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Bewertung von coffee2go aus Österreich am 03.09.2012 |
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Kurze Inhaltszusammenfassung: Der Roman „Das Einstein-Mädchen“ spielt in Berlin im Jahre 1932. Eine junge Frau wird verwirrt und nackt in einem Wald in der Nähe von Caputh, wo auch Albert Einstein sein Wochenendhaus hat, aufgefunden, dadurch kommt der Verdacht auf, dass sie irgendeine Verbindung zu Einstein haben könnte. Die Frau wird in die Charité eingeliefert und dort gesund gepflegt und von Dr. Kirsch psychologisch behandelt. Das Mädchen kann sich an nichts erinnern, es weiß nicht einmal seinen Namen und Dr. Kirsch entwickelt immer mehr persönliches Interesse an dem hübschen Mädchen und dem außergewöhnlichen Fall. Meine Meinung zum Buch: Ich bin geteilter Meinung, wie mir das Buch gefallen hat. Einerseits haben mir die geschichtlichen Abhandlungen über Berlin in der Kriegszeit und die Einblicke in Albert Einsteins Leben und in das seiner Familienangehörigen sowie die Briefwechsel sehr gut gefallen, da sie das Buch lebendig gemacht haben. Auf der anderen Seite fand ich die Krankengeschichte und die Illusionen und Phantasien von Dr. Kirsch schon recht überzogen und auch nicht immer angemessen, dadurch hat sich das Buch wieder in die Länge gezogen. Gut nachvollziehbar fand ich auch das persönliche Dilemma vom Einstein-Mädchen, da sie aufgrund ihres Gedächtnisverlustes teilweise nicht wusste, wem sie vertrauen kann und wie ihr Leben vorher ausgesehen hat. Dies muss eine sehr schwierige Phase für sie gewesen sein. Nicht nachvollziehen konnte ich hingegen einige Aspekte aus Dr. Kirschs Leben, darunter der Umgang mit seiner Krankheit, das feige Lösen seiner Verlobung und teilweise auch seine beruflichen Ambitionen. Das Ende des Buches habe ich mir anders vorgestellt, es hat mich enttäuscht. Cover und Titel: Das Cover zeigt einen Teil des Gesichtes einer jungen Frau in schwarz-weiß gehalten, teilweise verdeckt durch einen Schleier, sodass ich das Cover optisch sehr ansprechend und auch passend zum Inhalt des Buches finde. Auch der Titel passt zum Buch und hat mein Interesse geweckt. Mein Fazit: Das Einstein-Mädchen ist eine Mischung aus historischem Roman, kombiniert mit Fiktion und persönlichen Lebensgeschichten einzelner Menschen, sodass der Roman sehr interessant zu lesen ist, aber zwischenzeitlich auch einige langatmige und chaotische Phasen hat. Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Broschiertes Buch |
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Bewertung von anyways aus greifswald am 08.02.2012 |
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Der Fall des in die Charité eingelieferten „Einstein-Mädchens“ interessiert auch den jungen Psychiater Dr. Kirsch. Die junge Frau wurde in einem Waldstück bei Caputh desorientiert und mit mehreren recht üblen Verletzungen aufgefunden. Zu ihrem Namen, den ihr die Presse recht vorschnell gab, kam sie, weil sie einen Flyer über einen Vortrag von Prof. Einstein bei sich hatte. Aber Kirsch Interesse ist nicht nur beruflich bedingt, denn er kennt die Frau, nicht mit ihrem richtigen Namen, aber sie verbrachten schon mal einen Abend in einem Tanzlokal. Dinge die er nicht rumerzählen kann, ist er doch mit einer angesehenen jungen Dame aus vornehmen Hause verlobt. Kirschs Interesse geht soweit, das er das „Einstein-Mädchen“ nicht nur persönlich betreut, solange sie unter ihrer Amnesie leidet sondern sich auch auf die Spuren ihrer Vergangenheit begibt. Und die führt ihn auch zu Einstein. Ein recht interessanter Aspekt aus