Die Schlucht - Forbes, Colin

Die Schlucht

Roman

Colin Forbes 

Übers.: Bertram J. Kirchmayr
 
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Die Schlucht

Zwei junge Frauen werden in London am helllichten Tag brutal ermordet. Die Ermittlungen führen Spezialagent Tweed zu einem reichen adeligen Grundbesitzer, dessen Kinder sich bereits heftig um das künftige Erbe streiten. Kaum angekommen, wird auf Tweed ein Mordanschlag verübt. Und schon taucht die nächste Leiche auf. Der großartige letzte Roman vom »Meister des Agententhrillers« (The Times).
Eine verzweifelte junge Frau bittet Spezialagent Tweed um Hilfe: Direkt vor ihrer Haustür wurden zwei Unbekannte grausam ermordet. Da die Polizei vor Ort offensichtlich total überfordert ist, übernimmt Tweed den Fall. Die beiden Mordopfer wurden durch zahlreiche Schnitte im Gesicht unkenntlich gemacht, doch ergibt sich bald eine Spur, die Richtung Gunners Gorge führt: ein Provinznest, wo einst ein blutiger Kampf in der sogenannten Todesschlucht stattfand. Der Landeigentümer, Lord Bullerton, macht zwar einen jovialen und entspannten Eindruck, doch trägt er seinen Spitznamen »Pitbull« nicht zu Unrecht.Tweed und seine Assistentin Paula erfahren bald von großen Spannungen, die in der Familie herrschen. Unter den erwachsenen Kindern des Lords sind offene Erbschaftsstreitigkeiten ausgebrochen, eine Schwester ist spurlos verschwunden. Noch auf dem Weg zum Landsitz des Lords versucht ein Scharfschütze, Tweed umzubringen. Ein Grund mehr für ihn, das mörderische Beziehungsgeflecht der Bullertons zu entwirren.


Produktinformation

  • Verlag: Heyne
  • 2011
  • Ausstattung/Bilder: 2011. 300 S. 187 mm
  • Seitenzahl: 300
  • Heyne Bücher Nr.43541
  • Deutsch
  • Abmessung: 188mm x 120mm x 29mm
  • Gewicht: 282g
  • ISBN-13: 9783453435414
  • ISBN-10: 3453435419
  • Best.Nr.: 29516341
Colin Forbes, geb. 1923 in Hampstead bei London, war zunächst als Werbefachmann und Drehbuchautor tätig, bevor er sich als Autor von Actionromanen weltweit einen Namen machte. Seine Politthriller wurden in mehr als zwanzig Sprachen übersetzt. In seinen Thrillern verarbeitete Colin Forbes seine Eindrücke von ausgedehnten Reisen in Asien, Europa und Amerika. Er starb 2006 in London.

Leseprobe zu "Die Schlucht" von Colin Forbes

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Alles begann mit dem angsterfüllten Schrei einer jungen Frau.

Als Tweed ihn hörte, saß er gerade in seinem geräumigen Büro im ersten Stock und beantwortete die Anfragen seiner Agenten auf dem europäischen Festland. Tweed, früher einmal einer der besten Ermittler bei Scotland Yard, war nun schon seit vielen Jahren stellvertretender Direktor des Geheimdienstes SIS.

"Die Gewalt in London wird auch täglich mehr", grummelte er stirnrunzelnd vor sich hin.

Paula Grey, Tweeds rechte Hand, stand von ihrem Schreibtisch auf und schaute durch ein offenes Fenster hinunter auf die Park Crescent. Es war ein herrlicher Tag im Mai, und die warme Frühlingssonne schien aus einem wolkenlos blauen Himmel.

Paula war Mitte dreißig, und ihr schwarzes, schulterlanges Haar umrahmte ein ebenmäßig geschnittenes Gesicht mit hoher Stirn, blauen Augen, gerader Nase und einem Kinn, das Entschlossenheit verriet.

Unten auf der Straße rannte die Frau, die gerade geschrien hatte, auf den Eingang des SIS zu, wobei sie sich mit panischem Blick immer wieder umdrehte. Soweit Paula sehen konnte, war die Straße sonst leer.

"Ich glaube, sie will zu uns", berichtete sie.

"Wer will zu uns?", knurrte Tweed.

"Die junge Frau, die gerade geschrien hat."

Das Telefon klingelte. Tweeds Sekretärin Monica, eine Frau Mitte fünfzig, die ihre Haare zu einem strengen Knoten hochgesteckt hatte, hob den Hörer ab. Nachdem sie kurz zugehört hatte, wandte sie sich an Tweed.

