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Nimm den langen Weg nach Haus
Gedichte
- Einband: Gebunden
- Gebundenes Buch
Produktinformation
- Verlag: Beck
- 2010
- Ausstattung/Bilder: 2010. 96 S.
- Seitenzahl: 96
- Deutsch
- Abmessung: 213mm x 131mm x 15mm
- Gewicht: 200g
- ISBN-13: 9783406605161
- ISBN-10: 3406605168
- Best.Nr.: 28599743
Produktbeschreibung zu "Nimm den langen Weg nach Haus"
Beschreibung
Der vorliegende Band versammelt die besten Gedichte aus von Petersdorffs vorliegenden vier Lyrikbänden sowie neue Gedichte, darunter zahlreiche Liebesgedichte und den Zyklus "Die Vierzigjährigen", in dem sich auf bestechende Weise das Lebensgefühl einer Generation ablesen lässt, die sich in der Lebensmitte stärker verankert sieht als erwartet und der doch eine letzte Gewissheit fehlt, ob der eingeschlagene Weg der richtige war. Mit seiner Formenvielfalt und dem sprachlichen Reichtum, der philosophischen Grundierung, den Anspielungen und Verweisen, einem Gestus, der immer auf Zugänglichkeit setzt und doch tiefgründig und gedankenreich ist, nehmen diese Gedichte für sich ein und berühren und belohnen die Leser.
27.11.2010
Gesänge für die Hardrockfee
Der Mann von Mitte vierzig ist ein neusachlicher Romantiker: In
seinen Gedichten ist Dirk von Petersdorff auf der Höhe von Zeit und
Kunst.
Von Harald Hartung
In den alten Zeiten, als man an die Avantgarde glaubte, gab es nur
die eine Richtung: vorwärts! Dann kam das Anything goes der
Postmoderne, aber wie und wohin sollte es gehen? Einer der damals
Jungen wusste es. Der sechsundzwanzigjährige Dirk von Petersdorff
nannte 1992 sein Debüt so munter wie entschieden: "Wie es
weitergeht". Freilich sagte er nicht, ob nach vorn oder
zurück. Er hielt sich listig alle Optionen offen. Man begrüßte ihn
als den "Schelm unter den Postmodernen", erkannte aber
nicht, welcher Art dieses Schelmentum war. Es war geboren aus der
romantischen Ironie, aus Schlegel und Novalis.
Inzwischen sieht man deutlicher. Dirk von Petersdorff ist ein
retrograder Avantgardist. Er ist in einer Vergangenheit unterwegs,
die wieder Zukunft werden möchte. Der Weg nach Innen führt durch
die Oberfläche. Der Glaube steht unter Vorbehalt. Alles Leben ist
erst einmal Kunst, ehe es wieder Leben werden kann. Das zeigt
faszinierend der neue …
23.11.2010
Die vollen Lippen
waren nur geliehen
Wenn die Ironie verbraucht ist: Der Lyriker
Dirk von Petersdorff besingt die Träume seiner Jugend
„Das Leben ging so leicht wie Rennradfahren / im weißen Flatterhemd zum Ostseestrand“ – so freudig beginnt das erste von zwölf Sonetten des Zyklus „Die Vierzigjährigen“ im neuen Gedichtband von Dirk von Petersdorff. Aber es ist „Alter Freund, alte Freundin“ überschrieben, und schnell gewinnt Katerstimmung die Oberhand: „. . . jetzt ist in deinem Lächeln manchmal Mühe“. Als cherry on the sundae fungiert das abschließende Verspaar: „Ich seufze plötzlich auf im Sommerwind, / und du brauchst einen Mann, du willst ein Kind.“
Dieses Syndrom aus Nostalgie und Katzenjammer entfaltet sich in jedem Sonett, aber dank dem flotten Bänkelsänger-Ton aus dem frühen zwanzigsten Jahrhundert liest sich der Zyklus überaus kurzweilig. Er enthält die immer wieder ironisch umkreiste Klage einer Generation: Die Zukunft liegt hinter uns. Wo sie sich aufdrängt („du willst ein Kind“), da presst sie dem Ich einen Seufzer ab. Hier ist dieses Ich noch ein lyrisches, repräsentatives, und es mag …
05.04.2011
Beatrice von Matt preist Dirk von Petersdorff als meisterhaften
Lyriker der Verknappung und der Transparenz, die umso deutlicher
den rätselhaften Rest, der bei aller Klarheit bleibt,
herausstellen, wie sie meint. Bei aller "Leichtigkeit"
des Lyrikers scheint dann auch eine Melancholie hervor, die hinter
den alltäglichen Situationen lauert, meint Matt, die neben den sie
sehr überzeugenden neuen Gedichten am Anfang und am Ende des Bandes
im Mittelteil auch bereits bekannte Gedichte gerne wiedergelesen
hat. Ihr ist aufgefallen, dass der Lyriker zu persönlichen
Erfahrungen häufig Politisches anklingen lässt, wie die
Integrationsproblematik in dem Gedicht "In der Tiefe",
und sie freut sich schon jetzt auf neue Gedichte von
Petersdorff.
© Perlentaucher Medien GmbH
Autorenporträt zu "Dirk von Petersdorff"
Dirk von Petersdorff, geboren 1966, lebt in Jena, wo er an der
Friedrich-Schiller-Universität lehrt. Er veröffentlichte u. a.
'Wie es weitergeht', Gedichte (²1998),
'Zeitlösung', Gedichte (1995), 'Verlorene Kämpfe',
Essays (2001), 'Bekenntnisse und Postkarten', Gedichte
(1999), 'Die Teufel in Arezzo', Gedichte (2004) und die
Erzählung 'Lebensanfang' (2007) im Verlag C.H.Beck.
Er erhielt u. a. den Förderpreis des Literarischen März (1991), den
Kleist-Preis (1998) und den Preis der LiteraTour Nord (2000).
Im Jahre 2009 hatte er die Mainzer Poetikdozentur inne.
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