Einsteins Biographie die der Autor hier aufgreift. Tatsächlich ist erst weit nach Einsteins Tod bekannt geworden, dass er mit seiner ersten Frau noch ein weiteres Kind hatte, eine Tochter die vor der Eheschließung zu Welt kam. Genügend Material, gepaart mit dem bewegenden Leben Einsteins, der psychiatrischen Grauzone der damaligen Zeit und der beginnenden Naziherrschaft für eine interessante Auslegung der Einstein-Biographie. Aber nicht nur das, der Protagonist Kirsch, selbst Kriegsveteran, hat den Verlust seines Bruders, der im 1. Weltkrieg fiel, noch nicht überwunden. Er ist verlobt mit einer jungen Frau, die er achtet aber nicht liebt und die er aufgrund eines wohlgehüteten Geheimnisses nicht heiraten kann. Diese Zerrissenheit des jungen Psychiaters und die Charakterzüge Einsteins sind dem Autor sehr gut gelungen, auch die Momentaufnahmen der politischen Spannung und Stimmung zu dieser Zeit sind sehr realistisch. Ein lesenswerter Roman mit ein paar kleinen Schwächen, da sich der Autor entweder zu detailverliebt gibt oder im Gegenzug ganze Kapitel etwas nebulös gestaltet. Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Broschiertes Buch |
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Bewertung von diejai.blogspot.de aus Köln am 05.10.2011 |
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Thematisch werden in diesem Buch mehrere Bereiche miteinander verwoben. Zum einen ist dort die Geschichte des Einsteinmädchens und zum anderen erfährt man viel über die psychiatrische Forschung der damaligen Zeit, welche auch politisch geprägt war. Auch über die Arbeit und die Theorien von Einstein erfährt man so einiges. Während mich der psychologische Bereich sehr interessiert hat, hat mich der naturwissenschaftliche Bereich nicht so sehr angesprochen. Er war mir einfach zu lang und ich war häufig in der Versuchung diese Absätze vorzulesen. Aus Angst, etwas Wichtiges zu verpassen habe ich es dann doch nicht getan. Geschickt verbindet Philip Sington Wahrheit und Fiktion miteinander, so dass eine schöne Geschichte entsteht. Ich habe mich bislang mit der Lebensgeschichte Albert Einsteins nicht auseinander gesetzt, habe in diesem Buch jedoch einiges erfahren, was ich nicht wusste bzw. nicht gedacht hätte. Gut finde ich, dass der Autor in seinem Schlusswort darüber aufklärt, welche Teile seiner Geschichte Wahrheit und welche Fiktion sind. Bereits auf den ersten Seiten baut sich ein Spannungsbogen auf, welcher sich dann kontinuierlich durch das ganze Geschehen zieht. Ich habe mitgerätselt und mitüberlegt und hatte auch immer so meine Vermutungen, was geschehen ist. Einiges ist voraussehbar und manchmal ist man dem Protagonisten auch einen Sprung voraus, dies tut der Spannung jedoch keinen Abbruch. Einzig das Ende fand ich doch ein wenig zu sehr absehbar. Schade fand ich, dass einige Handlungsstränge der Geschichte am Ende zu sehr offen bleiben, hier hätte mir ein runder Abschluss besser gefallen. Der Schreibstil Singtons ist angenehm zu lesen und hat mir gut gefallen. Auch die Beschreibung seiner Charaktere fand ich gelungen. Ich konnte mir schnell ein Bild der Personen machen. Auch die Beschreibung der Umgebung ist sehr bildhaft. Richtig toll finde ich jedoch die Fähigkeit des Autoren Stimmungen und Atmosphären zu beschreiben. Dadurch wird alles sehr bildhaft und greifbar und ich hatte das Gefühl, sehr nahe an die Geschichte zu kommen. Fazit: "Das Einsteinmädchen" von Philip Sington ist ein spannender Krimi, welcher zu einer sehr interessanten Zeit spielt. Die Art des Autoren zu schreiben und so Bilder und Stimmungen zu schaffen hat mir unheimlich gut gefallen. Die naturwissenschaftlich geprägten Passagen konnten mich nicht ganz so fesseln. Schade finde ich es, dass einige – eigentlich wichtige – Handlungsstränge gegen Ende etwas im Sand verlaufen. Dennoch hat mir das Buch sehr gut gefallen und ich vergebe gute 4 Sternchen. Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Broschiertes Buch |