"Das ist George", sagte sie und meinte damit den Wachmann unten im Erdgeschoss. "Eine Miss Lisa Clancy möchte dringend mit Ihnen sprechen ..."

"Aber ich nicht mit ihr", erwiderte Tweed kurz angebunden. "Sagen Sie George, er soll sie wieder wegschicken."

Monica runzelte verwundert die Stirn und wandte sich wieder dem Telefonat zu, das sich in die Länge zog. Offenbar hatte George Schwierigkeiten. Paula ging hinüber zu Monica und ließ sich von ihr den Hörer geben. Nachdem sie kurz mit George gesprochen hatte, sagte sie, dass er dranbleiben solle, und wandte sich an Tweed, wobei sie die Sprechmuschel mit der Hand bedeckte.

"Sie ist eine Freundin von Crystal Maine", sagte sie. "Also werden Sie mit ihr reden."

Crystal Maine war die Chefbuchhalterin einer Privatbank. Ihre Großmutter, die Bankchefin, war vor einem Jahr bestialisch ermordet worden. Tweed und sein Team hatten den verzwickten Fall aufgeklärt.

"Dann bleibt mir wohl nichts anderes übrig, oder? Lassen Sie sie heraufkommen."

Rasch legte er die zehn Aktenmappen mit den beantworteten Agentenanfragen in eine Metallkassette, die er mit einem Schlüssel aus seiner Schreibtischschublade verschloss. "Die Leute von der Kommunikationsabteilung sollen sie sofort abholen", sagte er zu Monica. "Ich will, dass meine Antworten nach dem Verschlüsseln unverzüglich gesendet werden." Die Kommunikationsabteilung war in einem anderen, ebenfalls in der Park Crescent gelegenen Gebäude untergebracht und verfügte über hochmoderne Richtfunkeinrichtungen, die als Fernsehantennen getarnt waren.

Paula ging wieder zurück an ihren Schreibtisch und betrachtete Tweed nachdenklich. Er war ein Mann mittleren Alters, der jünger wirkte, als er war. In seinem dunklen Haar war nicht eine einzige graue Strähne zu sehen, und unter seiner noch so gut wie faltenlosen Stirn blitzte ein Paar lebhafter blauer Augen, denen so leicht nichts entging. Sein Gesichtsausdruck konnte sich von einem Augenblick auf den anderen vollkommen verändern: war er soeben noch kalt und abweisend gewesen, so strahlte er jetzt entspannte Freundlichkeit aus.

Es klopfte an der Tür, und kurz darauf führte George eine hübsche blonde Frau Ende dreißig herein. Sie war teuer gekleidet mit einem kurzen weißen Faltenrock, einer modischen Lederjacke und einem geschmackvollen Halstuch aus blauer Seide.

Nachdem die junge Frau ins Zimmer getreten war, zog George sich wieder zurück.

"Willkommen", sagte Tweed und stand auf. Die Besucherin streifte sich den rechten Seidenhandschuh ab und gab Tweed die Hand. "Setzen Sie sich doch bitte", sagte Tweed und zeigte auf den Stuhl vor seinem Schreibtisch. "Mit wem habe ich die Ehre?", fragte er, nachdem auch er sich wieder gesetzt hatte.

"Ich heiße . Lisa . Clancy", sagte sie und musste schlucken. "Miss Lisa Clancy."

Obwohl sie eine angenehme, weiche Stimme hatte, schienen ihr die Worte nur schwer über die Lippen zu kommen. Nervös schlug sie erst das linke Bein über das rechte und dann wieder das rechte über das linke, und ihre kleinen, wohlgeformten Hände spielten mit dem Handschuh, während sie sich mit großen blauen Augen im Büro umsah.

Die ist ja das reinste Nervenbündel, dachte Paula, die sie diskret beobachtete.

Monica stand auf, ging zu Lisa hinüber und lächelte. "Darf ich Ihnen vielleicht eine Tasse Kaffee anbieten?"

"Vielen Dank. Wenn . es Ihnen . nicht allzu viel Mühe macht."

"Aber überhaupt nicht", versicherte Monica fröhlich. "Mit Milch oder Zucker?"

"Schwarz . Das ist wirklich . sehr . freundlich von Ihnen."

"Ich bin gleich wieder da", sagte Monica mit einem Lächeln und ging aus dem Büro.

Miss Clancy begann zu zittern und krampfte beide Hände über dem Handschuh zusammen. Dann fingen ihre Schultern an zu beben. Ganz offensichtlich hatte sie große Angst.

