Glennkill / Schaf-Thriller Bd.1 - Swann, Leonie

Leonie Swann 

Glennkill / Schaf-Thriller Bd.1

Ein Schafskrimi

Gebundenes Buch
 
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Produktbeschreibung zu Glennkill / Schaf-Thriller Bd.1

Schafe, und wie sie die Welt sehen: »Glennkill« ist warmherzig und witzig, spannend und ironisch, tiefsinnig und voller Überraschungen!

Eines Morgens liegt der Schäfer George Glenn leblos im irischen Gras, ein Spaten ragt aus seiner Brust. Die Schafevon George sind entsetzt: Wer kann den alten Schäfer umgebracht haben? Und warum? Miss Maple, das klügste Schaf der Herde, beginnt sich für den Fall zu interessieren. Glücklicherweise hat George den Schafen vorgelesen, und so trifft sie das kriminalistische Problem nicht ganz unvorbereitet. Trotz vieler Missverständnisse kommen sie der Menschenwelt mit ihrer Schafslogik nach und nach auf die Schliche und verfolgen unerbittlich die Spur des Täters. Zwischen Weide und Dorfkirche, Steilklippen und Schäferwagen warten ungeahnte Abenteuer auf Miss Maple und ihre Herde, bis es ihnen tatsächlich gelingt, Licht ins Dunkel zu bringen und den rätselhaften Tod ihres Schäfers aufzuklären ...

Das Aufsehen erregende Debüt einer jungen deutschen Au

Produktinformation


  • Verlag: GOLDMANN
  • 2005
  • Ausstattung/Bilder: 2005. 375 S. m. Illustr.
  • Seitenzahl: 375
  • Miss Maple & Co. Bd.1
  • Deutsch
  • Abmessung: 221mm x 146mm x 37mm
  • Gewicht: 617g
  • ISBN-13: 9783442301294
  • ISBN-10: 3442301297
  • Best.Nr.: 14125265
kulturnews - RezensionBesprechung
Bereitgestellt von kulturnews.de
(c) bunkverlag
Der Schäfer George Glenn wird tot auf seiner Weide aufgefunden, aus seiner Brust ragt ein Spaten. Das ist unschön und sieht nach Fremdeinwirkung aus. Und: Es verlangt Nachforschungen. Also beginnt Miss Maple, der Sache auf den Grund zu gehen. Nein, kein Schreibfehler - nicht die Miss Marple, Agatha Christies kultivierte Lady, interessiert sich für den Fall, sondern das klügste Schaf aus George Glenns Herde. Schaf? Herde? Ja, genau: Leonie Swann lässt in "Glennkill" eine Schafsdame ermitteln. Gelesen wird diese äußerst amüsante Geschichte von Andrea Sawatzki. Der Schauspielerin, bekannt als Tatort-Kommissarin, gelingt es, den dubiosen Todesfall spannend zu erzählen und gleichzeitig die unterschiedlichen Stimmungen in der Herde sprachlich einzufangen. Der Schafskrimi "Glennkill" ist kurzweilig und überraschend. Kurz: eine Entdeckung! (rs)

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 05.02.2006

Spürsinn für Erfolg

Schafe haben Leonie Swann schlagartig erfolgreich gemacht. Ihr Krimi "Glennkill" gehorcht dennoch nicht dem Herdentrieb.

VON ANNA V. MÜNCHHAUSEN

Ausgerechnet Schafe? Tiere mit einem jahrhundertealten Imageproblem? Verachtet als einfältig, ängstlich, verfressen, auf das Herdenleben fixiert - was ihren Weidetrott dennoch nie zu stören schien. Seit einem halben Jahr ist damit endlich Schluß. Irgendwann muß die Vollversammlung wolleproduzierender Paarhufer beschlossen haben, eine gewisse Leonie Swann mit einer multimedialen Rehabilitation zu beauftragen. Eine ziemlich schlaue Idee, denn plötzlich stehen Schafe hervorragend da - in dieser Woche etwa auf Platz vier der Spiegel-Bestsellerliste.

Wie die Sache mit dem Schafskrimi "Glennkill" losging, hat Leonie Swann allerdings ein wenig anders in Erinnerung. Das Ganze liege nun auch schon fünf, sechs Jahre zurück, so genau kann sich die dreißigjährige Autorin nicht erinnern, "mit Zahlen bin ich nicht so gut". Auf einer Irlandreise war es, mit einer Freundin fuhr sie damals im Auto kreuz und quer über jene grüne Insel, die Literaten ja schon immer reizte. Da …

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Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

Verena Mayer fragt sich, wie wohl so ein Krimi um ein irisches Schaf "Miss Maple", das den Mord an seinem Hirten aufklären will, zustande kommt und imaginiert ein fiktives Gespräch zwischen einer Literaturagentin und einer angehenden jungen Autorin, das Aufschluss geben könnte. Denn niedliche Schafe, treuherzige Beobachtungen der Tiere in der Menschenwelt und skurrile Einfälle können ihrer Meinung nach nur aus Kalkül auf einen gewinnträchtigen Bestseller zu diesem Buch zusammengekommen sein. Alles was eine breite Leserschaft anlocken könnte, scheint versammelt zu sein, und die Rezensentin kann dieser Mischung aus Versatzstücken von Erfolg versprechenden Zutaten offenbar rein gar nichts abgewinnen.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 20.02.2006

Wie geschnitten Brot
Leonie Swanns Schafskrimi „Glennkill”: Zur Entstehungsgeschichte eines Bestsellers
Wie wohl Bücher wie „Glennkill - Ein Schafskrimi” entstehen? Vielleicht war es ja so: Berlin, eine Literatur-Agentur. Hohe Räume, Designermöbel, auf einem Glastisch steht eine Schale mit Gebäck. Die Literaturagentin, eine energische Dame in ihren Fünfzigern, bittet eine junge Frau herein. Die Agentin: „Hallo, ich habe dir gestern auf der Ausstellungseröffnung ‚Die Paris-Bar im Wandel der Zeit‘ meine Karte zugesteckt, weil du ein hübsches Persönchen bist und so lustig über deine Sprachferien in Irland erzählt hast. Bevor ich weiterrede, musst du erst mal diesen Vertrag unterschreiben. Darin steht, dass ich von jedem Wort, das du von dir gibst, 15 Prozent bekomme, bei Drehbüchern 12 Prozent, Lizenzen im englischsprachigen Ausland neuneinhalb, Erwähnungen in Kochbüchern sieben und bei Leserbriefen sechsfünfachtel. Hier, auf der gestrichelten Linie. Gut. Dann kann ich mich kurz fassen: Ich möchte, dass du ein Buch schreibst, das ein Bestseller wird und das ich an einen Großverlag und dann in elf Länder verkaufen kann. Hast du eine Idee?”