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| Bewertung von bookorpc aus Kumhausen am 12.07.2011 | |
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Ich würde - Das Einstein-Mädchen - von Philip Sington nicht als Thriller deklarieren, da ich mir dafür mehr Spannung erwarte. Trotzdem finde ich es bemerkenswert, wie der Autor eine reale bedeutende Person der Geschichte und der Wissenschaft in einen interessanten und abwechslungsreichen Roman einbaut. Inhalt: Dr. Martin Kirsch arbeitet 1932 in Berlin als Psychiater. Durch Zufall trifft er in der Charite´ auf eine junge namenlose Frau mit Amnesie, die bei ihrem Auffinden einen Zettel mit einem Vortrag von Albert Einstein dabei hatte. Für ihn ist das Einstein-Mädchen, wie die Presse sie nennt, aber nicht irgendwer, sondern er lernte sie vor einiger Zeit kennen und suchte sie seitdem. Auch weiß er ihren Name, wenn sie ihm damals den Richtigen nannte. Martin ist aber mit Alma verlobt, auch wenn die Umstände nicht für eine Hochzeit zwischen ihnen sprechen. Martin ist fasziniert von der jungen Patientin und versucht alles ihrem Gedächtnis auf die Sprünge zu helfen. Dabei kreuzen seine Wege immer wieder Albert Einstein. Meine Meinung: Eine interessante Geschichte mit vielen Fakten um Albert Einstein. Die Details, wie die Versuche an den Patienten in der Psychiatrie erfolgten und die Anfänge des Nationalsozialismus sind unvorstellbar, aber leider sprechen die historischen Daten dafür. Auch ein Abstecher in den 1. Weltkrieg erfolgt. Ein Buch, dass durch diese Nebengeschichten zum Nachdenken anregt. Die Hauptgeschichte um Martin, Alma und die Patientin wird durch viele detailreiche Beschreibungen von Orten, Landschaften usw. ausgeschmückt, dies fand ich aber teilweise langatmig. Aufgelockert wurde es durch die Briefe, die immer wieder auftauchten, teilweise gaben sie Einblick in die Vergangenheit der Patientin. Fazit: Eine interessante Reise nicht nur in die Vergangenheit der namenlosen Patientin. Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Broschiertes Buch |
1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich. War diese Bewertung für Sie hilfreich? |
Bewertung von Elohym78 aus Horhausen am 02.02.2011 |
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In Berlin wird eine junge Frau verletzt in einem Waldstück gefunden. Sie leidet unter Gedächtnisverlust und ist nicht ansprechbar. Lange spekulieren Polizei und Presse, was für ein Verbrechen dahinter steckt, ja ob überhaupt ein Verbrechen begangen wurde. Der junge Psychologe Martin Kirsch übernimmt den Fall und ermittelt auf eigene Faust. Durch eine Verkettung von Zufällen und Irrwegen kommt die Vermutung auf, dass die gefundene Frau, die alle nur das Einstein-Mädchen nennen, wirklich ein uneheliches Kind des berühmten Albert Einstein ist. Martin stürtzt sich regelrecht in die Ermittlungen, da sie ihn von seinem eigenen verkorksten Leben ablenken. Er hat sich während des Ersten Weltkrieges mit der Syphilis angesteckt, ist mit Alma verlobt, die er nicht liebt, leidet unter dem Tod seines älteren Bruders und der nicht Akztptanz seiner Familie. Zudem schafft er sich bei seinen Kollegen Feinde, da er nichts von abnormen Versuchen bei Geistesgestörten hält. Durch seine Krankheit