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"Neues schaffen heißt Widerstand leisten. Widerstand leisten heißt Neues schaffen." Mit eindringlichen Worten ruft Stéphane Hessels zum friedlichen Widerstand gegen die Ungerechtigkeit in unserer Gesellschaft auf. Gegen die Diktatur des Finanzkapitalismus, gegen die Unterdrückung von Minderheiten gegen die ökologische Zerstörung unseres Planeten."Die schlimmste Haltung ist die Gleichgültigkeit" (Jean-Paul Sartre)"93 Jahre. Das ist schon wie die allerletzte Etappe. Wie lange noch bis zum Ende? Die letzte Gelegenheit, die Nachkommenden teilhaben zu lassen an der Erfahrung, aus der mei…mehr

Produktbeschreibung

"Neues schaffen heißt Widerstand leisten. Widerstand leisten heißt Neues schaffen." Mit eindringlichen Worten ruft Stéphane Hessels zum friedlichen Widerstand gegen die Ungerechtigkeit in unserer Gesellschaft auf. Gegen die Diktatur des Finanzkapitalismus, gegen die Unterdrückung von Minderheiten, gegen die ökologische Zerstörung unseres Planeten."Die schlimmste Haltung ist die Gleichgültigkeit" (Jean-Paul Sartre)"93 Jahre. Das ist schon wie die allerletzte Etappe. Wie lange noch bis zum Ende? Die letzte Gelegenheit, die Nachkommenden teilhaben zu lassen an der Erfahrung, aus der mein politisches Engagement erwachsen ist." Stéphane Hessels Streitschrift bewegt die ganze Welt. Der gebürtige Berliner war Mitglied der Résistance, hat das KZ Buchenwald überlebt und ist einer der Mitautoren der Menschenrechtserklärung der Vereinten Nationen. Mit emphatischen Worten ruft der ehemalige französische Diplomat zum friedlichen Widerstand gegen die Unzulänglichkeiten unserer Gesellschaft auf. Er beklagt, dass der Finanzkapitalismus die Werte der Zivilisation bedroht und den Lauf der Welt diktiert. Er prangert die Lage der Menschenrechte an, kritisiert die ökologische Zerstörung unseres Planeten und verurteilt die Politik Israels im Gaza-Streifen als Demütigung der Palästinenser. Stéphane Hessel ist das Gewissen der westlichen Welt.
  • Produktdetails
  • Ullstein Streitschrift
  • Verlag: Ullstein Hc
  • 22. Aufl.
  • Seitenzahl: 32
  • 2011
  • Ausstattung/Bilder: 29 S. 190 mm
  • Deutsch
  • Abmessung: 188mm x 135mm x 5mm
  • Gewicht: 42g
  • ISBN-13: 9783550088834
  • ISBN-10: 3550088833
  • Best.Nr.: 32770137

Autorenporträt

Stéphane Hessel wurde am 20. Oktober 1917 in Berlin als Sohn des deutsch-jüdischen Schriftstellers Franz Hessel und der protestantischen deutschen Journalistin Helen Grund geboren. 1924 zog er mit Mutter und Bruder nach Paris. 1939 nahm er die französische Staatsbürgerschaft an und schloss sich im Zweiten Weltkrieg der Résistance an. 1944 wurde er von der Gestapo verhaftet und in das KZ-Buchenwald deportiert. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Hessel 1946 Büroleiter des Vize-UN-Generalsekretärs und 1948 Sekretär der neu geschaffenen UN-Menschenrechtskommission, die mit der Erarbeitung der Charta der Menschenrechte der Vereinten Nationen beauftragt wurde. Anschließend bereiste er im Auftrag der UNO und des französischen Außenministeriums die Welt, trieb die Entkolonialisierung voran und vermittelte in Konflikten. Er trägt den Titel "Ambassadeur de France" und die Auszeichnung "Ritter der Ehrenlegion". Stéphane Hessel lebte mit seiner zweiten Frau in Paris. Im Jahr 2011 erhielt der Autor den Myschkin-Preis für sein Lebenswerk, 2012 wurde er mit dem vom Sloterdijk-Freundeskreis gestifteten Kulturpreis ausgezeichnet. Stéphane Hessel verstarb im Februar 2013 im Alter von 95 Jahren.

Rezensionen

Besprechung von 08.02.2011
Warum ist Empörung wertvoll? Weil sie dazu zwingt, ein Leben aus Ideen zu führen

Heute erscheint Stéphane Hessels "Empört euch!" auf Deutsch. Einige Mutmaßungen, warum diese dreißig Seiten auch hierzulande wie warme Semmeln weggehen könnten.

Der Ullstein Verlag hat schnell zugegriffen und Stéphane Hessels Empörungsschrift, die in Frankreich ein Mega-Bestseller ist, mit einer deutschen Startauflage von 50 000 Stück auf den Weg geschickt. Der französische Verkaufserfolg, der schwerlich auf klare Kausalitäten zurückzuführen ist (F.A.Z. vom 5., 14. und 20. Januar), geht jedenfalls mit zwei äußeren Erstaunlichkeiten einher: Die Schrift ist weniger ein Buch als ein Heftchen, sie hat dreißig Seiten, kostet 3,99 Euro. Und ihr Autor ist ein greiser Mann von 93 Jahren, der als Résistance-Mitglied, Überlebender des KZ Buchenwald und Mitautor der Menschenrechtserklärung der Vereinten Nationen über gehörige Lebenserfahrung und moralische Autorität verfügt.

