Der Steppenwolf - Hesse, Hermann

Hermann Hesse 

Der Steppenwolf

Mit Texten und Entwürfen zur Entstehung des Romans. Mit e. Nachw. v. Volker Michels

Taschenbuch
 
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Der Steppenwolf

"Der Steppenwolf" ist die Geschichte von Harry Haller, der sich im Zustand völliger Entfremdung von seiner bürgerlichen Welt "eine geniale, eine unbegrenzte furchtbare Leidensfähigkeit herangebildet" hat. Die innere Zerrissenheit Hallers spiegelt die Erscheinungen der modernen Massen- und Industriegesellschaft wider und reflektiert kultur- und zivilisationskritische Strömungen des 20. Jahrhunderts.


Produktinformation

  • Verlag: Suhrkamp
  • 2012
  • 3. Aufl.
  • Ausstattung/Bilder: 421 S.
  • Seitenzahl: 421
  • Suhrkamp Taschenbücher Nr.4355
  • Best.Nr. des Verlages: 46355
  • Deutsch
  • Abmessung: 147mm x 95mm x 26mm
  • Gewicht: 200g
  • ISBN-13: 9783518463550
  • ISBN-10: 3518463551
  • Best.Nr.: 34535823
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 08.03.2009

Heulen, bis der Arzt kommt

Man könnte es sich leichtmachen und behaupten, Hermann Hesses Romane seien Jugendbücher, die man, anfällig für existentielles Pathos und Schwülstigkeit, mit fünfzehn lesen sollte und dann nie wieder. Man könnte diese Bücher einfach aus dem Regal räumen, einigermaßen fassungslos darüber, dass der Mann seinen Literaturnobelpreis unter anderem für den "Steppenwolf" bekommen hat; dass Thomas Mann diesen "Steppenwolf" experimentell so gewagt fand wie André Gides "Falschmünzer" und James Joyce' "Ulysses"; und dass später dann Hippies glaubten, selber "Steppenwolf" spielen zu müssen, wegen der Drogen und der Anklänge fernöstlicher Philosophie, wobei sie die kulturkonservativen Züge des Werks lieber mal übersahen.

Und wenn man das Buch trotzdem wieder in die Hand nimmt, dann eigentlich nur, weil Hesses "Steppenwolf" von 1927 auch ein historischer Text gegen die neue Mobilmachung war, gegen all jene, die nach dem Ende des Weltkriegs, der bei manchen eilig schon der "erste" Weltkrieg hieß, gleich den neuen, "kommenden" Krieg herbeisehnten und meinten, sich militaristisch aufplustern zu müssen.

Was aber macht …

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"Gradios." MAGDEBUGER VOLKSSTIMME

"So lässt sich der Steppenwolf wunderbar (wieder-)entdecken: als Hörspiel, das beispielhaft zeigt, wie man mit diesem Medium Literatur vertont."
Hermann Hesse, geb. am 2.7.1877 in Calw/Württemberg als Sohn eines baltendeutschen Missionars und der Tochter eines württembergischen Indologen, starb am 9.8.1962 in Montagnola bei Lugano. Er wurde 1946 mit dem Nobelpreis für Literatur, 1955 mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet. Nach einer Buchhändlerlehre war er seit 1904 freier Schriftsteller, zunächst in Gaienhofen am Bodensee, später im Tessin. Er ist einer der bekanntesten deutschen Autoren des 20. Jahrhunderts.

Kundenbewertungen zu "Der Steppenwolf" von "Hermann Hesse"

6 Kundenbewertungen (Durchschnitt 4.8 von 5 Sterne bei 6 Bewertungen ***** ausgezeichnet)
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Bewertung von unbekanntem Benutzer am 23.03.2013 ***** sehr gut
Ist ein sehr interessanter Roman zur Reflektion der Sozialen Persönlichkeitsentwicklung