driftet er in einen Phantasiewelt ab, weiß nicht mehr, wo die Realität aufhört und die Wahnvorstellungen beginnen. Philip Sington hat einen schönen, ruhigen Roman geschaffen. Die Ermittlungen um das Einstein-Mädchen sind nur eine vordergründige Erzählung, wichtiger ist die Gefühlswelt der handelnden Personen. Diese wirken leider manchmal verwirrend, langatmig und zusammenhanglos. Erst zum Schluß klären sich die einzelnen Erzählstränge. Verwundert hat mich, dass der beginnende Nationalsozialismus nicht stärker zur Geltung kam. Wenn der Roman schon zu dieser Zeit spielt, hätte ich mir einen stärkeren geschichtlichen Hintergrund gewünscht. Dafür bekam man Einsteinstheorien lang und breit geschildert. Durch die Leseprobe hatte ich mir etwas ganz anderes vorgestellt und war stellenweise ziemlich enttäuscht über die fehlende Spannung. Ein für mich großer Minuspunkt für das Buch waren die vielen Rechtschreibfehler! Mein Fazit: Kein Roman für zwischendurch. Man sollte das Buch an einem Stück lesen, da die Handlung ansonsten zu verwirrend wird. Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Broschiertes Buch |
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| Bewertung von Nehlja am 07.01.2011 | |
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Eine junge Frau wird bewusstlos und verletzt aufgefunden und kann sich an nichts mehr erinnern was geschehen ist. Man nennt sie das Einstein-Mädchen, da sie einen Flyer, zu einer Vorlesung des berühmten Professor Einstein, bei sich trug. Dr. Martin Kirsch übernimmt den Fall und versucht dem Geheimnis seiner Patienten auf die Spur zu kommen. Dabei merkt er schnell, dass er sich mit dem Einstein-Mädchen nicht nur beruflich verbunden fühlt. Es beginnt eine interessante Suche nach der Identität des Einsteinmädchens. Zugleich findet die Machtübernahme der Nazis statt die bereits ihre Schatten über Deutschland wirft. Mir hat der Roman sehr gut gefallen. Zunächst ist das Buch sehr informativ. Man erhält Informationen aus den Bereichen Medizin, Psychologie, Physik und Geschichte. So wird beispielsweise Einsteins Relativitätstheorie verständlich erläutert, medizinische und therapeutische Experimente spielen eine Rolle und man erfährt Hintergründe über Nazi-Deutschland, die in anderen Romanen meist nicht so beleuchtet sind, wie z.B. die Rassenhygiene. Zudem erfährt man einiges über Einsteins Leben und Familienverhältnisse. Auch ich verspürte sofort die Lust genaueres über Einstein zu recherchieren und ich stellte mit Begeisterung fest, dass Singtons Vorlage für die Figuren größtenteils auf real existierenden Personen beruhen. Ein riesiger Pluspunkt, der das Buch auf jeden Fall lesenswert macht, ist der Informationsgehalt. Nicht so stark ausgeprägt ist jedoch der Spannungsaufbau, der eigentlich eher schleichend erfolgt, was mich persönlich jedoch nicht so sonderlich störte. Ich würde das Buch daher nicht unbedingt als Thriller bezeichnen. Der Charakter Kirsch war mir von Anfang an sympathisch. Kirsch macht sich wirklich gut in der Hauptrolle, da viele Seiten von ihm gezeigt werden, und er trotzdem in gewisser Weise unergründlich und nicht greifbar ist. Es werden sowohl die starken aber genau so die schwachen Seiten Kirschs dargestellt, was ihn, wie ich finde, besonders sympathisch macht. Das Einstein-Mädchen ist von der ersten Seite an ein Rätsel und bleibt es auch fast bis zum Schluss. Man stellt sich immer wieder die Frage welche Rolle sie eigentlich spielt. Auch Eduard finde ich einen sehr interessanten Charakter der gut in die Gesamtheit der Geschichte hereinpasst. Das Ende des Buches finde ich besonders gelungen. Ich habe nicht annährend mit diesem Ende gerechnet und finde der Autor hat sich da wirklich einen interessanten Clou ausgedacht. Meine Erwartungen hat „Das Einstein-Mädchen“ voll und ganz erfüllt. Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Broschiertes Buch |