Sind das schon alle Ingredienzien, die ein phänomenaler Verkaufserfolg wie dieser benötigt: die Koppelung von Helmut-Schmidt-Effekt (altersweise moralische Instanz) und schnell und preiswert konsumierbarer Lektüre? Brauchen wir mehr alte Männer als Autoren und einen anderen, einen auf Heftumfang reduzierten Bücherbegriff, damit der Buchmarkt boomt?

Im vorliegenden Fall ist der knappe, aufstachelnde Titel "Empört euch!" nicht nur eine zündende Geschäftsidee, sondern er bezeichnet tatsächlich di Substanz des Buches. Es geht darin nämlich weniger um die konkreten politischen Anliegen, die der Autor als Beispiele für eine allfällige Protestkultur nennt: die Exzesse des Finanzkapitalismus, die Umweltzerstörung, die Politik Israels im Gaza-Streifen (gegen Letztere hat er sogar zu einem heftig diskutierten Boykott israelischer Produkte aus den besetzten Gebieten aufgerufen). Hessel nennt solche Zornanlässe und macht doch klar, dass es nur Anlässe sind. "Seht euch um, dann werdet ihr die Themen finden, für die Empörung sich lohnt - die Behandlung der Zuwanderer, der in die Illegalität Gestoßenen, der Sinti und Roma." All diese Themen sind Anlässe für das, worum es dem Autor geht: ein engagiertes Leben zu führen, durchaus im Sinne der Existenzphilosophie Sartres, wiewohl Hessel sich in der Gewaltfrage distanziert: "Es geht nicht an, nach Sartres Beispiel im Namen des von ihm postulierten Prinzips Terroristen zu unterstützen, sei es während des Algerien-Kriegs oder 1972 beim Attentat gegen israelische Athleten während der Münchner Olympischen Spiele. Damit kommt man nicht weiter, und Sartre selbst hat sich am Ende seines Lebens gefragt, welchen Sinn Terrorismus habe, und seine Berechtigung bezweifelt."

Eine von ihren Anlässen losgelöste Empörungsbereitschaft erscheint hier als die Essenz des Daseins, als ein lebensspendendes Prinzip. Weil sie, die Empörung, ex negativo dazu zwingt, sich an Wertvollem aufzurichten, ein Leben aus Ideen zu führen und damit aus Freiheit statt aus Notwendigkeit. Hessels Pamphlet atmet eine Überzeugungsnaivität, die es sich in einer Kultur der Überkomplexität zu erhalten gilt: Staunen als die alte neue erste Bürgerpflicht. Diese völlig begründungs- und erklärungsfreie Schrift - ein Ausruf ad hoc, kaum mehr - reißt aus dem Defätismus heraus, aus den Ohnmachtsgefühlen, die die globale Vernetzung gebiert. Sie warnt vor beidem: vor der Lähmung der Antriebe wie vor der ungenauen fundamentalistischen Erhebung, vor der Fundamentalopposition gegen die Welt, wie sie ist. "Die Gründe, sich zu empören, sind heutzutage oft nicht so klar auszumachen - die Welt ist zu komplex geworden. Wer befiehlt, wer entscheidet? Wir spüren die Interdependenzen, leben in Kreuz-und-Quer-Verbindungen wie noch nie."

Warum 3,99 Euro für diese dreißig Seiten hinlegen? Weil man dafür ein Lebenselixier erhält, eine Erinnerung an das Beste in uns.

CHRISTIAN GEYER.

Stéphane Hessel: "Empört euch!"

Aus dem Französischen von Michael Kogon. Ullstein Buchverlage, Berlin 2011. 32 S., br., 3,99 [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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»Warum 3,99 Euro für diese dreißig Seiten hinlegen? Weil man dafür ein Lebenselexier erhält, eine Erinnerung an das Beste in uns.« FAZ, Christian Geyer »Empört Euch! wiegelt nicht wirklich auf - es berührt.« Deutschlandradio Kultur, Arno Orzessek, 09.02.11

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

3,99 für ein Lebenselexier? Ein Schnäppchen, findet Christian Geyer. Auch wenn ihm erst einmal Zweifel kommen: Kann, was so günstig ist und mit der Altersweisheit des Autors wirbt, auch gut sein? Kann. Allerdings liegt das für Geyer weniger an der Lebenserfahrung des 93-jährigen Stephane Hessel als am geschickten Manöver des Textes. Um die einschlägigen Anlässe der Empörung herum und hinein ins Existentielle! Empören heißt Leben! Leben heißt Ideen haben, Ideen haben, heißt frei sein. So in etwa erklärt uns Geyer die Faszination, die für ihn von dem schmalen Buch ausgeht. Dass so ein Pamphlet ganz und gar erklärungsfrei daherkommt, unmittelbar das Staunen postuliert, leuchtet ihm ein. Wenn es trotzdem nicht die Fundamentalopposition predigt, meint Geyer, oder gar Gewalt, umso besser.

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