zeitdiagnostischen Reflexionen und persönlichen Geschichten.

Anders als die meisten marktüblichen Glücksanthologien beharrt Schreiber störrisch darauf, dass es für ein erfolgreiches Glücksstreben keine fertigen Rezepte und fixen Methoden gibt, dass es aber des Nachdenkens bedarf, um wahres von scheinbarem Glück zu unterscheiden. Und diese Nachdenklichkeit hat bei Schreiber einen überraschend religiösen Charakter. Das Glück erscheint bei ihm als etwas höchst Individuelles und gerade darin auch Soziales. Denn das Leben des Individuums erfüllt sich, wenn es über sich hinausgeht, wenn es in harmonische Beziehung zu anderen Individuen tritt, Anerkennung empfängt und spendet. Diese „freimütige Selbsttranszendenz”, die den Kern des Glücks ausmacht, geht aber über das rein Soziale weit hinaus. Sie zielt im Letzten auf eine Entgrenzung des Individuums ins Unendliche. Hier erst leuchtet – mit Platon gesprochen – „das Gold in der Seele” auf.

Gegen die Verzweckung

Gegen die Entzauberung des Glücks durch weltanschaulich übergriffige Hirnforscher und gegen die Verzweckung des Glücks durch Agenten der Konsumwirtschaft versucht Schreiber, einen Sinn für den religiösen Klang des Glücksbegriffs zu bewahren. Dazu beruft er sich auf Platon und Aristoteles sowie deren christliche Nachfolger. In ihren Spuren erkennt er das wahre Glück darin, dass die „ambivalente geheimnisvolle Innerlichkeit” des Menschen sich erst dort ganz erfüllt, wo sie sich ins Göttliche transzendiert. Damit nimmt Schreiber einen Faden auf, den er in seinem klugen und angenehm unzeitgemäßen Buch „Was von uns bleibt. Über die Unsterblichkeit der Seele”, (2008) ausgelegt hat. So wird „Seele” bei ihm zu einem anderen Wort für „Glück”.

Dass Schreibers „Glücksfibel” seine Leser darauf hinweist, dass sie eine Seele haben und dass diese der letzte Grund ihrer Glücksfähigkeit ist, wiegt mehr als all die vielen gut gemeinten, aber sterbenslangweiligen Tipps, welche die meisten Glücksbücher unter das Volk streuen. Es ist kein geringes Verdienst, zu einem religiös vertieften Nachdenken über das Glück anzuregen und sich zugleich jeder praktischen Lebenshilfe zu enthalten. JOHANN HINRICH CLAUSSEN

MATHIAS SCHREIBER: Das Gold in der Seele. Die Lehren vom Glück. Deutsche Verlags-Anstalt, München 2009. 256 Seiten, 17,95 Euro.

SZdigital: Alle Rechte vorbehalten - Süddeutsche Zeitung GmbH, München
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Mathias Schreiber, geboren 1943 in Berlin, war neun Jahre Redakteur im Feuilleton der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung« und 14 Jahre lang Kulturressortleiter beim SPIEGEL. Er schreibt regelmäßig für SPIEGEL GESCHICHTE. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit sind ideengeschichtliche Themen. Er veröffentlichte auch Bücher über Lyrik und Architektur. Bei der DVA erschienen »Was von uns bleibt« (2008), »Das Gold in der Seele. Die Lehren vom Glück« (2009) und zuletzt »Die Zehn Gebote« (2010).

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