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"Die Mörderjagd nach Schafslogik ist ein Lesevergnügen für entspannte Urlaubstage. Warmherzig und witzig schildert Swann, wie wollige Grasmümmler ihre Welt und all die Merkwürdigkeiten komplizierter Menschenwesen sehen. Ein ungewöhnliches und nett zu lesendes Buch, dass sicher seine Fangemeinde finden wird."

"Der Debütroman der 30-jährigen strotzt nur so von Wortwitz, ist warmherzig und spannend - ein tierisches Vergnügen!"
Leonie Swann wurde 1975 in der Nähe von München geboren. Sie studierte Philosophie, Psychologie und Englische Literaturwissenschaft in München und Berlin. Die Idee zu ihrem Buch entstand während eines Aufenthaltes in Paris, als sie plötzlich eine große Sehnsucht nach dem Landleben überkam - und nach Schafen, mit denen sie auf einer Irlandreise Bekanntschaft geschlossen hatte. Inzwischen hat ihr Roman auch internationale Verlage begeistert; die Übersetzungsrechte wurden bisher nach England, Frankreich, Italien, in die USA und die Niederlande verkauft.

Leseprobe zu "Glennkill / Schaf-Thriller Bd.1" von Leonie Swann

Gestern war er noch gesund", sagte Maude. Ihre Ohren zuckten nervös.

"Das sagt gar nichts", entgegnete Sir Ritchfield, der älteste Widder der Herde, "er ist ja nicht an einer Krankheit gestorben. Spaten sind keine Krankheit."

Der Schäfer lag neben dem Heuschuppen unweit des Feldweges im grünen irischen Gras und rührte sich nicht. Eine einzelne Krähe hatte sich auf seinem wollenen Norwegerpullover niedergelassen und äugte mit professionellem Interesse in sein Innenleben. Neben ihm saß ein sehr zufriedenes Kaninchen.

Etwas entfernter, nahe der Steilküste, tagte die Konferenz der Schafe.

Sie hatten Ruhe bewahrt, als sie ihren Schäfer an diesem Morgen so ungewohnt kalt und leblos vorgefunden hatten, und sie waren sehr stolz darauf. Natürlich hatte es im ersten Schrecken ein paar unüberlegte Rufe gegeben: "Wer bringt uns jetzt Heu?" etwa, oder "Ein Wolf! Ein Wolf!"

Aber Miss Maple hatte schnell dafür gesorgt, dass keine Panik ausbrach. Sie erklärte, dass mitten im Sommer auf der grünsten und fettesten Weide Irlands sowieso nur Dummköpfe Heu fressen würden und dass selbst die raffiniertesten Wölfe ihren Opfern keinen Spaten durch den Leib jagten. Und ein solches Gerät ragte ganz zweifellos aus den morgenfeuchten Innereien des Schäfers.

Miss Maple war das klügste Schaf von ganz Glennkill. Manche behaupteten sogar, sie sei das klügste Schaf der Welt. Doch niemand konnte das nachweisen. Es gab zwar einen jährlichen Smartest-Sheep-of-Glennkill-Contest, doch Maples außerordentliche Intelligenz erwies sich gerade darin, dass sie an solchen Wettbewerben nicht teilnahm.

Der Gewinner verbrachte nach seiner Krönung mit einem Kranz aus Klee (den er anschließend fressen durfte) mehrere Tage auf einer Tournee durch die Pubs der angrenzenden Orte. Dort musste er immer wieder das Kunststück aufführen, das ihm irrtümlich seinen Titel eingebracht hatte, blinzelte in den Tabaksqualm, bis ihm die Augen tränten, und wurde von den Menschen so lange mit Guinness abgefüllt, bis er nicht mehr richtig stehen konnte. Außerdem machte ihn von da an sein Schäfer für jeden Schabernack verantwortlich, der auf der Weide geschah: Der Schlauste war immer der Hauptverdächtige.

George Glenn würde nie wieder ein Schaf für etwas verantwortlich machen. Er lag aufgepfählt nahe des Feldwegs, und seine Schafe beratschlagten, was nun zu tun sei. Sie standen zwischen dem wasserblauen Himmel und dem himmelblauen Meer an der Steilküste, wo man das Blut nicht riechen konnte, und fühlten sich verantwortlich.

"Er war kein besonders guter Schäfer", sagte Heide, die noch fast ein Lamm war und die nicht vergessen konnte, dass George nach dem Winter ihren stattlichen Lämmerschwanz kupiert hatte.

"Genau!" Das war Cloud, das wolligste und prächtigste Schaf, das man sich vorstellen konnte.

"Er hat unsere Arbeit nicht geschätzt. Die norwegischen Schafe machen es besser! Die norwegischen Schafe haben mehr Wolle! Er hat sich Pullover von fremden Schafen aus Norwegen schicken lassen - eine Schande, welcher andere Schäfer hätte seine Herde so gekränkt!"

Es entspann sich eine längere Diskussion zwischen Heide, Cloud und Mopple the Whale. Mopple the Whale bestand darauf, dass die Güte eines Schäfers sich schließlich an Futtermenge und -qualität erweisen würde und dass es hier nichts, aber auch gar nichts gegen George Glenn zu sagen gäbe. Schließlich einigte man sich darauf, dass der ein guter Schäfer sei, der niemals den Lämmern die Schwänze kupiert, keinen Schäferhund einstellt, Futter in Hülle und Fülle verabreicht, vor allem Brot und Zucker, aber auch gesunde Sachen wie Kräuter, Kraftfutter und Rüben (ja, sie waren alle sehr vernünftig) und sich ganz und gar in die Produkte seiner eigenen Herde kleidet, etwa mit einem Ganzkörperfell aus gesponnener Schafswolle.

Das würde dann sehr schön aussehen, beinahe so, als sei er auch ein Schaf. Natürlich war allen klar, dass ein solch vollkommenes Wesen auf der ganzen Welt nicht zu finden war. Aber ein schöner Gedanke war es trotzdem. Man seufzte ein bisschen und wollte dann wieder auseinander gehen, hochzufrieden damit, alle offenen Fragen geklärt zu haben.

Doch bisher hatte sich Miss Maple noch nicht an der Diskussion beteiligt. Jetzt sagte sie: "Wollt ihr denn gar nicht wissen, woran er gestorben ist?"