Zunächst war Paula davon ausgegangen, dass Tweed die Frau nach einem kurzen Gespräch wieder fortschicken würde. Überall in London behaupteten Frauen, dass sie von irgendjemandem verfolgt würden, und viele von ihnen wollten sich damit nur wichtig machen und sich Aufmerksamkeit verschaffen, die ihnen sonst nicht in ausreichendem Maße entgegengebracht wurde. Hier aber lag der Fall ganz offensichtlich anders, dieser Frau sah man an, dass sie wirklich bedroht wurde.

"Erzählen Sie mir alles", sagte Tweed mit sanfter Stimme. "Wurden Sie verfolgt, als Sie zu uns kamen?"

"Ja."

Nein, das wurde sie nicht, dachte Paula. Jedenfalls hatte sie unten auf der Straße niemanden gesehen. Als Lisa Clancy dann aber weitererzählte, änderte Paula ihre Meinung.

"Er - oder sie - ist dann in das Gebüsch auf der anderen Seite der Hauptstraße verschwunden. Von dort aus hat er mich mit einem Fernglas beobachtet. Ich habe gesehen, wie sich die Sonne in den Linsen gespiegelt hat. Ich glaube, er wollte sehen, wohin ich gehe. In die General and Cumbria Versicherung."

Die Versicherung war die Tarnung des SIS.

"Wer verfolgt Sie denn nun?", unterbrach sie Tweed. "Ein Mann oder eine Frau?"

Lisa bedankte sich bei Monica, die ihr eine verlockend duftende Tasse Kaffee gebracht hatte.

Alles begann mit dem angsterfüllten Schrei einer jungen Frau.

Als Tweed ihn hörte, saß er gerade in seinem geräumigen Büro im ersten Stock und beantwortete die Anfragen seiner Agenten auf dem europäischen Festland. Tweed, früher einmal einer der besten Ermittler bei Scotland Yard, war nun schon seit vielen Jahren stellvertretender Direktor des Geheimdienstes SIS.

"Die Gewalt in London wird auch täglich mehr", grummelte er stirnrunzelnd vor sich hin.

Paula Grey, Tweeds rechte Hand, stand von ihrem Schreibtisch auf und schaute durch ein offenes Fenster hinunter auf die Park Crescent. Es war ein herrlicher Tag im Mai, und die warme Frühlingssonne schien aus einem wolkenlos blauen Himmel.

Paula war Mitte dreißig, und ihr schwarzes, schulterlanges Haar umrahmte ein ebenmäßig geschnittenes Gesicht mit hoher Stirn, blauen Augen, gerader Nase und einem Kinn, das Entschlossenheit verriet.

Unten auf der Straße rannte die Frau, die gerade geschrien hatte, auf den Eingang des SIS zu, wobei sie sich mit panischem Blick immer wieder umdrehte. Soweit Paula sehen konnte, war die Straße sonst leer.

"Ich glaube, sie will zu uns", berichtete sie.

"Wer will zu uns?", knurrte Tweed.

"Die junge Frau, die gerade geschrien hat."

Das Telefon klingelte. Tweeds Sekretärin Monica, eine Frau Mitte fünfzig, die ihre Haare zu einem strengen Knoten hochgesteckt hatte, hob den Hörer ab. Nachdem sie kurz zugehört hatte, wandte sie sich an Tweed.

"Das ist George", sagte sie und meinte damit den Wachmann unten im Erdgeschoss. "Eine Miss Lisa Clancy möchte dringend mit Ihnen sprechen ..."

"Aber ich nicht mit ihr", erwiderte Tweed kurz angebunden. "Sagen Sie George, er soll sie wieder wegschicken."

Monica runzelte verwundert die Stirn und wandte sich wieder dem Telefonat zu, das sich in die Länge zog. Offenbar hatte George Schwierigkeiten. Paula ging hinüber zu Monica und ließ sich von ihr den Hörer geben. Nachdem sie kurz mit George gesprochen hatte, sagte sie, dass er dranbleiben solle, und wandte sich an Tweed, wobei sie die Sprechmuschel mit der Hand bedeckte.

"Sie ist eine Freundin von Crystal Maine", sagte sie. "Also werden Sie mit ihr reden."

Crystal Maine war die Chefbuchhalterin einer Privatbank. Ihre Großmutter, die Bankchefin, war vor einem Jahr bestialisch ermordet worden. Tweed und sein Team hatten den verzwickten Fall aufgeklärt.

"Dann bleibt mir wohl nichts anderes übrig, oder? Lassen Sie sie heraufkommen."