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Bewertung von Tina_Lexis am 20.11.2011 ***** ausgezeichnet
Das Buch ist wunderbar tiefgängig, dabei ist die Geschichte, die erzählt wird, rund und schlüssig. Ein Buch, dass mich nicht mit einzelnen Sätzen, aber mit dem vermittelten Gesamtgefühl überzeugt hat. Das ständige Schwanken zwischen Realität und Traumwelt bzw. die durch Drogen veränderte Wahrnehmung der Welt, die Veränderung, die in Harry vorgeht, und nicht zuletzt die Behandlung so prekärer Themen wie Selbstmord und Vereinsamung, sowie dem darausfolgenden Flüchten in eine Welt, die man sich selbst geschaffen hat, in seinem Fall durch vergangene Musik und die Literatur; dies alles sind Themen, die berühren, die beschäftigen und die eine große Sensibilität beim Schreiben erfordern, die Hermann Hesse mitgebracht hat. Das Buch ist an keiner Stelle übertrieben. Harry verliert sich nicht so sehr in seinem Schmerz oder seiner neugewonnen Lebensfreude, dass man die Handlung aus den Augen verliert, aber er tut es genug um mit seinen Gefühlen mitzureißen und zu faszinieren.
Dieses Buch hat den Literaturnobelpreis verdient bekommen.

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Bewertung von Steppenwolf aus Landkreis Oldenburg am 02.02.2011 ***** ausgezeichnet
Nicht für jedermann

Harry Haller, der sich selbst einen Steppenwolf nennt, leidet unter der Zerrissenheit zweier Persönlichkeiten. Dieser Identitätskonflikt drückt sich darin aus, dass Harry hin- und hergerissen ist zwischen zwei Polen, die er mit „Wolf“ und „Mensch“ betitelt.
Mitten in seiner geistigen Krise bezieht er eine kleine Wohnung in einem gutbürgerlichen Haus. Eines Nachts auf einem Streifzug durch die Stadt stößt er auf einen Reklameschriftzug für ein „Magisches Theater“. Kurze Zeit später fällt ihm ein Schriftstück zu; in diesem „Tractat vom Steppenwolf“ sieht er sich als Einzelgänger bestätigt. Zunehmend selbstmordgefährdet, trifft er bald die Prostituierte Hermine, die zusammen mit ihren Freunden, dem Saxofonspieler Pablo und der aufreizenden Maria, Harry in eine Welt von sinnlichen Erfahrungen entführt.
Das Ziel ist die Selbsterkenntnis, welche Harry schonungslos im „Magischen Theater“ vor Augen geführt wird. Der Weg ist die distanzierte Perspektive des Humors und Harry muss entscheiden welche Lehre er aus dem Erlebten zieht.

„Der Steppenwolf“ ist eine Kritik der Gesellschaft und eine Persönlichkeitsanalyse gleichermaßen. Harry Haller ist Außenseiter des Bürgertums, das dem Menschen die Individualität aberkennt, Anpassung fordert, aber auf der anderen Seite auch Halt gibt. In Harry spiegelt sich dieser Zwist wider, denn er ist zwar dem Bürgertum gegenüber äußerst kritisch, dennoch fasziniert es ihn auch, er fühlt sich zeitweise wohl in der bürgerlichen Ordnung. Doch immer wieder verhöhnt der „Wolf“ den „Menschen“ und Harry fühlt sich plötzlich wieder abgestoßen. Er will die Unabhängigkeit und sucht gleichzeitig nach Schutz.

In drei Handlungsperspektiven bekommt der Leser einen Eindruck von Harrys Zwiespalt. Zunächst wird der Text von dem Vorwort des Herausgebers, eines Außenstehenden eingeleitet. Man erfährt wie der Protagonist auf andere wirkt. Hiernach folgt der erste Teil von Harry Hallers Aufzeichnungen, in denen er alles aus seiner Sicht berichtet. Unterbrochen wird dieser Bericht mit dem „Tractat vom Steppenwolf“, der die dritte Perspektive darstellt im Stil eines wissenschaftlichen Essays. Im zweiten Teil von Harry Hallers Aufzeichnungen rücken die neuen Freunde in den Vordergrund. Hermine, Maria und Pablo erziehen Harry gewissermaßen und das in eine Richtung, die ihm helfen soll seine Probleme besser handhaben zu können. Er entfernt sich mit der Zeit ein wenig aus seiner bisherigen Existenz als Einzelgänger und versucht Teil einer anderen Welt zu werden, einer Welt der Unterhaltung und des bloßen Zeitvertreibs.