Sir Ritchfield sah sie erstaunt an.

"Er ist an dem Spaten gestorben. Du hättest das auch nicht überlebt, so ein schweres Eisending mitten durch den Leib. Kein Wunder, dass er tot ist." Ritchfield schauderte ein bisschen.

"Und woher der Spaten?"

"Jemand hat ihn hineingesteckt."

Für Sir Ritchfield war die Sache damit erledigt, aber Othello, das einzige schwarze Schaf der Herde, begann auf einmal, sich für das Problem zu interessieren.

"Nur ein Mensch kommt in Frage - oder ein sehr großer Affe."

Othello hatte eine bewegte Jugend im Zoo von Dublin verbracht und versäumte es nie, bei Gelegenheit darauf anzuspielen.

"Ein Mensch."

Maple nickte zufrieden. Die Zahl der Verdächtigen ging rapide zurück.

"Ich denke, wir sollten herausfinden, was das für ein Mensch war. Das sind wir dem alten George schuldig. Wenn ein wilder Hund eines unserer Lämmer gerissen hatte, versuchte er auch immer, den Schuldigen zu finden. Außerdem gehörte er uns. Er war unser Schäfer. Keiner hatte das Recht, einen Spaten in ihn zu stecken. Das ist Wolferei, das ist Mord!"

Jetzt waren die Schafe doch erschrocken. Auch der Wind hatte gedreht, und der frische Blutgeruch zog in feinen, aber deutlich wahrnehmbaren Witterungsfäden Richtung Meer.

"Und wenn wir den Spatenstecker gefunden haben?", fragte Heide nervös. "Was dann?"

"Gerechtigkeit!", blökte Othello.

"Gerechtigkeit!",blökten die anderen Schafe. Damit war es beschlossene Sache, dass die Schafe von George Glenn den gemeinen Mord an ihrem einzigen Schäfer aufklären würden.

Zuerst ging Miss Maple die Leiche besichtigen. Gerne tat sie es nicht. In der irischen Sommersonne hatte George schon begonnen, einen Verwesungsgeruch auszuströmen, der ausreichte, um jedem Schaf einen Schauer über den Rücken zu jagen.

Anfangs umkreiste sie den Schäfer in respektvollem Abstand.

Die Krähe krächzte missbilligend und flatterte auf schwarzen Flügeln davon. Maple wagte sich näher heran, betrachtete den Spaten, schnupperte an Kleidern und Gesicht.

Schließlich - die in sicherer Entfernung zusammengeballte Herde hielt den Atem an - steckte sie sogar ihre Schnauze in die Wunde und wühlte darin herum. Zumindest sah es von weitem danach aus. Mit blutiger Nase kehrte sie zu den anderen zurück.

"Und?", fragte Mopple, der die Spannung nicht mehr aushielt. Mopple hielt Spannung nie besonders lange aus.

"Er ist tot",antwortete Miss Maple. Mehr schien sie im Augenblick nicht sagen zu wollen. Dann blickte sie in Richtung Feldweg.

"Wir müssen bereit sein. Früher oder später werden Menschen hierher kommen. Wir müssen beobachten, was sie tun, aufpassen, was sie erzählen. Und wir sollten nicht so verdächtig herumstehen, alle auf einem Haufen. Wir sollten uns natürlich benehmen."

"Aber wir benehmen uns doch natürlich", wandte Maude ein.

"George ist tot und ermordet. Sollen wir etwa in seiner Nähe weiden, dort, wo das Gras noch mit Blut bespritzt ist?"

"Ja. Genau das sollten wir tun."

Othello trat schwarz und entschlossen zwischen ihnen hervor. Er verengte die Nüstern, als er die entsetzten Gesichter der anderen sah.

"Keine Angst, ich werde es tun. Ich habe meine Jugend neben dem Raubtiergehege verbracht, ein bisschen mehr Blut wird mich nicht umbringen."

In diesem Augenblick dachte Heide, dass Othello ein ganz besonders verwegener Widder sei, und beschloss, zukünftig häufiger in seiner Nähe zu grasen - selbstverständlich erst, wenn George verschwunden war und ein frischer Sommerregen die Wiese reingewaschen hatte. Miss Maple verteilte die Wachen. Sir Ritchfield, der trotz seines Alters noch gute Augen hatte, postierte sie auf dem Hügel. Von dort konnte man über die Hecken hinweg bis zur Asphaltstraße sehen. Mopple the Whale hatte schlechte Augen, aber ein gutes Gedächtnis. Er stand neben Ritchfield und sollte sich alles merken, was dieser beobachtete. Heide und Cloud überwachten den Fußpfad, der quer über ihre Wiese führte: Heide bezog Posten am Tor Richtung Dorf, Cloud dort, wo der Weg in einer Senke verschwand. Zora, ein schwarzköpfiges Schaf ohne Höhenangst, stellte sich auf einen schmalen Felsvorsprung an den Steilklippen und beobachtete von dort aus den Strand. Zora behauptete, dass es unter ihren Vorfahren ein wildes Bergschaf gegeben hatte, und wenn man sah, wie sorglos sie sich über dem Abgrund bewegte, konnte man es beinahe glauben.

Othello verschwand im Schatten des Dolmengrabes unweit der Stelle, wo der Spaten George auf den Boden pinnte. Von dort konnte er bei Bedarf jederzeit unauffällig hervorweiden. Miss Maple nahm nicht an der Beobachtung teil. Sie blieb am Wassertrog stehen und versuchte, sich die Blutspuren von der Nase zu waschen.

Der Rest verhielt sich natürlich.

Wenig später kam Tom O'Malley, nicht mehr ganz nüchtern, den Fußweg von Golagh nach Glennkill entlang, um auch dem hiesigen Pub einen Besuch abzustatten. Die frische Luft tat ihm gut, das Grün, das Blau. Möwen jagten sich kreischend ihre Beute ab, so schnell, dass ihm davon schwindlig wurde. Georges Schafe grasten friedlich vor der herrlichen Aussicht. Malerisch. Wie aus einem Prospekt. Ein Schaf hatte sich besonders weit vorgewagt und thronte wie ein kleiner weißer Löwe direkt am Abhang. Wie war es da wohl hingekommen?

"He, Schäfchen", sagte Tom, "fall da bloß nicht runter. Wäre doch schade, wenn so ein Hübsches wie du abstürzen würde."

