Utopie als Ideologie - Kroll, Frank-Lothar

Frank-Lothar Kroll 

Utopie als Ideologie

Geschichtsdenken und politisches Handeln im Dritten Reich. Hitler, Rosenberg, Darre, Himmler, Goebbels

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Utopie als Ideologie

Ideengeschichtliche Analysen des Nationalsozialismus sind rar, obwohl gerade der Ideologie für Erscheinung und Wirklichkeit des Dritten Reiches größte Bedeutung zukommt. Auf um so lebhafteres Interesse darf daher das neue Buch von Frank-Lothar Kroll zählen. Er rekonstruiert die entscheidenden ideologischen Grundprägungen des Nationalsozialismus anhand des Geschichtsverständnisses seiner politisch-ideologischen Hauptakteure. Adolf Hitler, Alfred Rosenberg, Richard Walter Darré, Heinrich Himmler und Joseph Goebbels stehen im Mittelpunkt der Darstellung, also jene ideologischen Repräsentanten des Regimes, die nach 1933 in dessen Spitzenpositionen wirkten und denen der Nationalsozialismus zugleich einen wesentlichen Beitrag zu seiner Weltanschauung verdankte. Das Bild, das sich die 'Meisterdenker' des Nationalsozialismus von der Geschichte - und damit auch von der Zukunft - machten, setzt der Autor eindrucksvoll mit ihrem realen politischen Handeln in Verbindung. Er liefert damit einen neuen, höchster Beachtung werten Beitrag zu der wieder heiß umstrittenen Frage nach dem 'Was' und 'Warum' des Dritten Reiches.


Produktinformation

  • Verlag: Schöningh
  • 1998
  • Neuaufl.
  • Ausstattung/Bilder: 368 S.
  • Seitenzahl: 368
  • Deutsch
  • Abmessung: 239mm x 165mm x 37mm
  • Gewicht: 735g
  • ISBN-13: 9783506748270
  • ISBN-10: 3506748270
  • Best.Nr.: 07137316
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 07.10.1998

Prinzip Fälschung
Zur utopischen Ideologie des Nationalsozialismus

Frank-Lothar Kroll: Utopie als Ideologie. Geschichtsdenken und politisches Handeln im Dritten Reich. Verlag Ferdinand Schöningh, Paderborn 1998. 368 Seiten, 88,- Mark.

Angesichts der massiven Ideologisierung des politischen Lebens im 20. Jahrhundert erhebt Frank-Lothar Kroll in der Einleitung zu seinem neuen Buch die Forderung nach "ideengeschichtlich ausgerichteten Analysen des Zeitalters der Weltkriege". Denn selbst für das "Dritte Reich", einen "Ideologiestaat" par excellence, tragen solche Untersuchungen noch "weitgehend den Charakter einer wissenschaftlichen Rarität".

Diesem Mangel hilft der Autor mit seiner Darstellung über Geschichtsdenken und politisches Handeln in der national-sozialistischen Diktatur auf reflektierte Art und Weise ab: Die Darstellung der Geschichtsbilder Hitlers, Rosenbergs, Darrés, Himmlers und Goebbels' dienen dem Verfasser dazu, die lange, in gewissen Formen bis heute vertretene Position plausibel zu widerlegen, wonach der Nationalsozialismus nichts anderes gewesen sei als eine "doktrinlose Revolution".

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Frank-Lothar Kroll, 1959 in Aachen geboren, studierte in Bonn und Köln Geschichte, Kunstgeschichte, Germanistik, Philosophie und Religionswissenschaften, Inhaber der Professur für Europäische Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts an der Technischen Universität Chemnitz. Kroll amtierte ab 1992 als Präsident der Werner Bergengruen-Gesellschaft e. V., erhielt 1996 den Louis Ferdinand Preis des Preußeninstituts und ist seit 1996 Ordentliches Mitglied der Preußischen Historischen Kommission sowie seit 2006 deren amtierender Vorsitzender.