Flucht eines Toten - Bielmann, David

David Bielmann 

Flucht eines Toten

Roman. Gewinner des Literaturwettbewerbs der Universität Freiburg 2010

Broschiertes Buch
 
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Flucht eines Toten

"Es war eine weitere unsterbliche Melodie von Albert. Und doch war sie sterblich, denn mit ihm würde auch sie die Welt auf immer verlassen. Es war Alberts Todesmelodie, sein Requiem. Es war gut. Teuflisch gut."
Albert Leblanc führt ein trostloses Leben als Koch in der verrauchten Dorfbeiz von Rechthalten. Ständig wird er vom Wirt erniedrigt und von betrunkenen Gästen verhöhnt, Anerkennung erhält er kaum. Die einzigen Freuden in seinem Alltag sind das Gitarrenspiel, der Absinth und die Serviertochter Mona, die ihm als einzige etwas Sympathie entgegenbringt.
In einsamen Momenten hängt er immer öfter morbiden Gedanken nach. Er beschliesst, in vier Tagen all den Bosheiten ein Ende zu setzen. Albert macht sich an sein schauriges Werk ...
Ob sich heute in Rechthalten noch jemand an Albert Leblanc zu erinnern vermag? Wer seinerzeit regelmässig in die Wirtschaft pilgerte, wird sich womöglich noch ein Bild seiner schmächtigen Gestalt machen können. Es würde allerdings nicht erstaunen, wenn er vollends in Vergessenheit geraten wäre. Dies ist seine so verwegene wie tragische Geschichte.


Produktinformation

  • Verlag: Woa Verlag
  • 2011
  • Ausstattung/Bilder: 2011. 256 S.
  • Seitenzahl: 255
  • Deutsch
  • Abmessung: 211mm x 134mm x 25mm
  • Gewicht: 349g
  • ISBN-13: 9783952365724
  • ISBN-10: 3952365726
  • Best.Nr.: 33462791
Der Roman "Flucht eines Toten" wurde 2010 beim Literaturwettbewerb der Universität Freiburg mit dem 1. Preis ausgezeichnet.

Der Roman «Flucht eines Toten» wurde 2010 beim Literaturwettbewerb der Universität Freiburg mit dem 1. Preis ausgezeichnet. Begründung: «Das Werk von David Bielmann zeichnet sich nicht nur durch eine ereignisreiche Geschichte aus. Leblancs Leben (dessen Name in prononciert deutscher Aussprache bereits Doppeldeutigkeit signalisiert) und die Er-eignisse des Romans überhaupt werden kompositorisch gekonnt erzählt und unter anderem mit Motiven der Musik verknüpft. Doch nicht nur die sorgfältige und durchdachte Gestaltung dieses Romans macht ihn preis-würdig. Er weist auch einen direkten Bezug zum Kanton Freiburg (bzw. zur kleinen Freiburger Gemeinde Rechthalten) auf und themati¬siert nicht zuletzt die Zweisprachigkeit.»
David Bielmann, geboren 1984, lebt in Rechthalten. Studierte Germanistik und Geschichte an der Universität Freiburg (CH). Unterrichtet Deutsch als Fremdsprache an der Berufsfachschule Technik und Kunst in Freiburg.

Kundenbewertungen zu "Flucht eines Toten" von "David Bielmann"