Das Buch ist sicherlich kein einfacher Unterhaltungsroman, aber es ist flüssig geschrieben und sehr bildhaft, was das Lesen sehr angenehm gestaltet. Bemerkenswert finde ich, ist der zeitlose Geist des Buches. Sämtliche Kritikpunkte lassen sich auch auf die Gegenwart übertragen. Die Krise des Hauptcharakters bietet zudem eine Reihe von Identifikationsmöglichkeiten: die Auseinandersetzung mit verdrängten Problemen und der eigenen Persönlichkeit, die Lebenssinnsuche, der Rückzug vor Konfrontation und die Unzufriedenheit mit der Gesellschaft.
Kritisiert werden die politische Lage, die technische Entwicklung, die materialistische Haltung und die oberflächliche Kultur, die nur noch aus stumpfer Unterhaltung zu bestehen scheint.
Im „Steppenwolf“ gibt es so viel zu entdecken, dass sich mehrmaliges Lesen absolut lohnt. Wer Spannung, Action oder schlicht einfache Unterhaltung sucht ist hier natürlich falsch. Es ist wohl kein Buch für jedermann, eben nur für Verrückte.

Fazit: Ein Trip zwischen Traum und Realität, eine Reise zu einer möglichen Lösung eines Identitätskonflikts und die ungeschminkte Wahrheit, eine Selbsterkenntnis bis in die tiefsten Tiefen der Seele. Mit diesem Werk hat Hesse wahrlich ein Stück Weltliteratur verfasst. Für mich eindeutig das Buch des 20. Jahrhunderts.

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Bewertung von Roland, 18 aus Bremerhaven am 09.12.2009 ***** ausgezeichnet
Die Frankfurter Allgemeine scheint sich nichts aus Selbstverwirklichung und Selbstwerdung zu machen. Vielmehr schreibt diese Zeitung über den Steppenwolf wie über ein gewöhnliches Buch, das mal eben so einen Depressiven und Hassenden darstellt und dieser lernen soll, zu lachen. Schade eigentlich! "Der Steppenwolf" ist eines meiner Lieblingsbücher, weil es einen Menschen beschreibt, wie es viele in ähnlicher Form gibt. Einsame Menschen, die nicht mit Fortschritt zurecht kommen und in die Vergangenheit flüchten, die nie gelernt haben, zu genießen und zu freuen, sondern alles ernst nehmen, was ihnen im Leben nur begegnet. Die Entwicklung dieses Menschen zum genießenden und lebensfrohen ist - wie man es von Hermann Hesse kennt - wunderschön und tiefgründig beschrieben, wie es nur wenige Schriftsteller bewerkstelligen. "Man könnte es sich leichtmachen und behaupten", Hesse hätte einfach "ein paar pazifistische Sätze" und eine "Diagnose einer Zeitkrankheit" in ein peinliches Künstlerdrama gepackt. Aber so ist es keinesfalls. Nicht für die Einzelnen. Nicht für die Suchenden.

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Bewertung von Tobias aus Büren am 07.07.2008 ***** ausgezeichnet
Kennt man weder Hermann Hesse noch seinen so kultumworbenen Roman "Der Steppenwolf", ist dieses ein wahrlich großer Verlust an herrlich geschriebenen und weisen Werken, welche einem solchen Leser ausbleiben. Herman Hesses Kunst ist es, durch eine sehr offne, autobiografische und vor allem menschliche Selbstoffenbarung den Leser völlig in das Geschen seiner Erzählungen miteinzubeziehen, ihm Identifikation zu bieten und ihn stets zu einem gedanklichen Prozess der Selbstverwirklichung einzuladen.
In dem "Steppenwolf" setzt Herman Hesse sich mit dem Urgrund philosphischen Fragens auseinander: Was ist der Mensch? Was ist unsere Bestimmung? Hat Kultur einen Wert? Ist der Mensch Tier oder Mensch? Dem Autor gelingt es in einer eindrucksvollen Handlung gedankenvoll die Grenzen menschlichen Lebens, seine negativen wie positiven Seiten aufzuzeigen. Der einsame und leidvolle Protagonist Harry Haller durchlebt eine allumfassende Auseinanderstezung mit unserem geselschaftlichem Sein und seinem Zeitgeist. Dieses Buch hat nicht Aktulität und Aussagekraft verloren und besticht deshalb durch eine unendliche Bedeutsamkeit. Hermann Hesse bewegt und ist mir stets eine heilsame Kraftquelle, die ich jedem Leser auf seinem Lebensweg mitgeben möchte.

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Bewertung von Narius aus Nürnberg am 24.09.2000 ***** ausgezeichnet
Ein literarisches Meisterwerk von H. Hesse.

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