Eine kulinarische Tour d'Horizon durch ein - und die Werke
seiner größten Dichter
"Beim Erzählen fließen das Talent von Sybil Gräfin Schönfeldt,
große Zusammenhänge anschaulich darzustellen, und ihre Liebe zu
sinnlicher Sprache ineinander. Es geht ihr darum, Geschichte
sinnlich erfahrbar zu machen."
essen & trinken
Am Anfang des Jahrhunderts aß seine Majestät Kaiser Wilhelm II. im
Berliner "Palast Hotel" Marschallsuppe und
Rinderbrust auf Schlossherrinnen-Art, während es bei den
Buddenbrooks in Lübeck als Höhepunkt des Weihnachtsmenüs den
Plettenpudding gab.
Am Ende desselben Jahrhunderts entdeckten
die Westdeutschen die Sächsischen Quarkkeulchen, nachdem zwei
Jahrzehnte vorher für Günter Grass der Butt zum Haupt- und
Herzensfisch wurde.
Wir erfahren von fürstlichen Menüs und vom bürgerlichen Essen, von
Kaiserbällen, Kleinküchen und deprimierenden Kriegswintern, von
Charleston und Champagner, Spargelauflauf und grünen Heringen, vom
Kochgeschirr, dem Symbol für eine ganze Generation, und verordnetem
Sonntagseintopf, von Lebensmittelkarten und Care-Paketen,
Cocktailpartys, Barbie-Puppen und der Brigitte-Diät, vom
Feinschmecker, Fast-Food und von Fernsehköchen.
Und wir lernen Schriftsteller kennen, die diese Zeit in ihren
Romanen beschrieben haben, von Thomas Manns Buddenbrooks bis Erich
Maria Remarques Im Westen nichts Neues, von Martin Walsers Ehen in
Philippsburg bis Uwe Timms Heißer Sommer, von Günter Grass Butt zu
Siegfried Lenz Arnes Nachlass. Und für die Köchinnen und Köche gibt
es entsprechende Rezepte zum Nachkochen.
Sybil Gräfin Schönfeldt erlebte den Krieg als Heranwachsende und die Nachkriegszeit als Studentin der Germanistik und Kunstgeschichte, 1951 Promotion. Sie heiratete 1957 und bekam zwei Söhne. Heute lebt sie als freie Journalistin für Zeitungen, Zeitschriften, Funk und Fernsehen in Hamburg.
Leseprobe zu "'Zu Tisch, zu Tisch!'" von Sybil Gräfin Schönfeldt