Rasch legte er die zehn Aktenmappen mit den beantworteten Agentenanfragen in eine Metallkassette, die er mit einem Schlüssel aus seiner Schreibtischschublade verschloss. "Die Leute von der Kommunikationsabteilung sollen sie sofort abholen", sagte er zu Monica. "Ich will, dass meine Antworten nach dem Verschlüsseln unverzüglich gesendet werden." Die Kommunikationsabteilung war in einem anderen, ebenfalls in der Park Crescent gelegenen Gebäude untergebracht und verfügte über hochmoderne Richtfunkeinrichtungen, die als Fernsehantennen getarnt waren.

Paula ging wieder zurück an ihren Schreibtisch und betrachtete Tweed nachdenklich. Er war ein Mann mittleren Alters, der jünger wirkte, als er war. In seinem dunklen Haar war nicht eine einzige graue Strähne zu sehen, und unter seiner noch so gut wie faltenlosen Stirn blitzte ein Paar lebhafter blauer Augen, denen so leicht nichts entging. Sein Gesichtsausdruck konnte sich von einem Augenblick auf den anderen vollkommen verändern: war er soeben noch kalt und abweisend gewesen, so strahlte er jetzt entspannte Freundlichkeit aus.

Es klopfte an der Tür, und kurz darauf führte George eine hübsche blonde Frau Ende dreißig herein. Sie war teuer gekleidet mit einem kurzen weißen Faltenrock, einer modischen Lederjacke und einem geschmackvollen Halstuch aus blauer Seide.

Nachdem die junge Frau ins Zimmer getreten war, zog George sich wieder zurück.

"Willkommen", sagte Tweed und stand auf. Die Besucherin streifte sich den rechten Seidenhandschuh ab und gab Tweed die Hand. "Setzen Sie sich doch bitte", sagte Tweed und zeigte auf den Stuhl vor seinem Schreibtisch. "Mit wem habe ich die Ehre?", fragte er, nachdem auch er sich wieder gesetzt hatte.

"Ich heiße . Lisa . Clancy", sagte sie und musste schlucken. "Miss Lisa Clancy."

Obwohl sie eine angenehme, weiche Stimme hatte, schienen ihr die Worte nur schwer über die Lippen zu kommen. Nervös schlug sie erst das linke Bein über das rechte und dann wieder das rechte über das linke, und ihre kleinen, wohlgeformten Hände spielten mit dem Handschuh, während sie sich mit großen blauen Augen im Büro umsah.

Die ist ja das reinste Nervenbündel, dachte Paula, die sie diskret beobachtete.

Monica stand auf, ging zu Lisa hinüber und lächelte. "Darf ich Ihnen vielleicht eine Tasse Kaffee anbieten?"

"Vielen Dank. Wenn . es Ihnen . nicht allzu viel Mühe macht."

"Aber überhaupt nicht", versicherte Monica fröhlich. "Mit Milch oder Zucker?"

"Schwarz . Das ist wirklich . sehr . freundlich von Ihnen."

"Ich bin gleich wieder da", sagte Monica mit einem Lächeln und ging aus dem Büro.

Miss Clancy begann zu zittern und krampfte beide Hände über dem Handschuh zusammen. Dann fingen ihre Schultern an zu beben. Ganz offensichtlich hatte sie große Angst.

Zunächst war Paula davon ausgegangen, dass Tweed die Frau nach einem kurzen Gespräch wieder fortschicken würde. Überall in London behaupteten Frauen, dass sie von irgendjemandem verfolgt würden, und viele von ihnen wollten sich damit nur wichtig machen und sich Aufmerksamkeit verschaffen, die ihnen sonst nicht in ausreichendem Maße entgegengebracht wurde. Hier aber lag der Fall ganz offensichtlich anders, dieser Frau sah man an, dass sie wirklich bedroht wurde.

"Erzählen Sie mir alles", sagte Tweed mit sanfter Stimme. "Wurden Sie verfolgt, als Sie zu uns kamen?"

"Ja."

Nein, das wurde sie nicht, dachte Paula. Jedenfalls hatte sie unten auf der Straße niemanden gesehen. Als Lisa Clancy dann aber weitererzählte, änderte Paula ihre Meinung.

"Er - oder sie - ist dann in das Gebüsch auf der anderen Seite der Hauptstraße verschwunden. Von dort aus hat er mich mit einem Fernglas beobachtet. Ich habe gesehen, wie sich die Sonne in den Linsen gespiegelt hat. Ich glaube, er wollte sehen, wohin ich gehe. In die General and Cumbria Versicherung."

Die Versicherung war die Tarnung des SIS.

"Wer verfolgt Sie denn nun?", unterbrach sie Tweed. "Ein Mann oder eine Frau?"

Lisa bedankte sich bei Monica, die ihr eine verlockend duftende Tasse Kaffee gebracht hatte.

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