Ein liebender Mann - Walser, Martin

Martin Walser 

Ein liebender Mann

Roman

Gebundenes Buch
 
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Ein liebender Mann

Martin Walsers Roman über Goethes letzte Liebe - vielleicht sein größter überhaupt

Der 73-jährige Goethe - Witwer und so berühmt, dass sein Diener Stadelmann heimlich Haare von ihm verkauft - liebt die 19-jährige Ulrike von Levetzow. 1823 in Marienbad werden Blicke getauscht, Worte gewechselt, die beiden küssen einander auf die Goethe’sche Art. Er sagt: Beim Küssen kommt es nicht auf die Münder, die Lippen an, sondern auf die Seelen. «Das war sein Zustand: Ulrike oder nichts.» Aber sein Alter holt ihn ein. Auf einem Kostümball stürzt er, und bei einem Tanztee will sie ein Jüngerer verführen. Der Heiratsantrag, den er Ulrike trotzdem macht, erreicht sie erst, als ihre Mutter mit ihr nach Karlsbad weiterreisen will. Goethe, mal hoffend, mal verzweifelnd, schreibt die «Marienbader Elegie». Zurück in Weimar, lässt ihn die eifersüchtige Schwiegertochter Ottilie nicht mehr aus den Augen. Martin Walsers neuer Roman erzählt die Geschichte einer unmöglichen Liebe: bewegend, aufwühlend und zart. Die Glaubwürdigkeit, die Wucht der Empfindungen und ihres Ausdrucks - das alles zeugt von einer Kraft und (Sprach-)Leidenschaft ohne Beispiel.


Produktinformation

  • Verlag: Rowohlt, Reinbek
  • 2008
  • Ausstattung/Bilder: 2008. 284 S.
  • Seitenzahl: 288
  • Deutsch
  • Abmessung: 210mm x 134mm x 27mm
  • Gewicht: 374g
  • ISBN-13: 9783498073633
  • ISBN-10: 349807363X
  • Best.Nr.: 23333541
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 23.02.2008

Augenkraft, die nichts verbergen kann

Lieben, ohne geliebt zu werden, das dürfte es nicht geben: "Ein liebender Mann", Martin Walsers neuer Roman über die letzte Leidenschaft Johann Wolfgang von Goethes, als Vorabdruck in der F.A.Z.

Der Umstand, dass Männer gern die erste Liebe einer Frau und Frauen die letzte große Liebe eines Mannes sein wollen, hat schon zu vielen Tragödien geführt, im Leben wie in der Literatur. Cervantes, Italo Svevo und Nabokov haben uns Lieben mit Altersgefälle vorgeführt, gerade hat Philip Roth in "Exit Ghost" eindringlich gezeigt, wie eine junge Frau mit dem Anbranden verzweifelter Hoffnung umzugehen versteht, und auch Martin Walser hat die berauschende Wirkung unbekümmert junger Weiblichkeit auf ältere Herren schon einige Male untersucht. Dass sich erfolgreiche Männer mit jungen Frauen belohnen, ist allenthalben zu beobachten: ein ewiges Phänomen der Natur, ein großes Thema der Gegenwart.

Goethe war dank lebhafter Praxis mit Marianne von Willemer, Sylvie von Ziegesar, Bettina Brentano und nicht zuletzt seiner Frau Christiane Experte, was den Umgang mit junger Muse angeht, und begegnete dem Problem im "Mann …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 29.02.2008

Die Leiden des alten Werthers
Er handelt Tag und Nacht mit der Aussichtslosigkeit: Martin Walsers neuer Roman über Goethes letzte Liebe
Martin Walsers Erzähler-Sympathie hat immer den Verlierern gehört, den Abhängigen und Scheiternden. Kein Wunder, dass er – als er sich nun doch nicht mehr um Goethe herumdrücken mochte, dem er einst fast so distanziert gegenüber stand wie dem anderen Olympier Thomas Mann – Goethes gewaltige, peinlich-groteske letzte Liebesgeschichte und größte Liebes-Niederlage zum Thema machte. Also das Lodern des 73-Jährigen für die 19-jährige Ulrike von Levetzow. Diese Passion führte natürlich zur Katastrophe. Auch zum finstersten Fazit, das der Alte je dichtete: „Der ich noch erst den Göttern Liebling war; / . . . Sie drängten mich zum gabeseligen Munde / Sie trennen mich und richten mich zu Grunde”.
Was bei Martin Walser sogleich entzückt, ist die Anmut seiner Schilderung. Man lässt sich bezaubert ein auf Liebes-Passion, Dichter-Gescheitheit, lebendigstes Zeitkolorit. Da übertrifft Walser, sprachmächtig, nicht nur sich selbst, sondern auch so manche berühmte Goethe-Schilderung der deutschen Literatur. Verglichen …