Das Schaf sah ihn verächtlich an, und auf einmal kam er sich blöd vor. Blöd und besoffen. Aber damit war jetzt Schluss. Er würde es zu etwas bringen. In der Tourismusbranche. Im Tourismus lag die Zukunft von Glennkill. Er musste das gleich mit den Jungs im Pub besprechen. Vorher wollte er sich nur noch schnell den prächtigen schwarzen Widder näher ansehen. Vier Hörner. Wirklich ungewöhnlich. Georges Schafe waren schon etwas Besonderes.

Der Schwarze ließ ihn aber nicht nahe genug herankommen, sondern wich mühelos seiner Hand aus, ohne sich dabei viel zu bewegen.

Dann sah Tom den Spaten. Ein guter Spaten. So einen hätte er auch gebrauchen können. Und niemand da, dem er zu gehören schien. Er beschloss, ihn zukünftig als seinen Spaten zu betrachten. Jetzt wollte er ihn unter dem Dolm verstecken, und nachts würde er wiederkommen und ihn holen. Der Gedanke, nachts an den Dolm zu gehen, gefiel ihm nicht besonders. Man erzählte sich Geschichten. Aber er war ein moderner Mensch, und das war ein ausgezeichneter Spaten. Als er seine Hand um den Griff legte, stieß sein Fuß gegen etwas Weiches.

An diesem Nachmittag hörte man Tom O'Malley im Mad Boar zum ersten Mal seit langer Zeit wieder aufmerksam zu.

Bald darauf sah Heide ein kleines Grüppchen Menschen im Laufschritt den Weg aus dem Dorf heraufkommen. Sie blökte kurz, lang, nochmals kurz, und Othello tauchte etwas unwillig unter dem Dolmengrab auf. Voran ging ein spinnendünner Mann, den die Schafe nicht kannten. Sie betrachteten ihn aufmerksam. Der Anführer ist immer wichtig.

Hinter ihm kam der Metzger. Die Schafe hielten den Atem an. Der Metzger war fürchterlich. Allein sein Geruch reichte aus, um jedem Schaf die Knie zittrig zu machen. Der Metzger roch nach qualvollem Tod. Nach Schreien, Schmerz und Blut. Sogar die Hunde hatten Angst vor ihm.

Die Schafe hassten den Metzger. Und sie liebten Gabriel, der dicht hinter ihm ging, ein kleiner Mann mit struppigem Bart und Schlapphut, der seine Schritte schnell setzte, um von dem Fleischberg vor ihm nicht abgehängt zu werden. Sie wussten, warum sie den Metzger hassten. Warum sie Gabriel liebten, wussten sie nicht. Er war einfach unwiderstehlich. Seine Hunde führten die phantastischsten Kunststücke auf. Jedes Jahr gewann er den großen Hütewettbewerb in Gorey. Die Menschen hatten großen Respekt vor ihm. Es hieß, er könne mit den Tieren sprechen, doch das stimmte nicht. Die Schafe zumindest verstanden nichts von Gabriels gälischem Gemurmel. Aber sie fühlten sich berührt, geschmeichelt und zuletzt verführt und trabten vertrauensvoll in seine Nähe, wenn er auf dem Feldweg an ihrer Weide vorbeilief.

Jetzt hatten die Menschen die Leiche fast erreicht. Die mutigeren unter den Schafen vergaßen für einen Augenblick, natürlich auszusehen, und reckten gespannt die Hälse. Einige Lämmersprünge vor George blieb der dünne Anführer wie angewurzelt stehen. Seine lange Gestalt schwankte einen Moment wie ein Zweig im Wind, doch seine Augen waren starr wie Nadeln auf den Punkt geheftet, an dem der Spaten Georges Eingeweide verließ.

Auch Gabriel und der Metzger blieben in einiger Entfernung von der Leiche stehen. Der Metzger blickte einen Moment lang zu Boden. Gabriel nahm die Hände aus den Hosentaschen. Nun riss der Dürre seine Augen von George los und fischte sich mit einer halbherzigen Geste die Mütze vom Kopf. Der Metzger sagte etwas. Seine fleischigen Hände waren zu Fäusten geballt.

Othello weidete kühn vorbei.

Dann hatte es, schnaufend und prustend, mit knallrotem Gesicht und wirren roten Haaren, auch Lilly den Fußpfad hinauf geschafft, und mit ihr eine Wolke von künstlichem Fliederduft. Als sie George sah, stieß sie einen kleinen, spitzen Schrei aus. Die Schafe sahen ihr gelassen zu. Lilly kam manchmal in den Dämmerungsstunden auf die Weide und stieß bei jeder Gelegenheit ihre kleinen, spitzen Schreie aus. Wenn sie in ein Häufchen Schafsköttel getreten war. Wenn ihr Rock an einer Hecke hängenblieb. Wenn George etwas sagte, was ihr nicht gefiel. Die Schafe hatten sich daran gewöhnt. Sobald George und Lilly dann für kurze Zeit im Schäferwagen verschwanden, kehrte wieder Ruhe ein. Lillys seltsame Schreie machten ihnen keine Angst mehr.

Doch dann wehte der Wind plötzlich einen jämmerlichen, lang gezogenen Laut über die Weide. Mopple und Cloud verloren die Nerven und galoppierten auf den Hügel, wo sie sich verschämt darum bemühten, wieder natürlich auszusehen.

Lilly war direkt neben der Leiche auf die Knie gefallen, ohne sich um das nachtregenfeuchte Gras zu kümmern, und stieß diese schrecklichen Töne aus. Ihre Hände wanderten wie zwei verwirrte Insekten über den Norwegerpulli und Georges Jacke und zerrten an seinem Kragen.

Dann war auf einmal der Metzger bei ihr und riss sie grob am Arm zurück. Die Schafe hielten den Atem an. Der Metzger hatte sich schnell wie eine Katze bewegt. Jetzt sagte er etwas. Lilly sah ihn an, als sei sie gerade aus einem tiefen Schlaf gerüttelt worden. In ihren Augen schwammen Tränen. Sie bewegte die Lippen, aber kein Laut wehte über die Weide. Der Metzger antwortete etwas. Dann packte er Lilly am Ärmel und zog sie auf die Seite, ein gutes Stück von den beiden anderen Männern weg. Der Dürre begann sofort, auf Gabriel einzureden.

Othello blickte sich Hilfe suchend um: Wenn der Widder bei Gabriel blieb, verpasste er das, was sich zwischen dem Metzger und Lilly abspielte - und umgekehrt. Die meisten Schafe erkannten das Problem, aber keiner hatte Lust, sich der Leiche oder dem Metzger zu nähern, die beide nach Tod rochen. Sie konzentrierten sich lieber auf ihre Aufgabe, natürlich auszusehen.