3 von 3 Kunden fanden diese Rezension hilfreich. War diese Bewertung für Sie hilfreich? |
Bewertung von R.E.R. am 31.12.2010 |
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Alles ist relativ Im November 1922 bekam Albert Einstein mit 43 Jahren den Nobelpreis für Physik. Obwohl er den Preis für seine Erklärung zum photoelektrischen Effekt erhielt, ist er bis heute berühmt für seine Relativitätstheorie bzw. für die bedeutende Formel: E = mc². Zu seinen Lebzeiten feierte man ihn wie einen Superstar und interessierte sich dementsprechend für sein ungewöhnliches Privatleben. Einstein war zweimal verheiratet. Mit seiner ersten Frau Mileva Maric hatte er zwei Söhne und eine Tochter, deren Existenz erst 1987 durch die Veröffentlichung von privaten Briefen bekannt wurde. Das Schicksal dieses Mädchens, Lieserl genannt, liegt bis heute im Dunkeln. Philip Sington versucht in “Das Einstein Mädchen” Licht in dieses Dunkel zu bringen. Im Spätherbst 1932 wird in den Wäldern um Potsdam eine junge Frau gefunden. Halbtod und nur spärlich bekleidet wird sie in die Berliner Charité eingeliefert. Da sie sich an nichts erinnert und nur ein Programmheft zu einem Vortrag Albert Einsteins bei sich getragen hat, wird sie kurzerhand das Einstein Mädchen genannt. Weil sie überdies in der Nähe des Sommerhauses des berühmten Physikers aufgefunden wurde, beginnen sich Presse und Öffentlichkeit für den Fall zu interessieren. Der Psychiater Martin Kirsch versucht die rätselhafte Patientin vor dem dem aggressiven Rummel zu schützen und gleichzeitig ihr Geheimnis zu lüften. Ein historischer Roman angesiedelt im Berlin der 1930er Jahre bietet eine Fülle von Themen die allein für sich Bücher füllen würden. Philip Sington nimmt die mysteriöse Geschichte der Einstein Tochter zum Anlass verschiedene Fäden zu spinnen. Da ist zum einen die Historie des Physikers selber. Seine Veröffentlichungen und Theorien werden ausführlich durch philosophiert. Wer die Physikstunden schon in der Schule unerträglich fand, wird sich auch durch diese zahlreichen Seiten nur schwer kämpfen. Für die Handlung sind die wissenschaftlichen Ergüsse nebensächlich. Sie stören den Lesefluss und sind daher eher ärgerlich als nützlich. Das unbekannte Mädchen gibt dem Autor Gelegenheit den Ursprung von Rassenhygiene und Eugenik im dritten Reich aufzuzeigen. Sington beschreibt den Alltag in der neurologischen Abteilung der Charité. Die damaligen Behandlungsmethoden psychisch Kranker und die Einwirkung der Politik auf diese Verfahren durch die Machtübernahme der Nazis. Dieser Aspekt ist hochinteressant und enthält viele aufschlussreiche Details. Wermutstropfen hier ist die nüchterne Sprache des Autors, die in ihrer klinischen Sachlichkeit kein wirkliches Lesevergnügen aufkommen lässt. Die Auswirkungen des ersten Weltkrieges auf den Held des Romans bilden einen dritten Schwerpunkt. Martin Kirsch, ist ein melancholischer Einzelgänger. Den Behandlungszweig der Psychiatrie hat er notgedrungen angenommen, weil er nach dem ersten Weltkrieg nicht weiter als Chirurg arbeiten konnte. Unkontrolliertes Händezittern und eine ansteckende Syphilis verhinderten dies. Von der schweren Geschlechtskrankheit, die er sich schuldlos zuzog, weiß niemand. Sein Verhalten gegenüber seiner Umwelt, vor allem seiner Verlobten Alma, wird massiv durch seine