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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Mit diesem Buch erweist sich Martin Walser zunächst einmal als Oscar Wilde unserer Tage. In diesem Buch, in dem es um Goethe geht, den man aber auch einfach als sprachverliebten alten Mann nehmen darf, der sich in ein junges Ding verliebt, in diesem Buch macht Walser Goethe und Goethe Walser zum Meister in der "undeutschen", wie Johanna Adorjan betont, "Kunst der Konversation". Und sonst: die Liebe. Über das Innere des alten Mannes, der Goethe heißt, erfährt man viel. Sehr bedauert es Goethe, dem sonst alles gelang, zum Beispiel, dass er dem männlichen Geschlechtsteil in der deutschen Sprache kein unverdächtiges Wort zu geben versteht. Hundert Seiten lang findet die Rezensentin Johanna Adorjan diese Liebesgeschichte einfach nur "herrlich". Ja: "Screwball-Comedy". Ganz genau gesagt: bis Seite einhundertelf. Dann aber: Skandal, Abschied, lange Briefe. Die jedoch stammen leider sehr eindeutig von Walser, der nun weder nach Oscar Wilde noch nach Goethe klinge. Vielmehr seien sie voller unbegreiflicher "Larmoyanz", klagt Adorjan. Sehr schade sei dieser jähe Absturz eines Buches, das mehr als viel versprechend beginnt.

© Perlentaucher Medien GmbH

"Ein flammender Text." (Süddeutsche Zeitung)"Diskret und zart, erfüllt von Liebe, in einem umfassenden Verständnis Martin Walsers schönster Roman." (Frankfurter Rundschau)"Selten ist die Liebe in ihrer ganzen Leidenschaftlichkeit und Lächerlichkeit so zerreißend dargestellt worden. Für Goethe genügen nur die größten Gefühle. Walser liefert sie ihm." (Deutschlandradio Kultur)"Sein schönstes und weisestes Buch." (Berliner Morgenpost)"Ein Herzensbuch." (NZZ)
Martin Walser, geb. 1927 in Wasserburg/Bodensee, lebt heute in Nußdorf/Bodensee. 1957 erhielt er den Hermann-Hesse-Preis, 1962 den Gerhart-Hauptmann-Preis und 1965 den Schiller-Gedächtnis-Förderpreis. 1981 wurde Martin Walser mit dem Georg-Büchner-Preis, 1996 mit dem Friedrich-Hölderlin-Preis der Stadt Bad Homburg und 1998, dem Friedenspreis des deutschen Buchhandels und dem Corine - Internationaler Buchpreis; Ehrenpreis des Bayerischen Ministerpräsidenten 2008 ausgezeichnet.

Kundenbewertungen zu "Ein liebender Mann" von "Martin Walser"

2 Kundenbewertungen (Durchschnitt 5 von 5 Sterne bei 2 Bewertungen ***** ausgezeichnet)
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Bewertung von rock n eipos aus Bad Berka am 09.09.2010 ***** ausgezeichnet
Martin Walser - der Gott der Göttlichen für die Einen, eine unbekannte Persönlichkeit für die Anderen. Ob man ihn kennt oder nicht ist egal. Man sollte nur wissen, dass er in seinem Roman "Ein liebender Mann" die Geschichte von keinem Anderen als Goethe höchstpersönlich erzählt! Richtig. Goethe. Der berühmte und mittlerweile schon über 70 seiende Schriftstelle verliebt sich in eine 19-jährige. Unmöglich? Er weiß. Leidenschaftlich, aufregend und zart erzählt aber auf jeden Fall.
"Ein liebender Mann" gilt als Martin Walser populärster Roman. Warum, sollte jeder selbst für sich herausfinden. Ich persönlich erachte den Roman als definitiv lesenswert. Wer sich in seiner Frezeit nicht überwinden kann, sich Goethes Leben zu widmen, erfährt im Buch wenigstens einen aufregenden Teil seines Lebens. An den Erzählstil muss man sich erst gewöhnen. Hypotaxen scheinen seine liebsten sprachlichen Mittel zu sein. Entweder man mag es, oder man mag es nicht. Ich für meinen Teil mag es.

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Broschiertes Buch

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Bewertung von Herbert aus Heidelberg am 05.03.2008 ***** ausgezeichnet
Martin Walser erzählt in seinem neuesten Werk von der ungewöhlichen Liebesgeschichte zwischen dem 73-jährigen Goethe Witwer und der 19-jährigen Ulrike von Levetzow. Deswegen bin ich zunächst skeptisch an das Buch herangegangen, wurde aber sehr positiv überrascht. Walser schreibt feinfühlig und zugleich ironisch, eine Mischung, die einen zum Nachdenken und Schmunzeln bringt.
Besonders für Goethe-Kenner ein Muss!

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