Da kam Miss Maple vom Wassertrog getrabt und übernahm die Beobachtung des Metzgers. Auf ihrer Nase saß noch immer ein verdächtiger rötlicher Fleck, aber sie hatte sich im Schlamm gewälzt und sah jetzt einfach nur wie ein sehr schmutziges Schaf aus.

"...widerlich", sagte der Metzger gerade zu Lilly. "Dein Theater kannst du dir jedenfalls sparen. Glaub mir, du hast jetzt ganz andere Sorgen, Schätzchen."

Er hatte sie mit seinen wurstigen Fingern am Kinn gefasst und hob ihren Kopf ein wenig an, so dass sie ihm direkt in die Augen blicken musste. Lilly lächelte besänftigend.

"Warum sollte mich jemand verdächtigen?",fragte sie und versuchte, den Kopf freizubekommen. "George und ich sind doch immer gut miteinander ausgekommen."

Der Metzger hielt sie unbeirrt am Kinn fest. "Gut miteinander ausgekommen. Genau. Das genügt denen schon. Wer ist denn sonst gut mit George ausgekommen? Warte nur auf das Testament, dann wird man sehen, wie gut ihr miteinander ausgekommen seid. Du hast nicht besonders viel Geld, was? Der Kosmetikkram wirft nicht gerade ein Vermögen ab, und mit dem Gehure kommt man in unserem Nest auch nicht weit. Aber komm nur zu Ham, dann brauchst du dir um diese Schweinerei hier keine Sorgen mehr zu machen."

Gabriel rief etwas. Ham drehte sich abrupt um und stapfte zurück zu den anderen. Lilly ließ er stehen. Das Lächeln fiel von ihrem Gesicht. Sie zog ihren Schal enger um die Schultern und schüttelte sich. Einen Augenblick sah es aus, als würde sie weinen. Maple konnte sie gut verstehen. Vom Metzger angefasst zu werden - das musste sein, als hätte einen der Tod am Ohr gezupft.Wieder flogen Worte zwischen den vier Menschen hin und her, doch die Schafe waren zu weit entfernt, um etwas davon zu verstehen. Dann folgte ein lautes, verlegenes Schweigen. Gabriel drehte sich um und schlenderte zurück Richtung Dorf, den Dünnen dicht auf den Fersen. Lilly schien einen Augenblick zu überlegen, dann hastete sie hinter den beiden Männern her.

Leseprobe zu "Glennkill / Schaf-Thriller Bd.1" von Leonie Swann

2 (S.28)

Am nächsten Tag entdeckten die Schafe eine neue Welt, eine Welt ohne Schäfer und Schäferhund. Sie zögerten lange,bevor sie sich entschlossen, den Schuppen zu verlassen. Endlich wagten sie sich doch ins Freie, angeführt von Mopple the Whale, der Hunger hatte.Es war ein wunderschöner Morgen.Nachts waren Feen über das Gras getanzt und hatten Tausende von Wasserperlen zurückgelassen. Das Meer sah aus wie frisch geleckt, blau, klar und glatt, und am Himmel zeigten sich einige wollige Wölkchen.Der Legende nach waren diese Wolken Schafe, die eines Tages einfach über die Klippe hinausgewandert waren,auserwählte Schafe, die am Himmel weiterweideten und niemals geschoren wurden. In jedem Fall waren sie ein gutes Zeichen.
Plötzlich ergriff die Schafe ein ungeheurer Übermut. Gestern hatten sie lange gestanden, mit vor Anspannung schmerzenden Sehnen, heute tobten sie wie Märzlämmer über die Wiese, galoppierten auf die Steilküste zu,stoppten kurz vor dem Abhang und jagten dann zurück zum Heuschuppen. Bald waren sie alle außer Atem.

Dann hatte Mopple the Whale die Idee mit dem Gemüsegarten. Hinter dem Heuschuppen stand der Schäferwagen, ein holpriges Gefährt, mit dem George Glenn früher über Land ge- fahren war, mit einer anderen Schafherde. Heute bewahrte er dort einige Sachen auf. Manchmal verbrachte er auch die Nacht hier. Hinter dem Schäferwagen lag ein kleiner Gemüsegarten, den George angelegt hatte, mit Kopfsalat, Erbsen, Rettichwurzeln, Kresse,Tomaten,Endivien,Ranunkeln und ein bisschen Schnittlauch.
Er hatte einen Zaun darum gezogen. Der Gemüsegarten lag zwar auf der Weide, aber er war den Schafen verboten. Dieses Verbot war hart für sie, vor allem deshalb, weil der Zaun allein kein wirkliches Problem darstellte. Aber der Zaun, das Verbot und Georges Wachsamkeit hatten bisher verhindert, dass sie das Gemüseparadies auf Schafsart abernteten. Jetzt war George gefallen und mit ihm das Verbot. Lane öffnete mit ihrer geschickten Schnauze den Riegel, Maude machte sich über die Ranunkeln her, Cloud über die Erbsen und Heide über die Tomaten. Nach wenigen Minuten war von den sauber angelegten Beeten nichts mehr übrig. Nach und nach wurde es still. Die Schafe blickten auf und schämten sich. Eines nach dem anderen trotteten sie zurück auf die Weide. Am Tor stand Othello, der sich an ihrem Überfall als Einziger nicht beteiligt hatte. Er gab Miss Maple ein Zeichen. Sie folgte ihm zur Rückseite des Schäferwagens, wo normalerweise der Spaten lehnte, mit dem George im Gemüsegarten für Ordnung sorgte.Doch heute gab es dort nur eine weiß getünchte Wand zu sehen, und ein paar Fliegen, die sich sonnten. Othello blickte Miss Maple forschend an.

Miss Maple blickte nachdenklich zurück. Den restlichen Vormittag verbrachten die Schafe damit, zu bereuen. Mopple hatte mit dem Salat so viele Schnecken gefressen, dass ihm schlecht war, ein Lamm hatte sich ein spitzes Holzstück in den Huf getreten und hinkte. Sie dachten an George. »Er wäre sehr böse geworden«, sagte Ritchfield. »Er könnte den Huf heilen«, sagte Cloud. »Er hat uns Geschichten vorgelesen«, sagte Cordelia. Das war wahr. George verbrachte viel Zeit auf der Weide. Frühmorgens tauchte er auf,wenn sie noch ihren dicht gedrängten Schafsschlaf schliefen. Tess, die selbst noch schlaftrunken war,musste sie auseinander treiben.


