Butter, Huhn und Petersilie - Seitz, Erwin

Erwin Seitz 

Butter, Huhn und Petersilie

Anregungen für eine bessere Küche

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Butter, Huhn und Petersilie

Der Grat zwischen Gelingen und Nichtgelingen ist beim Kochen oft sehr schmal. Denn nicht nur die richtige Kombination von Zutaten ist entscheidend, auch deren Eigenheiten, Feinheiten und Geheimnisse muß man kennen, um Geschmack und Aroma voll zur Geltung zu bringen. Kenntnisreich schildert Erwin Seitz Herkunft, Geschichte und Eigenheiten der wichtigsten kulinarischen Zutaten - angefangen vom Öl über die Kartoffel bis hin zum Lamm. Diese kulinarische Geschichte verfeinert er mit reichlich Tips und Hinweisen und rundet sein Werk mit vielerlei leckeren und anregenden Rezeptvorschlägen zum erfolgreichen Nachkochen ab. So kann in der Küche nichts mehr schiefgehen!


Produktinformation

  • Verlag: Insel, Frankfurt
  • 2011
  • Ausstattung/Bilder: 2011. 186 S.
  • Seitenzahl: 186
  • Insel Taschenbücher Nr.4033
  • Best.Nr. des Verlages: 35733
  • Deutsch
  • Abmessung: 187mm x 119mm x 23mm
  • Gewicht: 204g
  • ISBN-13: 9783458357339
  • ISBN-10: 3458357335
  • Best.Nr.: 32454030
"Ähnlich wie bei leckeren Gerichten fällt rechtzeitiges Aufhören schwer. Was zur Folge hat, dass am Ende der Kapitel keine Energie mehr zum (Selber-)Kochen vorhanden ist. Oder schlicht der überraschende Effekt, zu meinen, man habe bereits erquicklich gespeist, nämlich all die feinen und (in der Beschreibung) liebenswert zubereiteten Köstlichkeiten aus dem Hause Seitz und Co. Insofern: Wohl bekomm’s!"
Brigitte Böttner Konradsblatt, Wochenzeitung für das Erzbistum Freiburg

»Es geht nicht um extravagante Kombinatorik, etwa die modische Fusion von asiatischer und europäischer Küche, sondern um die Würdigung der Grundprodukte. Erwin Seitz beschreibt den Eigengeschmack der Lebensmittel, ihren Charakter und die diesem angemessene Garmethode. (...) Die stärksten Seiten dieses kleine, hübschen Buches aber sind der ›Vorratskammer‹ gewidmet: Wie man mit Butter, Zitrone und Olivenöl umgeht, lässt sich praktisch für jedes Essen anwenden und reformiert deshalb die Alltagsküche an der Wurzel.«

Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

Sehr angetan ist Rezensent Ijoma Mangold von diesem Kochbuch, und das liegt vor allem daran, dass es, anders als viele der Neuerscheinungen der letzten Jahre, die Grundlagen der heimischen Küche neu erklärt, statt den Leser mit komplizierten, europäische und asiatische Küche kombinierenden Rezeptvorschlägen zu überfordern. Seitz zeige vielmehr, was alles in der Alltagsküche steckt, wenn man nur auf die Qualität der Produkte achtet und deren Charakter bei der Verarbeitung respektiert. Die "stärksten Seiten" dieses "hübschen" Buchs sind laut Mangold den Zutaten gewidmet, zum Beispiel Butter, Zitrone und Olivenöl. Der Rezensent verortet zwar auch hinter diesem Kochbuch einen gewissen missionarischen, weil weltanschaulich motivierten Eifer, doch findet er Seitz' kulinarische Weltanschauung nicht "verbiestert", sondern "taktvoll" und "großzügig" dargeboten. Auch gefällt Mangold, dass der Autor nicht krampfhaft auf Originalität schielt, sondern dass er sowohl bei der Wahl seiner Themen als auch in seiner Rhetorik eher bodenständig bleibt.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 24.05.2002

