Gemeinwohl und Gemeinsinn, Historische Semantiken politischer Leitbegriffe - Münkler, Herfried / Bluhm, Harald (Hgg.)

Herfried Münkler / Harald Bluhm (Hgg.) 

Gemeinwohl und Gemeinsinn, Historische Semantiken politischer Leitbegriffe

Hrsg. v. Herfried Münkler u. Harald Bluhm
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Produktbeschreibung zu Gemeinwohl und Gemeinsinn, Historische Semantiken politischer Leitbegriffe

Auf den ersten Blick sind Gemeinwohl und Gemeinsinn überholte, alteuropäische Begriffe. Wie aber erklärt sich ihre Überlebensfähigkeit in der Moderne und ihre verbreitete Präsenz in aktuellen soziopolitischen Diskursen?

Die vierbändige Edition präsentiert Forschungsergebnisse der Interdisziplinären Arbeitsgruppe "Gemeinwohl und Gemeinsinn" an der Brandenburg-Berlinischen Akademie der Wissenschaften zur Aktualität des Gemeinwohl-Ideals als Ziel politischen Handelns und zur Bedeutung der sozialmoralischen Ressource Gemeinsinn in modernen Gesellschaften.

Produktinformation


  • Verlag: Akademie-Verlag
  • 2001
  • Ausstattung/Bilder: 2001. 335 S.
  • Seitenzahl: 336
  • Forschungsberichte der interdisziplinären Arbeitsgruppe 'Gemeinwohl und Gemeinsinn' Bd.1
  • Deutsch
  • Abmessung: 248mm x 180mm x 24mm
  • Gewicht: 847g
  • ISBN-13: 9783050036281
  • ISBN-10: 3050036281
  • Best.Nr.: 10054541
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 05.11.2002

Zustände wie im alten Rom
Dienen auch Leute von zweifelhaftem Ruf dem Gemeinwohl? Ein neues Großwerk gibt Antwort / Von Friedrich Wilhelm Graf

Johann Heinrich Campe hat in seinem "Wörterbuch der deutschen Sprache" 1808 den "Gemeingeist" erläutert: "ein Geist, der Alle beseelt, der allgemein verbreitet ist, ein lebhafter Sinn für das Gemeinbeste, eine lebhafte und thätige Theilnahme am gemeinen Besten, oder die Richtung des Gemüths und der Handlungen auf das gemeine Beste; auch der Gemeinsinn". Die Arbeitsgruppe der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften zu "Gemeinwohl und Gemeinsinn" kennt Campes Definition nicht. Aber sie versteht Gemeinsinn ganz in seinem Sinne "als eine motivationale Handlungsdisposition von Bürgern und politisch-gesellschaftlichen Akteuren", die sich am normativen Ideal eines gemeinen Wohls aller orientiert.

Hart gearbeitet haben die Berliner Forscher seit 1998. Vier umfangreiche Bände zeugen von historischem Fleiß und hoher sozialtheoretischer und juristischer Reflexionskraft. Im ersten Band werden die reichen Überlieferungen seit der Antike gesichtet. Gemeinwohl und Gemeinsinn stellen in allen …

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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Nach vier Jahren Forschung hat die interdisziplinäre Arbeitsgruppe "Gemeinwohl und Gemeinsinn" der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften ihre Erkenntnisse in vier Bänden niedergelegt, die Rezensent Friedrich Wilhelm Graf studiert hat. Dabei spannt sich der Bogen von der Geschichte der Begriffe Gemeinwohl und Gemeinsinn von der Antike mit der "res publica" über das Mittelalter bis in die Gegenwart im ersten Band über die rhetorischen Nutzung dieser Begriffe bis hin zu deren Einsatz in der aktuellen Politik, wie Graf bemerkt. Was der Rezensent jedoch vermisst, ist die religiöse Perspektive. Angelehnt an den Versuch der Autoren, aus christlicher und eigennütziger Perspektive eine neue Sicht zu schaffen, argumentiert er, dass dies ohne Vorbildung und die christliche Einsicht in die eigene Hilfsbedürftigkeit nicht möglich ist: "Prozedurale Aushandlung allein kann jedenfalls keine starke Motivationskraft entfalten, die 'alle beseelt'."

© Perlentaucher Medien GmbH
Herfried Münkler, geb. 1951 in Friedberg, ist Professor für Politikwissenschaft an der Humbold-Universität zu Berlin und Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Er ist mit zahlreichen Studien zur politischen Ideengeschichte und zur Theorie des Krieges hervorgetreten. Nicht wenige davon sind mittlerweile Standardwerke.

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