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Gestern war er noch gesund", sagte Maude. Ihre Ohren zuckten nervös.
"Das sagt gar nichts", entgegnete Sir Ritchfield, der älteste Widder der Herde, "er ist ja nicht an einer Krankheit gestorben. Spaten sind keine Krankheit."
Der Schäfer lag neben dem Heuschuppen unweit des Feldweges im grünen irischen Gras und rührte sich nicht. Eine einzelne Krähe hatte sich auf seinem wollenen Norwegerpullover niedergelassen und äugte mit professionellem Interesse in sein Innenleben. Neben ihm saß ein sehr zufriedenes Kaninchen.
Etwas entfernter, nahe der Steilküste, tagte die Konferenz der Schafe.
Sie hatten Ruhe bewahrt, als sie ihren Schäfer an diesem Morgen so ungewohnt kalt und leblos vorgefunden hatten, und sie waren sehr stolz darauf. Natürlich hatte es im ersten Schrecken ein paar unüberlegte Rufe gegeben: "Wer bringt uns jetzt Heu?" etwa, oder "Ein Wolf! Ein Wolf!"
Aber Miss Maple hatte schnell dafür gesorgt, dass keine Panik ausbrach. Sie erklärte, dass mitten im Sommer auf der grünsten und fettesten Weide Irlands sowieso nur Dummköpfe Heu fressen würden und dass selbst die raffiniertesten Wölfe ihren Opfern keinen Spaten durch den Leib jagten. Und ein solches Gerät ragte ganz zweifellos aus den morgenfeuchten Innereien des Schäfers.
Miss Maple war das klügste Schaf von ganz Glennkill. Manche behaupteten sogar, sie sei das klügste Schaf der Welt. Doch niemand konnte das nachweisen. Es gab zwar einen jährlichen Smartest-Sheep-of-Glennkill-Contest, doch Maples außerordentliche Intelligenz erwies sich gerade darin, dass sie an solchen Wettbewerben nicht teilnahm.
Der Gewinner verbrachte nach seiner Krönung mit einem Kranz aus Klee (den er anschließend fressen durfte) mehrere Tage auf einer Tournee durch die Pubs der angrenzenden Orte. Dort musste er immer wieder das Kunststück aufführen, das ihm irrtümlich seinen Titel eingebracht hatte, blinzelte in den Tabaksqualm, bis ihm die Augen tränten, und wurde von den Menschen so lange mit Guinness abgefüllt, bis er nicht mehr richtig stehen konnte. Außerdem machte ihn von da an sein Schäfer für jeden Schabernack verantwortlich, der auf der Weide geschah: Der Schlauste war immer der Hauptverdächtige.
George Glenn würde nie wieder ein Schaf für etwas verantwortlich machen. Er lag aufgepfählt nahe des Feldwegs, und seine Schafe beratschlagten, was nun zu tun sei. Sie standen zwischen dem wasserblauen Himmel und dem himmelblauen Meer an der Steilküste, wo man das Blut nicht riechen konnte, und fühlten sich verantwortlich.
"Er war kein besonders guter Schäfer", sagte Heide, die noch fast ein Lamm war und die nicht vergessen konnte, dass George nach dem Winter ihren stattlichen Lämmerschwanz kupiert hatte.
"Genau!" Das war Cloud, das wolligste und prächtigste Schaf, das man sich vorstellen konnte. "Er hat unsere Arbeit nicht geschätzt. Die norwegischen Schafe machen es besser! Die norwegischen Schafe haben mehr Wolle! Er hat sich Pullover von fremden Schafen aus Norwegen schicken lassen eine Schande, welcher andere Schäfer hätte seine Herde so gekränkt!"
Es entspann sich eine längere Diskussion zwischen Heide, Cloud und Mopple the Whale. Mopple the Whale bestand darauf, dass die Güte eines Schäfers sich schließlich an Futtermenge und -qualität erweisen würde und dass es hier nichts, aber auch gar nichts gegen George Glenn zu sagen gäbe. Schließlich einigte man sich darauf, dass der ein guter Schäfer sei, der niemals den Lämmern die Schwänze kupiert, keinen Schäferhund einstellt, Futter in Hülle und Fülle verabreicht, vor allem Brot und Zucker, aber auch gesunde Sachen wie Kräuter, Kraftfutter und Rüben (ja, sie waren alle sehr vernünftig) und sich ganz und gar in die Produkte seiner eigenen Herde kleidet, etwa mit einem Ganzkörperfell aus gesponnener Schafswolle.
Das würde dann sehr schön aussehen, beinahe so, als sei er auch ein Schaf. Natürlich war allen klar, dass ein solch vollkommenes Wesen auf der

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Bewertung von Monili84 aus Aachen am 07.08.2011 ***** ausgezeichnet
Herrlicher Krimi, spannend und witzig zugleich. Die Charektere der Schafe kommen schon gleich zu Beginn bei den "Dramatic Oves" ausgeschmückt zum Vorschein und lassen viel Spannung und auch auch ganz viel Witz und Charme vermuten... und der Leser wird nicht enttäuscht
- Schafe sind normalerweise kein geschwätziges Volk. Das liegt daran, dass sie oft den Mund voll Gras haben. Es liegt auch dran, dass sie manchmal nur Gras im Kopf haben. Aber alle Schafe schätzen gute Geschichten. Am liebsten hören sie nur zu und staunen - auch deshalb, weil man gleichzeitig zuhören und kauen kann. Seit George ihnen keine Geschichten mehr vorlas, fehlte etwas in ihrem Leben. Deswegen kam es manchmal vor, dass ein Schaf den anderen eine Geschichte erzählte. Das Schaf war sehr oft Mopple the Whale, ab und zu Othello und selten eines der Mutterschafe (Glenkill S.55)
...ohne ihren tot aufgefundenen Schäfer Georger suchen die Schafe und finden sich eh sie sich versehen in einer spannenden Ermittlungsgeschichte. Oder ist es doch eine Liebesgeschichte? Sie wissen es nicht, weil wenn man so viel Gras im Kopf hat und George nicht fragen kann und auch sonst niemanden....
Miss Marple ermittelt mit sehr interessanter Schäfchenlogik, ob es sich um einen gewaltvollen Todesfall ihres geliebten George handelt oder nicht... Moppe hilft ihr dabei als Gedächtnisschaf und auch alle anderen Herdentiere helfen ein Wenig mit...man muss die Bande einfach lieben. Andauernd muss man über die menschlichen Eigenschaften der Wollschafe schmunzeln und immer wieder passiert etwas Spannendes, das die Schafe selbst und den Leser verwirrt. Die Auflösung ist wirklich unerwartet ...auch die Dinge in der Schafswelt sind oft nicht so wie sie scheinen !