Krankheit beeinflusst, deren Symptome er nur schwer verbergen kann. Für den Leser beinhalten die ausführlichen Schilderungen dieser Symptome allerdings einen zusätzlichen Nachteil. Durch Fieberschübe geplagt verschwimmen bei Kirsch Realität und Phantasie. Leider ist im Text nicht immer klar erkennbar, was real und was nur eingebildet ist. Alles in allem ein eher enttäuschender Versuch einem ungelösten historischen Rätsel etwas Leben einzuhauchen. Die Frage um das Schicksal der Einstein Tochter klärt sich hier selbstverständlich nicht. Dafür setzt der Autor dem ganzen dann aber noch ein derart verworrenes Ende, das man sich als Leser ein wenig verschaukelt vorkommt. Und über der verlorenen Zeit den Kopf schüttelt. Was Einstein vielleicht mit der Bemerkung “Alles ist relativ” quittiert hätte! Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Broschiertes Buch |
0 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich. War diese Bewertung für Sie hilfreich? |
Bewertung von Xirxe aus Hannover am 08.10.2010 |
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Berlin 1932, eine junge Frau wird bewusstlos im Wald gefunden und mit Amnesie in die Charité eingeliefert. Der einzige Hinweis ist ein Programmzettel von einem Vortrag Albert Einsteins, den man bei ihr fand. Dr. Martin Kirsch, ein dort praktizierender Psychiater, ist von ihr fasziniert und nimmt sich ihres Falles an. Er betreibt intensive Nachforschungen, die weit über ein berufliches Interesse hinausgehen und ihn bis nach Zürich führen. Doch gleichzeitig muss er um seine Stelle als Arzt in der Charité und um sein Leben kämpfen. Und die Geister der Vergangenheit fordern in Gestalt seines verstorbenen Bruders Max zusätzlich ihren Tribut. Als ob all dies nicht genug wäre, beginnt er seine Beziehung zu Alma, seiner Verlobten, in Frage zu stellen. Ist sie wirklich die Richtige? All dies spielt sich vor dem Hintergrund der Machtergreifung der Nazis ab, die unmittelbar nach der Regierungsübernahme auch Einfluss auf Dr. Kirschs Arbeitsgebiet nehmen. Obwohl er nur für seine Arbeit lebt, findet er sich zu seiner Überraschung plötzlich in einer tragenden Rolle des Psychiatriewesens der Nazis wieder. Es ist ein bisschen viel, womit sich der gute Dr. Kirsch in diesem Buch beschäftigen muss - neben der Behandlung des Einstein-Mädchens. Man spürt, dass dem Autor diese Themen am Herzen liegen: das sinnlose Töten im Krieg, das rücksichts- und gedankenlose Experimentieren mit Patienten aus psychiatrischen Anstalten, der Umgang mit diesen Kranken im Dritten Reich. Aber auch die Entdeckung der Quantenphysik und die damit verbundene Erkenntnis, dass Wissenschaftler damit ihrer Objektivität beraubt wurden. Sington schildert all dies überzeugend und wohl auch wahrheitsgetreu, doch manche der angerissenen Themen enden (vermutlich aufgrund der Vielzahl) bedauerlicherweise im Nirgendwo. Dennoch: Es ist ein gut unterhaltendes und ebenso geschriebenes Buch (aber wahrlich kein Thriller, wie der Klappentext behauptet), aus dem man sicherlich auch manches Neue zum Thema Psychiatrie und Quantenphysik erfährt. Leicht zu lesen, aber nie seicht. Und wer weiß, vielleicht war das mit Albert Einstein tatsächlich so...? Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Broschiertes Buch |
2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich. War diese Bewertung für Sie hilfreich? |
Bewertung von Pharo72 aus Zittau am 05.09.2010 |