2 Kundenbewertungen (Durchschnitt 5 von 5 Sterne bei 2 Bewertungen ***** ausgezeichnet)
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Bewertung von Manja Teichner aus Krefeld am 19.07.2012 ***** ausgezeichnet
Klappentext:
Albert Leblanc führt ein trostloses Leben als Koch in der verrauchten Dorfbeiz von Rechthalten. Ständig wird er vom Wirt erniedrigt und von betrunkenen Gästen verhöhnt, Anerkennung erhält er kaum. Die einzigen Freuden in seinem Alltag sind das Gitarrenspiel, der Absinth und die Serviertochter Mona, die ihm als einzige etwas Sympathie entgegenbringt.
In einsamen Momenten hängt er immer öfter morbiden Gedanken nach. Er beschließt, in vier Tagen all den Bosheiten ein Ende zu setzen. Albert macht sich an sein schauriges Werk ...
Ob sich heute in Rechthalten noch jemand an Albert Leblanc zu erinnern vermag? Wer seinerzeit regelmäßig in die Wirtschaft pilgerte, wird sich womöglich noch ein Bild seiner schmächtigen Gestalt machen können. Es würde allerdings nicht erstaunen, wenn er vollends in Vergessenheit geraten wäre. Dies ist seine so verwegene wie tragische Geschichte.

Meine Meinung:
Rechthalten, ein kleiner Ort bei Freiburg in der Schweiz, im Jahre 1967.
Albert Leblanc, gerade 20 Jahre alt, hat genug von seinem tristen und trostlosen Leben. Tag für Tag arbeitet er als Koch im Dorfwirtshaus, wo ihm aber keinerlei Respekt entgegengebracht wird. Allein die Kellnerin Mona scheint Albert zu mögen.
Dessen einzige Leidenschaften sind seine Gitarre und der Absinth.
So beschließt Albert nach Ablauf von 75 Stunden seinem öden Leben ein Ende zu setzen. Vorher möchte er aber noch so einige Dinge erledigen.
Doch dann geht Alberts Versuch sich das Leben zu nehmen Schief, er überlebt und muss flüchten.
Er beginnt ein Leben als „lebender Toter“, doch auch das birgt so seine Schwierigkeiten …

„Flucht eines Toten“ ist David Bielmanns Debütroman. Mit ihm hat der Autor 2010 den 1. Preis beim Literaturwettbewerb der Uni Freiburg gewonnen.

In seinem Roman schafft es der Autor ohne mahnend zu wirken dem Leser aufzuzeigen, wie verletzend unbedachte Äußerungen für andere doch sein können. Wenn man es dann bemerkt kann es aber für Reue bereits zu spät sein.

Albert, der Protagonist des Buches, ist ein Außenseiter, keiner gibt sich mit ihm ab. Im Dorf nimmt ihn keiner wirklich ernst, man lästert eher über ihn. Dabei ist Albert eigentlich ein liebenswerter und hilfsbereiter junger Mann der sich nichts mehr wünscht als jemanden an seiner Seite zu haben, der ihm Wärme und Zuneigung gibt. Doch da es diesen jemand nicht gibt und Albert genug von den Äußerungen der anderen hat und er nicht länger nur der Depp sein möchte plant er seinen Tod. Er geht präzise dabei vor und nachdem er noch so einige Dinge erledigt hat verabschiedet er sich ganz still und heimlich von seinem Leben.

Der Schreibstil des Autors ist anspruchsvoll, einfühlsam und eindringlich. Ab und zu bringt er auch etwas Humor mit in die Handlung ein.
Die Stimmung im Buch ist von Beginn an traurig und deprimierend.
Das Buch selber ist unterteilt in zwei Teile, „Tod eines Lebenden“ und „Leben eines Toten“. Im ersten Teil ist die Handlung eher dramatisch und steigt immer weiter an, während im zweiten Teil eher die Melancholie überwiegt.

Geschildert wird die Handlung aus Sicht von Albert. So hat man als Leser direkten Draht zu seinen Gedanken und Gefühlen und leidet automatisch mit ihm mit.

Fazit:
„Flucht eines Toten“ von David Bielmann ist ein Roman, der zum Nachdenken anregt und berührt. Er glänzt mit einem sehr außergewöhnlichen Protagonisten, einer bildhaften eindringlichen Sprache und einer bis zum Schluss fesselnden Handlung.
Absolut empfehlenswert!

