Governance in einer sich wandelnden Welt - Schuppert, Gunnar Folke / Zürn, Michael (Hrsg.)

Gunnar Folke Schuppert / Michael Zürn (Hrsg.) 

Governance in einer sich wandelnden Welt

Zeitschrift der Deutschen Vereinigung für Politische Wissenschaft

Mitarbeit: Kreile, Michael; Münkler, Herfried; Schmidt, Manfred G., Hrsg. v. Gunnar F. Schuppert u. Michael Zürn
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Produktbeschreibung zu Governance in einer sich wandelnden Welt

Der Begriff Governance ist ein Erfolgsbegriff und zwar nicht nur in der Politikwissenschaft, sondern auch in anderen Disziplinen, selbst in der eher begriffskonservativen Rechtswissenschaft. Der Preis dieses Erfolges ist die Uneindeutigkeit des Governancebegriffs, was die Governance-Forschung dazu zwingt, sich über die Begriffsverwendung von Governance zu verständigen und die Verwendungskontexte des Governancebegriffs analytisch sorgfältig auszudifferenzieren. Zu beidem will dieses PVS-Sonderheft einen weiterführenden Beitrag leisten. In den Beiträgen der Herausgeber und im ersten Teil des Bandes geht es um erste Konturen einer Theorie von Governance und die Präzisierung des Governancebegriffs. Der Abgrenzung und Schärfung des Governancebegriffs dienen ferner die Beiträge, die sich mit dem Verhältnis zum historisch so dominanten Organisationsprinzip der Hierarchie auseinandersetzen. Mit dem Teil ?Governance und Recht? wird gezielt ein multidisziplinärer Dialog über das Governance-Konzept eröffnet, und zwar in der Hoffnung, daraus gerade für ein Verständnis von Governance als Koordination von Akteurshandeln in Regelungsstrukturen zu lernen. Die den Governanceebenen gewidmeten Teile ? von ?National? zu ?Transnational? Governance ? beschäftigen sich mit unterschiedlichen Governance-Kontexten und unterschiedlichen Governance-Modi wie etwa Netzwerken und Public Private Partnerships. Sinn des Bandes ist also weniger eine Bestandsaufnahme der Governance-Forschung, sondern eine Verortung von Governancestrukturen und Governanceprozessen vor dem Hintergrund sich wandelnder Staatlichkeit.

Produktinformation


  • Politische Vierteljahresschrift (PVS)
  • Sonderh.41
  • Verlag: Vs Verlag
  • 2008
  • Ausstattung/Bilder: 2008. 600 S. m. Abb. u. Tab.
  • Seitenzahl: 600
  • Politische Vierteljahresschrift
  • Best.Nr. des Verlages: 85035771
  • Deutsch
  • Abmessung: 236mm x 157mm x 35mm
  • Gewicht: 905g
  • ISBN-13: 9783531159225
  • ISBN-10: 3531159224
  • Best.Nr.: 23420980
"Der Band ist aus zwei Gründen sehr begrüßenswert: Erstens kann sich die disziplinäre Öffnung vom rein politikwissenschaftlichen Diskurs hin zur Rechtswissenschaft als sehr fruchtbar erweisen, da durchaus vergleichbare Phänomene unter erweiterten Perspektiven deutlich tiefgreifender analysiert werden können. Zweitens befinden sich Regelungsstrukturen vor dem Hintergrund sich wandelnder Staatlichkeit ebenfalls in konstantem Wandel; um darauf angemessen reagieren zu können, muss sich auch die Governance-Forschung diesen Wandlungsprozessen gegenüber öffnen." -- www.zpol.de (Zeitschrift für Politikwissenschaft), 02.09.2008

"Der Band ist aus zwei Gründen sehr begrüßenswert: Erstens kann sich die disziplinäre Öffnung vom rein politikwissenschaftlichen Diskurs hin zur Rechtswissenschaft als sehr fruchtbar erweisen, da durchaus vergleichbare Phänomene unter erweiterten Perspektiven deutlich tiefgreifender analysiert werden können. Zweitens befinden sich Regelungsstrukturen vor dem Hintergrund sich wandelnder Staatlichkeit ebenfalls in konstantem Wandel; um darauf angemessen reagieren zu können, muss sich auch die Governance-Forschung diesen Wandlungsprozessen gegenüber öffnen." www.zpol.de (Zeitschrift für Politikwissenschaft), 02.09.2008

"Der Band ist aus zwei Gründen sehr begrüßenswert: Erstens kann sich die disziplinäre Öffnung vom rein politikwissenschaftlichen Diskurs hin zur Rechtswissenschaft als sehr fruchtbar erweisen, da durchaus vergleichbare Phänomene unter erweiterten Perspektiven deutlich tiefgreifender analysiert werden können. Zweitens befinden sich Regelungsstrukturen vor dem Hintergrund sich wandelnder Staatlichkeit ebenfalls in konstantem Wandel; um darauf angemessen reagieren zu können, muss sich auch die Governance-Forschung diesen Wandlungsprozessen gegenüber öffnen." www.zpol.de (Zeitschrift für Politikwissenschaft), 02.09.2008
Herfried Münkler, geb. 1951 in Friedberg, ist Professor für Politikwissenschaft an der Humbold-Universität zu Berlin und Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Er ist mit zahlreichen Studien zur politischen Ideengeschichte und zur Theorie des Krieges hervorgetreten. Nicht wenige davon sind mittlerweile Standardwerke.