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Die junge Alma Siegel sucht verzweifelt ihren Verlobten, den Psychiater Martin Kirsch. Er arbeitete an der Charité am Fall des Einstein-Mädchens, wobei es sich um eine junge Frau handelt, die ohne Gedächtnis im Caputher Wald, ganz in der Nähe von Albert Einsteins Sommerwohnsitz, fast ohne Kleidung gefunden wurde. Welchem Verbrechen fiel sie zum Opfer und hat ihre Geschichte etwas mit dem spurlosen Verschwinden von Martin Kirsch zu tun? Der Roman wird als historischer Thriller beworben, wobei mir die Bezeichnung Thriller etwas übertrieben scheint. Vielmehr handelt es sich um ein Familiendrama in historisch brisanter Zeit kurz vor der Machtübernahme durch Hitler. Ich habe mich durch das Buch gut unterhalten gefühlt. Die gekonnte Verschleierung der Tatsachen bis auf die letzten Seiten des Buches hält den Leser in Bann. Es werden einige schwierige Themen, wie die Syphilis-Erkrankung von Martin Kirsch, die menschenunwürdigen Experimente in der Psychiatrie bis hin zur Säuberungspolitik der Nazis mittels Euthanasie sowie auch die Judenverfolgung aufgegriffen. Einstein selber als historische Person kommt wenig sympathisch rüber, wobei jedoch unklar ist, inwieweit biografisch der Roman in dieser Hinsicht ist. Seine bahnbrechenden wissenschaftlichen Erkenntnisse werden angerissen und stellen für den weniger physikalisch bzw. mathematisch interessierten Leser sicher eine Hürde dar bzw. bremsen doch stark den Lesefluss. Jedoch sind die Figuren, echte wie erfundene, großartig gezeichnet. Ein Hineinversetzen in sie gelingt mühelos, ebenso in das historische Setting, dass durch Beschreibungen von Tanzcafes, bestimmten Straßen und der tödlichen Bedrohung über allem durch die Nazis, lebendig wird. Wer einen anspruchsvollen Roman im historischen Gewand mit einer packenden Familiengeschichte sucht, dem kann ich das Buch rückhaltlos empfehlen. Reine Thriller-Leser werden eher enttäuscht sein. Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Broschiertes Buch |
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Bewertung von Silke Schröder, hallo-buch.de aus Hannover am 23.08.2010 |
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Um das Privatleben von Albert Einstein ranken sich viele Gerüchte. War er nicht nur der geniale Wissenschaftler, sondern auch ein tyrannischer Ehemann und Vater? Der Autor Philip Sington platziert seine fiktive Geschichte um eine verschwundene Einstein-Tochter in der Endphase der Weimarer Republik, als der Nationalsozialismus bereits seine Schatten voraus warf und gewalttätige Unruhen auch die jüdischen Einsteins beunruhigten. Ausgangsbasis war für ihn der 1987 veröffentlichte Briefwechsel zwischen Einstein und seiner ersten Frau Mileva, in dem es auch um die Existenz einer gemeinsamen Tochter geht. Das noch vor der Hochzeit der beiden geborene Mädchen wurde vermutlich zur Adoption freigegeben und gab durch ihr ungeklärtes Schicksal immer wieder Anlass zu mehr oder weniger spekulativen Geschichten. Mit seinem Arzt Dr. Kirsch, der selbst mit traumatischen Kindheitserinnerungen aus dem Ersten Weltkrieg zu kämpfen hat, zeigt Sington die verschiedenen Methoden der damaligen Psychiatrie auf, die von modernen psychoanalytischen Ansätzen bis hin zu den verheerenden und grausamen Patienten-Experimenten reichten und in der „eugenischen“ Vernichtung von Geisteskranken durch die Nazis eine bittere Vollendung fanden. „Das Einstein-Mädchen“ fängt die angespannte politische Atmosphäre im Berlin von 1932 authentisch ein, wirft einen Blick auf das Privatleben des berühmten Wissenschaftlers und laviert dabei geschickt zwischen Fiktion und Realität. Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Broschiertes Buch |
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