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Bewertung von pirat aus Bad Berka am 31.07.2011 ***** ausgezeichnet
„Glennkill“ von Leonie Swann (1975 in Dachau geboren) müsst ihr unbedingt lesen, weil es eine humorvolle, tiefsinnige sowie eine spannende Geschichte aus Sicht von Schafen, den Hauptdarstellern, ist. Eines Morgens finden die Schafe ihren Schäfer George Glenn leblos auf der Weide. In seinen Innereien steckt ein Spaten. Schnell ist klar, dass ihr Schäfer umgebracht wurde und sie beschließen, den gemeinen Mord aufzuklären. Anfangs ist der Hauptverdächtige natürlich der Metzger, denn er ist der einzige, dem sie so eine grausame Tat zutrauen. Als sie jedoch ernsthaft zu ermitteln beginnen, wird ihnen schnell klar, dass diese Lösung zu offensichtlich ist und auch in den Krimis, die der verstorbene Schäfer den Schafen manchmal vorlas, war die Lösung nie so einfach. Schade, denn kein Schaf mochte den Metzger, und so kam auch die Frage auf, warum denn niemand den Metzger umbrachte.
Bevor das intelligente Schaf Miss Maple und ihre vierbeinigen Unterstützer den Mord aufklären können, müssen sie jedoch noch zahlreiche Missverständnisse zwischen Schaf und Mensch ausräumen und einige Schrecken zu überwinden. Die Geschichte, welche viel mehr als die Aufklärung des Todes von George Glenn birgt, hat spannende Hintergründe, ist jedoch kein normaler Krimi und somit auch nicht für jeden etwas. Ich würde das Buch jedem empfehlen, der humorvolle, spannende Bücher und interessante Hintergründe in ihnen mag. Auf den 375 Seiten kann man sich einige Male überraschen lassen. Nicht nur davon, dass Schafe so einiges auf dem Kasten haben.

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Bewertung von Rapunzel aus Bad Berka am 28.07.2011 ***** ausgezeichnet
Glennkill ist ein Buch aus der Sicht einer Schafsherde. Eines Morgens finden die Tiere ihren Schäfer George nicht allzu lebendig auf. Er liegt, von einem Spaten durchbohrt, neben dem Schuppen. Die Schafe beschließen, herauszufinden, wer der Mörder ist, so, wie es auch in den Krimis gemacht wurde, die er ihnen vorgelesen hat. Einige Schafe stechen ein bischen aus der Masse hervor, wie zum Beispiel Miss Maple, das klügste Tier der Herde, Mopple the wall, der ein sehr gutes Gedächnis hat oder Othello, der unglaublich mutig ist, oder Sir Ritchfiel, oder Zora und noch ein paar andere. Zwischen ihnen spielen sich die meisten Dialoge ab, manchmal aber auch zwischen den Menschen, wärend sie von den Schafen belauscht werden. So findet die Herde heraus, was zum beispiel ein Testament ist, und stellt Verdächtigungen auf. ( Der erste Verdächtige ist natürlich der Metzger.) Sie erleben einen Gottesdienst und einiges anderes aus Schafssicht, und finden am Ende eine neue Schäferin.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Obwohl das Ausgangsthema nicht so schön ist, hat man doch viel lachen können, da die Schafe auch über, für uns selbstverständliche dinge, diskutiert haben. Meistens ist ziemlicher Blödsinn dabei herausgekommen. Generell ist die Weise, in der sich die Schafe von Glennkill Gedanken über die Welt machen sehr ironisch. Der Hirte wollte mit den Schafen nach Europa. Er meinte, es sei sehr schön dort, also stellt die Herde sich das vor, wie eine Riesige Wiese voller Apfelbäume. Schafe eben. Ich empfehle das Buch weiter.

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Bewertung von Rio aus Bad Berka am 28.07.2011 ***** ausgezeichnet
Können Miss Maple, Mopple, Othello und die anderen Schafköpfe den Fall um den mysteriösen Mord an ihrem Schäfer George lösen? Ja es sind nur Schafe, aber dennoch sollten die Bewohner von Glennkill diese eigenartige Herde nicht unterschätzen. Die Schafe haben sich in die Köpfe gesetzt, herauszufinden wie ihr Schäfer zu Tode gekommen ist. Außer dem Spaten in seiner Brust gibt es zu Beginn der Ermittlung der Vierbeiner keine besonderen Hinwiese. Doch nach und nach mit kurzen Trips fern der heimischen Weide kommen die Schafe dem menschlichem Täter auf die Spur.
Glennkill ist kein richtig gruseliger Krimi, aber dafür mit teil echt lustigen Passagen. Man muss sich ein bisschen auf die Schafslogik einlassen, damit man richtig Lesespaß hat und man wird dieses Buch nicht so schnell wieder aus der Hand legen können. Das kleine Daumenkino ist nebenbei bemerkt auch sehr süß. Unbedingt lesen. Schaftastisch!!

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Bewertung von paul schmidt aus Friedrichsdorf am 08.06.2011 ***** sehr gut
In dem Buch geht es um eine Schafsherde, die versucht den Mord ihres Schäfers (George Glenn) aufzuklären. Diese gestaltet sich aber schwiriger als gedacht, denn der Spaten, der in ihm steckt, soll ihn gar nicht getötet haben. Zu allem Überfluss passiert der Mord genau da, wo die Schafe mit Georg nch Europa reisen wollten. Dafür wollen die Schafe sich rechen. Aber wer ist denn nun der Mörder? Die Schafen haben eine brandheiße Spur. Der Bruder von dem Leitwidder, Melmoth, grast auf ein Mal unter ihnen. Er weiß sogar alles über den Mord. Angeblich haben es ihm die Vögel gesagt. Der Metzger ist aus der Sicht der Schafe auch in die Sache verwickelt. Ein paar Tage später hat er sich nämlich von einer Klippe gestürzt. Zum Pech der Schafe hat er überlebt. Bestimmt sollte ihm niemand etwas nachweisen können. Aber sein Selbstmord hat ja nicht geklappt. Weiterhin ist einen neue Frau in der Stadt aufgetaucht die ebenfalls viel über Georg weiß. Sie behauptet, sie wäre seine Tochter, aber die Schaffe wussten nichts davon, dass George eine Schwester hat. Der Pfahrer der Stadt (die Schafe nennen ihn immer Gott, weil sie das Mal von den Menschen gehört hatten) scheint auch nicht ganz unschuldig zu sein. Aber warum sollte ein Metzger mit einem Pfarrer und einer neuen Frau in der Stadt zusammen einen Schäfer töten? Und was ist mit Malmoth? Wie ist er in die Sache verwickelt? Oder liegen die Schafe ganz falsch? Das könnt ihr ja selbst nachlesen.
Ich fande das Buch super. Zwar finde ich den zweiten Teil besser, da er spannender ist, aber dieser Teil ist auch gut. Auch er ist sehr witzig geschrieben, da die Schaffe die Welt der Menschen nicht ganz verstehen. Das Buch ist auch sehr spannend geschrieben, da immer neue Charackter eingeführt werden und manche Fragen offen bleiben. Ich würde das Buch in jedem Fall an alle Leute weiterempfehlen, die gerne längere, witzige und spannende Bücher lesen.

