Die äußerlich lockerer erscheinende Gedankenführung und der eher
einem gedanklichen Kunstwerk als einer
philosophisch-wissenschaftlichen Abhandlung eignende Sprachstil
dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Kunstwerk-Abhandlung
ebenso wissenschaftlich streng und phänomenologisch aufweisend
gedacht ist wie "Sein und Zeit". Die von Heidegger
entworfenen Grundzüge einer Philosophie der Kunst liegen in der
Wesensbestimmung des Kunstwerkes, der Kunst, des Kunst-Schönen, des
Kunst-Schaffens in der Abhebung vom handwerklichen und
kunsthandwerklichen Schaffen und der Kunst-Bewahrung als des Wesens
der Kunst-Betrachtung. Die am Text entlanggehende Auslegung
versteht sich als systematisch, weil sie die Systematik des
Gedankens Heideggers in dreierlei Hinsicht verfolgt: die Systematik
der Philosophie der Kunst, die aus der Systematik der gewandelten
Grundstellung Heideggers in der Entfaltung der Seinsfrage zur Zeit
der Abfassung der Abhandlung erwächst, die ihrerseits nur erfasst
wird unter ständiger Beachtung der ersten systematischen
Ausgestaltung der Grundstellung in "Sein und Zeit".