Kolonie zur Sonne - Popp, Steffen

Steffen Popp 

Kolonie zur Sonne

Gedichte

Broschiertes Buch
 
versandkostenfrei
innerhalb Deutschlands
20 ebmiles sammeln
EUR 19,90
Sofort lieferbar
Alle Preise inkl. MwSt.
Bewerten Empfehlen Merken Auf Lieblingsliste


Kolonie zur Sonne

Was sich mir zunehmend als das eigentliche Projekt der Poesie erschließt und in meinem Schreiben zumindest ansatzweise ständig geschieht, ist die Verwirklichung der poetischen Praxis, ihre Umsetzung in eine Lebensform. Dabei geht es nicht zuletzt auch darum, herauszufinden, wie die spezifischen Orientierungen und Verfahrensweisen der Poesie mit denen anderer Lebensformen zusammenhängen. Schließlich ist von vornherein das Leben in seiner Gesamtheit der einzige Gegenstand, bearbeiten wir immer nur die ses mit allen verfügbaren Mitteln. So möchte ich, wenn ich die poetische Praxis hier überhaupt von der lebendigen abhebe, einfach nur sagen: Es wäre verfehlt, zu beklagen, dass unsere Anstrengungen der Wirklichkeit nicht gerecht werden, wir uns ihr bestenfalls annähern können, denn eigentlich betreiben wir die entgegengesetzte Bewegung, die Verlebendigung dieser Wirklichkeit im Gedicht. Indem wir die Sprache wählten, das abstrakteste Medium und "oenbar schlechteste Werkzeug für alles", wählten wir zugleich den am weitesten entwickelten Hebel, und das Gedicht, in seiner Lebensferne, ist nichts anderes als eben unser Bemühen um dieses Leben: Nur was wir in poetische Praxis umsetzen, kann guten Gewissens als "anthropologisch gemeistert" gelten. "glückssendend, schönheitstriefend, abgefahren" Volltext


Produktinformation

  • Verlag: Kookbooks
  • 2008
  • Ausstattung/Bilder: 2008. 59 S.
  • Seitenzahl: 59
  • Kookbooks, Reihe Lyrik Bd.13
  • Deutsch
  • Abmessung: 213mm x 134mm x 8mm
  • Gewicht: 127g
  • ISBN-13: 9783937445359
  • ISBN-10: 3937445358
  • Best.Nr.: 23907093

Perlentaucher-Notiz zur FR-Rezension

Rezensent Michael Braun ist von Steffen Popps Gedichtband "Kolonie Zur Sonne" schlicht hingerissen. Über die Jury des Leonce-und-Lena-Preis, die dem Lyriker beim Wettlesen 2007 Unverständnis entgegenbrachte, kann er nur den Kopf schütteln. Er sieht in Popp den "sprachschöpferischsten Autors der jungen Gegenwartslyrik", einen "Tonsetzer ästhetischer Widersprüche und Paradoxa", dem es um "poetische Wiederverzauberung unter modernen Ernüchterungsbedingungen" geht. Er schwärmt von der Sprachmächtigkeit des Lyrikers, seinen starken Bildern und Kompositionen. Besonders beeindruckt ihn, wie Popp das Hohe und das Profane, das Romantische und das Ernüchternde, die alte "Pathos-Herrlichkeit" und banale "technische Vokabularien" spannungsreich und kunstvoll zusammenbringt, und dabei alle sprachlichen Möglichkeiten ausschöpft. Sein Fazit: eins der "faszinierendesten Sprachereignisse in der Lyrik der letzten Jahre".

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 10.01.2009

Dichten ist wilde, verwegene Jagd

Poesie als Lebensform: Steffen Popp führt mit seinem zweiten Lyrikband den Nachweis, dass im zeitgenössischen Gedicht Erfahrungen ganz eigener Art möglich sind.

Von Richard Kämmerlings

In der aktuellen Ausgabe des "Waidblatts", dem Mitteilungsorgan des "Jagdschutz und Jägervereins e.V. Kaufbeuren", gibt es neben Artikeln übers Jagdhornblasen und Rubriken wie dem "Jagdhunde Rasseporträt", den "Jägerwitzen" und dem "Wildrezept" auch einen eigenen Beitrag zur "Jagd-Lyrik". Es sei ermutigend, so hebt dessen Verfasser an, dass man hin und wieder moderne Lyrik finde, die sich mit dem Thema Jagd beschäftige: "In der schreibenden Kunstszene ist also die Jagd noch nicht abgeschrieben."

Als Beleg folgt "Magische Jagdpost aus Rehheim", das wie zahlreiche andere Gedichte Steffen Popps in dieser Zeitung vorabgedruckt wurde (F.A.Z. vom 27. Dezember 2007). Es hat vier Strophen und beginnt so: "Pirschzeichen, hügelan fliegender Schweiß / die Landschaft berührt uns mit Bäumen / dein Kopf in Wolken, deine Hand, du liegst / so lebendig im Gras, aber da ist kein Puls // Probleme der Ausrüstung, die Schwierigkeit …

Weiter lesen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 05.02.2009

Eine Haltestelle für dünnen Schnee
Weltraumlyrik: Steffen Popp bedichtet die „Kolonie Zur Sonne”
Wenn es stimmt, was Gottfried Benn sagt, dass ein Dichter in seinem Leben bestenfalls sechs Gedichte zu schaffen vermag, welche die Zeiten überdauern werden, dann, so steht zu befürchten, ist von Steffen Popp in Zukunft nicht mehr viel zu erwarten. Denn sechs Gedichte, die bleiben, so viele müssen sich doch finden in „Kolonie Zur Sonne”, dem zweiten Band des 1978 in Greifswald geborenen, in Dresden aufgewachsenen und inzwischen in Berlin lebenden Autors. Allerdings hat der Rezensent, dem diese Vermutung durch den Kopf schießt, bis dato überhaupt nur die ersten beiden Gedichte des Buches gelesen – diese aber dafür immer wieder und wieder, und zwar über Wochen hinweg.
Festgebissen hat er sich an ihnen und sich dabei ein ums andere Mal gefragt, ob es nicht vielleicht bloß Blendwerk ist, was Popp da präsentiert, ein geschicktes Spiel mit Reimen, Alliterationen, vor allem aber mit einem hohen Ton, der, wie ein Geldschein vom Sicherheitsfaden, von feiner Ironie durchwirkt ist. Doch klingen diese Gedichte nur toll, und steckt in Wirklichkeit vielleicht …

Weiter lesen
Steffen Popp, geboren 1978 in Greifswald, aufgewachsen in Dresden, lebt in Berlin. Er veröffentlichte den Gedichtband »Wie Alpen«, kookbooks 2004, den Roman »Ohrenberg oder der Weg dorthin«, kookbooks 2006, und gemeinsam mit Uljana Wolf, »Reisen in Ziegengeschwindigkeit«, Übersetzungen des amerikanischen Dichters Christian Hawkey, kookbooks 2008. Er erhielt unter ande rem den Kranichsteiner Förderpreis, den Heimrad-Bäcker-Förderpreis und den Rauriser Literaturpreis.

Ein Marktplatz-Angebot für "Kolonie zur Sonne" für EUR 14,95

Zustand Preis Porto Zahlung Verkäufer Rating
gebraucht; wie neu 14,95 2,30 PayPal, Banküberweisung Brungs und Hönicke Medienversand 99,3% ansehen
Mehr von