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Bewertung von Carlotta aus Friedrichsdorf am 08.06.2011 ***** sehr gut
In dem Buch Glennkill von Leonie Swann geht es um Schafe in Irland, deren Schäfer ermordet wurde. Jetzt versuchen die Schafe herauszufinden, wer Schuld ist am Tod von George Glenn, dem Schäfer. Das erweist sich als schwierige Aufgabe, denn die Schafe haben eine sehr eigene Denkweise, mit der sie die Menschen allzu oft falsch verstehen.
Miss Maple, das klügste Schaf der Herde, letet die Ermittlungen, Mopple the Whale, das Gedächtnisschaf genannt und Othello, ein schwarzer Widder mit 4 Hörnern und Zirkuserfahrungen, sowie natürlich der Rest der Herde helfen, den Mörder zu finden: Zum Glück gibt es am Schluss ein Happyend und die Schafe bekommen einen neuen Schäfer.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen, denn es ist zwar sehr einfach, aber lustig geschrieben.
Fazit: Für alle,die gerne lachen beim lesen, insbesondere natürlich die, die Schafe mögen.

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Bewertung von kleiner_hippo aus Jessen am 29.05.2011 ***** ausgezeichnet
Der alte Schäfer wurde ermordet! Bloß von wem? Der Pfarrer meint es sei Satanswerk, doch das kann ja nicht sein, denn der Esel Satan ist schon uralt und steht ganz harmlos auf seiner Weide um die Ecke. So nehmen die Schafe die Sache selbst in den Huf und schaffen es nach vielen abenteuerlichen Ausbrüchen aus dem Stall den Mörder zu fassen! Doch wie sollen sie das den Menschen mitteilen?
Mir hat das Buch sehr gefallen. Es ist sehr unterhaltsam aus der Perspektive eines Schafs zu lesen und sehr erstaunlich, dass es trotz dem noch ein Krimi bleibt! Es liest sich lustig und spannend. Ein Lesespaß für jeden Krimi- und Komödien-fan!

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Bewertung von +__+ aus Mössingen am 19.05.2011 ***** ausgezeichnet
In dem Buch "Glennkill" geht es um den Schäfer einer Schafsherde, der ermordet aufgefunden wird und die Polizei kommt mit der Suche nicht weiter. Seine Schafe versuchen den Fall zu lösen. Sie belauschen die Bürger der kleinen Stadt und verstehen sie nicht immer , zb als es als Satanswerk bezeichnet wird vom Ortsansässigen Pfarrer. Sie denken Satan ist doch schon uralt und steht auf der Weide um die Ecke, sie meinen den Esel Satan. Nach abenteuerlichen Ausbrüchen aus dem Stall und vielen witzigen Spekulationen haben die Schafe nicht nur den gefürchteten Metzger in den Rollstuhl gebracht sondern auch den Mörder gefasst. Doch wie den Menschen mitteilen, den selbst kommen sie nicht dahinter..
Das Buch hat mir sehr gefallen, da ich finde das die mischung aus Krimi und Komödie sehr gut getroffen ist. Mir gefällt die Erzählerperspektive der Schafe sehr gut. Das Buch ist sehr spannend und gut zu lesen, es hat mir sehr viel Spaß gemacht es zu lesen und ich würde es an jeden Krimi-fan weiterempfehlen.

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Bewertung von LizzieJo aus Jessen am 17.05.2011 ***** ausgezeichnet
George Glenn ist tot. Ein Spaten ragt aus seinem Bauch. Die Schafe sind erschüttert! Wer würde so etwas tun? Sie entschleißen sich, den Mörder zu finden, wie in den Krimis die George ihnen immer vorgelesen hat. Und was brauch man... verzeiung, schaf, um einen Verbrecher zu finden? Indizien! Die Schafe machen sich auf die Suche. Was hat Gott, der Mann mit dem großen Haus, damit zu tun? Und der Metzger? Und der verschwundene, legendäre Bruder des Leitwidders Sir Ritchfield? Was ist mit ihm?
Nach diesem Roman sieht man alle Schafe mit abnderen Augen!

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Bewertung von Mango aus Odenthal am 12.05.2011 ***** ausgezeichnet
Als die Schafe des Schäfer Georgs eines Morgens ihre Weide entlang gehen, ahnen sie nicht, welchen Schock sie gleich erleiden müssen. Ihr geliebter Georg liegt reglos im Gras, aus seiner Brust ragt ein Spaten. Die Schafe untersuchen die Leiche bevor ein Betrunkener ihn findet. Auch nachdem sie ihn weggebracht haben, trauern die Schafe nartürlich weiter. Aber schon bald stellen sie fest: Das war ein Mord. Und sie beschließen den Mörder zu finden. Doch für die flauschigen Detektive ist es garnicht so leicht, sich in der Menschenwelt zurecht zu finden. Verdächtige müssen belauscht werden und die wenigen Teile so zusammen gelegt werden, dass ein logisches Bild entsteht. Und tatsächlich... Bald finden sie eine heiße Spur. Aber werden sie es am Ende wirklich schaffen?
Ich fand das Buch super. Es ist besonders gut, aus der Sicht der Schafe zu schreiben. Da sieht man mal, was Tiere über die Menschenwelt denken. Und es geht um Zusammenhalt; dies ist eine Herde, die niemals aufgibt. Vorhanden sind gemischte Gefühle. Ich finde es gut, wenn ein Buch nicht nur z.B. spannend ist. Es muss auch Stellen zum Lachen geben. Dieser Krimi ist nicht zu dick und nicht zu dünn: genau richtig. Er hält nicht nur, was er verspricht, nein, er ist viel besser als man zunächst annimmt. Wenn man ein Krimiliebhaber ist, muss man dieses Buch gelesen haben!

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