Die Tage des NilpferdsAm Pool der Geschichte: "Schattenväter", eine Dokumentation über die Söhne von Willy Brandt und Günter GuillaumeÜber Pierre Boom-Guillaume und Matthias Brandt gäbe es im Kino viel zu erzählen. Nicht, weil ihre Lebensläufe einander so ähnlich, sondern weil sie so verschieden sind. Pierre Boom ging nach der Enttarnung seines Vaters Günter Guillaume im Mai 1974 als Siebzehnjähriger nach Ost-Berlin. Dreizehn Jahre lang hält er das Leben unter der Aufsicht der Staatssicherheit aus, dann stellt er einen Ausreiseantrag. Zu diesem Zeitpunkt, 1988, hat Matthias, der Sohn des über die Guillaume-Affäre gestürzten deutschen Bundeskanzlers Willy Brandt, gerade eine vielversprechende Schauspielerkarriere begonnen. Fünfzehn Jahre später spielt er in einem Fernsehfilm von Oliver Storz über die Kanzlerschaft seines Vaters dessen Widersacher, den DDR-Agenten Günter Guillaume. Pierre Boom schreibt zur gleichen Zeit an seinem Buch "Der fremde Vater", das im Frühjahr 2004 erscheint. So kreuzen sich ihre Biographien, ohne einander zu berühren. Eine Dokumentation, die sich auf die Dialektik von Fremdheit und Ähnlichkeit einließe, …