Leseprobe zu "Governance in einer sich wandelnden Welt"

Gleichstellungspolitik und feministische Politikwissenschaft – eine „unsichtbare Avantgarde" der Governance-Forschung? (S. 330-331)

Silke Bothfeld* / Mara Kuhl Einleitung

Die Gleichstellung von Frauen und Männern ist in Deutschland noch nicht überall Realität, trotz zahlreicher gleichstellungspolitischer Aktivitäten. Wie ist die fortbestehende Diskrepanz zwischen der Gleichstellung de jure und de facto zu erklären? Wir begreifen dieses Phänomen als Ergebnis von Steuerungsdefiziten, die durch die Besonderheiten des Politikfeldes und damit durch die begrenzte Steuerbarkeit der Gleichstellung selbst bedingt sind. Zudem sind die gewählten Instrumente zur Erreichung des Politikziels nicht ausreichend geeignet.

Unsere These ist, dass die Gleichstellungspolitik mit den für sie immer schon typischen Strukturen, Modi und Prozessen Steuerungsformen aufweist, die derzeit der Untersuchungsgegenstand der Governance-Forschung sind, so dass die Gleichstellungspolitik als „unsichtbare Avantgarde" der Entwicklungen hin zu Governance betrachtet werden kann. Zudem hat die politikwissenschaftliche Geschlechterforschung bereits umfassend die Ansätze, Potenziale und Grenzen dieser governance-ähnlichen Steuerungsformen untersucht, so dass sich – dies unsere zweite These – wissenschaftliche Synergien aus der Zusammenführung der Erkenntnisse politikwissenschaftlicher Geschlechterforschung und der Governance-Forschung ergeben.

Erstere hat die Trennung zwischen Öffentlichkeit und Privatheit als ein konstitutives Element der Geschlechterverhältnisse identifiziert, auf die schwachen Machtressourcen der Netzwerke gleichstellungspolitischer Akteure hingewiesen und außerdem die Diversität, Komplexität und Dynamik des Gleichstellungsproblems, die staatliche Akteure tendenziell normativ und kognitiv überfordern, genau beschrieben. Diese Merkmale der Gleichstellungspolitik werden von der Governance-Forschung als wahrgenommene Veränderungen der sozialen und politischen Realität thematisiert (Benz 2004, Kooiman 2005).

Dabei wird nicht nur die Unterscheidung zwischen instrumenteller und institutioneller Ebene getroffen, sondern auch eine Meta-Ebene staatlichen Handelns identifiziert, und damit die Frage nach dem demokratischen Überbau politischer Steuerung aufgeworfen (vgl. dazu stellvertretend Abels/Sifft 1999, Benz 2004, Kreisky 1997, Sauer 2001). Wir meinen, dass die paradigmatische Hinwendung zum Governance- Konzept ein Gelegenheitsfenster par excellence bietet, den politikwissenschaftlichen Erkenntniskanon um die Ergebnisse der politikwissenschaftlichen Geschlechterforschung zu erweitern, und dass in der Zusammenführung beider Ansätze auch ein Mehrwert für die Analyse anderer Politikfelder liegt.

Unter Governance-Forschung verstehen wir eine analytische Perspektive zum verbesserten Verständnis der Politikprozesse, die die Interaktion zwischen sozialen Akteuren unterschiedlicher Provenienz (Politik, Wirtschaft, Gesellschaft) vorstrukturieren. In dieser Sichtweise wird Institutionen als Rahmenbedingungen für das Akteurshandeln zwar eine hohe Bedeutung zugemessen, gleichzeitig aber werden zur gesetzlichen Regulierung alternative Steuerungsinstrumente als wirkungsmächtig angenommen und Kooperation und Kommunikation zwischen staatlichen sowie nicht-staatlichen Akteuren als politikrelevante Mechanismen konzipiert.

Governance als heuristisches Konzept entspricht in unserem Verständnis also dem weiten politikwissenschaftlichen Governance- Begriff, der die ganze Bandbreite staatlicher und nicht-staatlicher Regelungsformen und ihrer Kombinierbarkeit umfasst (vgl. Mayntz 2004: 67 sowie in diesem Band) und sich gleichzeitig auf die Dimensionen der Regelungsstrukturen, der Regelungsmodi und der Prozesse politischen Handelns bezieht (vgl. Schuppert in der Einleitung zu diesem Band). Wir meinen, dass anhand dieser drei Dimensionen Gleichstellungspolitik hervorragend analysierbar ist und sich ihre Stärken und Schwächen identifizieren und erklären lassen.

Leseprobe zu "Governance in einer sich wandelnden Welt"

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Inhaltsangabe

- Governance als Konzept und Theorie

- Recht und Governance

- Governance im Rahmen des Nationalstaates

- Governance jenseits des Nationalstaates

- Ausblick: Governance in einer sich wandelnden Welt - eine Zwischenbilanz

Mit Beiträgen von Marianne Beisheim

- Tanja Börzel

- Silke Bothfeld

- Tanja Brühl

- Christopher Daase

- Irene Dingeldey

- Nico Dose

- Stefan Engert

- Catherine Götze

- Michael Haus

- Christian Hey

- Markus Jachtenfuchs

- Klaus Jacob

- Christian Joerges

- Patrick Kenis

- Maria Kuhl

- Doris Kühlers

- Andrea Liese

- Renate Mayntz

- Christoph Möllers

- Jürgen Neyer

- Claus Offe

- Maria Oppen

- Arne Pilniok

- Birger P. Priddatt

- Jörg Raab

- Thomas Risse

- Detlef Sack

- Gunnar Folke Schuppert

- Wolfgang Seibel

- Paul W. Thurner

- Annette Elisabeth Töller

- Hans-Heinrich Trute

- Cornelia Ulbert

- Axel Volkery

- Michael Zürn

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