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Bewertung von Isabel von Belles Leseinsel aus Mainz am 09.07.2012 ***** ausgezeichnet
Die Melodie seines Lebens

Rechthalten bei Freiburg/Schweiz im Jahr 1967: Der 27-jährige Albert Leblanc führt in dem kleinen Ort ein trostloses Leben. Als Koch in der Dorfkneipe arbeitend, ist er ständig dem Hohn und Spott seines Chefs wie auch der Wirtshausbesucher ausgesetzt, Anerkennung für seine mittlerweile recht guten Kochkünste erhält er nie. Seine Freizeit verbringt er nur mit seiner geliebten Gitarre und dem Absinth. Einzig die Serviertochter Mona ist freundlich zu ihm. Kein Wunder also, dass Albert immer öfter an den Tod denkt und schließlich ist der Tag gekommen, an dem er sich ein Ultimatum setzt: In 4 Tagen wird er seinem Leben ein Ende setzen, doch gestaltet sich dies schwieriger als gedacht.

Dies hört sich alles sehr düster und bedrückend, ja regelrecht depressiv an. Ist es aber ganz und gar nicht. David Bielmann ist mit „Flucht eines Toten“ ein wirklich außergewöhnlicher Roman gelungen. Bildhaft und eindringlich zeigt er einem die triste Welt des Albert Leblanc auf. Dieser ist ein liebenswürdiger, hilfsbereiter, gefühlvoller, verschüchterter und introvertierter junger Mann, der sich eigentlich nur ein wenig Wärme und Zuneigung von den Menschen wünscht, was ihm jedoch stets verwehrt wird. Für die Bewohner von Rechthalten ist Albert mehr oder weniger nur der Dorfdepp, den man verhöhnen und verspotten kann, nicht ernst nimmt und über den man Witze reißt, selbst wenn er anwesend ist.

Wen wundert’s, dass Albert irgendwann beschließt, aus dem Leben zu scheiden. Das Dorf zu verlassen und irgendwo anders einen Neustart zu wagen, dies traut er sich nicht, ist Albert doch noch nie viel weiter als bis Freiburg gekommen. Und somit plant der Koch präzise seinen eigenen Tod, erlebt viele Handlungen noch einmal ganz bewusst, verabschiedet sich ganz still und leise von seinem bisherigen trostlosen Leben.

Auf dieser Reise begleitet man Albert und noch darüber hinaus, denn das Buch heißt nicht umsonst „Flucht eines Toten“. Ohne dabei den mahnenden Zeigefinger zu erheben, führt David Bielmann einem vor Augen, wie sehr man mit unbedachten Äußerungen andere Menschen verletzten kann. Wie es für Reue zu spät sein kann, wenn man am Grab steht und erkennen muss, dass man eigentlich nie ein nettes Wort für denjenigen übrig hatte, ihn eigentlich nie wirklich wahr genommen hat. Aber daneben zeigt der Autor auch, wie kleine, freundliche Gesten einen Menschen aufbauen, ihm Hoffnung geben und ein Grund sein können, sein Leben nicht aufzugeben. Auch die Liebe darf Albert erleben, welche sich anfangs zart und vorsichtig entwickelt, mit der Zeit immer mehr reift und Albert so offenbart, dass es sich durchaus lohnen könnte, zu leben.

Dieses Wechselbad der Gefühle, welches Albert im Verlauf des Buches erleben muss, erzählt David Bielmann in einer wortgewandten, ruhigen, nachdenklichen, eindringlichen Sprache, die perfekt den etwas gediegenen 1960er Jahren angepasst ist. Ganz selten blitzt sogar ein sehr feinsinniger Humor auf. Durch diese wunderschöne Schreibweise löst die Geschichte die unterschiedlichsten Emotionen während des Lesens aus und lässt einen gebannt das tragische Leben von Albert Leblanc verfolgen, dem man eigentlich nur ein wenig Glück wünschen möchte.

Fazit: Ein ungewöhnlicher, gefühlvoller und sprachgewaltiger Roman mit einer außergewöhnlichen Geschichte und einem hervorragend gezeichneten Protagonisten.

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