Das Bodenständige ist auch das Tüchtige
Nah an den Töpfen wie nur je ein Kochbuch: Erwin Seitz gibt „Anregungen für eine bessere Küche”
Die Zeiten, es waren die Neunziger, da man auf dem lukrativen Kochbuchmarkt sich vor Essenseinladungen in die Häuser berühmter Künstler kaum retten konnte, sind vorbei: Damals war man, unter dem Oberzeremonienamt des Heyne Verlags, „Zu Gast bei ...”: Proust, Manet, Matisse, Rodin, Goethe („Der Dichterfürst als Genießer”), Dali („Der große Surrealist als Gourmet”), Verdi („Leidenschaft für die Musik, Lust am Genießen”). Es waren phantastische Schlemmereien im doppelten Sinn: Ziemlich festlich und luxuriös, aber deshalb auch so aufwändig, dass es meist bei der träumerischen Lektüre blieb.
Das Genre des Kochbuchs aber gehört eindeutig in die Kategorie der engagierten Literatur: Nicht der Elfenbeinturm der Imagination, sondern der leibhaftige Kochtopf ist sein Schauplatz. Kochbücher wollen die Welt nicht nur neu interpretieren, sie wollen sie verändern, sie wollen die kulinarischen Verhältnisse verbessern, sie stehen wie nur je ein Zivilisationsliterat im Dienste der Wünschbarkeiten, und in …

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Erwin Seitz, geboren 1958 in Wolframs-Eschenbach als Sohn einer Gastwirts- und Metzgermeisterfamilie, Besuch einer Klosterschule, Lehre als Metzger und Ausbildung zum Koch im Kempinski, Berlin. Studium der Germanistik, Philosophie und Kunstgeschichte an der FU Berlin und am St. John s College in Oxford. Dissertation über Goethes Autobiographie.§Seitz lebt als freier Journalist in Berlin und schreibt über Feinschmeckerei. Regelmäßige gastrosophische Beiträge in der F. A. Z.§Seitz ist seit 2002 Herausgeber von"Cotta s kulinarischem Almanach.

Leseprobe zu "Butter, Huhn und Petersilie" von Erwin Seitz

"Im Frühling und im Sommer, wenn die Tiere junge Gräser und Kräuter finden, ist ihr Fleisch am allerfeinsten, doch wenn sie im Herbst und Winter statt Kraftfutter vornehmlich duftendes Heu oder Heusilage bekommen, mundet ihr Fleisch ebenfalls. Wenngleich sich das Lamm schon kurze Zeit nach der Geburt nicht nur von der Muttermilch ernährt, sondern auch schon Wiesenpflanzen frißt, wird das junge Lamm als Milchlamm bezeichnet, sofern es nicht älter als drei Monate ist. Anschließend heißt es schlicht Lamm, bis das junge Schaf ein Jahr alt ist. Man sollte sich aber nicht auf das eine oder andere festlegen, sondern jüngeres und älteres Lamm verköstigen; das eine ist etwas zarter, das andere etwas charaktervoller.
Auch sollte der Feinschmecker nicht nur den Rücken begehren, sondern einmal Nacken, Schulter oder Keule braten. Man kaufe eine Keule von etwa zwei Kilogramm, von einem etwa sechs Monate alten Tier, bittet den Metzger, die Knochen auszulösen und zu zerhacken, und verlange d azu auch einige Halsknochen, an denen noch ein wenig Fleisch haftet. Man würze die Keule mit Meersalz und schwarzem Pfeffer, brate sie im Bräter ringsherum kurz an, nehme sie heraus, um die Knochen hineinzulegen, lege die Keule darauf und schiebe den Bräter in den auf 230 Grad Celsius vorgeheizten Ofen. Nach fünfzehn Minuten mische man unter die Knochen grobe Würfel von Zwiebeln und Wurzelgemüse, gieße das Ganze nach weiteren fünfzehn Minuten zwei Zentimeter hoch mit Wasser auf, gebe ein paar Knoblauchzehen, Lorbeerblatt, Petersilie, Thymian und Rosmarin dazu, verringere die Hitze auf 180 Grad Celsius und gieße gegebenenfalls Wasser nach. Wenn nach insgesamt etwa eineinhalb Stunden Garzeit eine lange, spitze Fleischgabel sanft durch das Fleisch gleitet, ist es fertig."

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