Kanon vor dem Verschwinden - Schulz, Tom

Tom Schulz 

Kanon vor dem Verschwinden

Gedichte

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Produktbeschreibung zu Kanon vor dem Verschwinden

"Tom Schulz versteht es, die Sprache auf Bilder hin abzuscannen, die sich beim Leser tief ins Gedächtnis graben." -- GUY HELMINGER

"Wir hatten den Bärlauch / gefangen, er war grün und schrie nicht" - zurück von seinen poetischen Streifzügen durch unsere Welt, breitet Tom Schulz in Kanon vor dem Verschwinden seine Beute, seine Schätze aus: Gedichte, die das ganze Spektrum der Tonlagen, die Könnerschaft dieses Lyrikers offenbaren. Er kann und will zum Glück nicht anders - mit Tom Schulz hat die Oberlausitz einen Lyriker hervorgebracht, aus dessen Gedichten eine bezwingende Notwendigkeit spricht. Jenseits jeder künstlerischen Attitüde setzt sich hier ein hochreflektiertes lyrisches Ich der Welt aus und erzählt davon in Bildern, die assoziative Fülle und präzise Beobachtung in sich vereinen. Tom Schulz beherrscht die unterschiedlichsten Tonlagen und setzt sie gezielt ein. Unerschrocken mischt er Bilderstakkato, gebrochenen Beat, kalauerndes Sprachspiel, aber auch zärtlich elegische Töne und verwandelt so die Wunden, Risse und Brüche, die er überall wahrnimmt, egal, ob er die Isarauen entlanggeht oder die Kastanienallee, in eine wilde Poesie, aus der vor allem eines spricht: der feste Glaube an die eigene Macht. Wie kritisch und skeptisch Tom Schulz diese Welt auch betrachtet, er findet - er kann nicht anders - fast wider Willen noch im trostlosesten Brachland eine leuchtend blaue Blume.

Produktinformation


  • Verlag: Berlin Verlag
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 99 S.
  • Seitenzahl: 99
  • Deutsch
  • Abmessung: 211mm x 131mm x 17mm
  • Gewicht: 205g
  • ISBN-13: 9783827008749
  • ISBN-10: 3827008743
  • Best.Nr.: 26240542
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 22.10.2009

Reizstromwäsche

"Die Liebe ist eine zu häufige Blume" - wenn ein Lyriker das sagt, dann hat er wohl einen anderen Eros im Sinn. Tom Schulz, 1970 in der Oberlausitz geboren und auch als Übersetzer und Herausgeber hervorgetreten, setzt auf den Eros der Sprache. Er spricht von einem "Gedicht, das mit der Sprache schlief". Sein Band "Kanon vor dem Verschwinden" hat freilich keinen kulturkonservativen Kanon im Sinn. Er steht in der Tradition von Dadaismus und Surrealismus. Gern persifliert er das Pathos großer Poesie - wenn auch mit mäßigem Witz. Dylan Thomas' Wendung "Dem Tod soll kein Reich bleiben" wird zu "dem Tod soll keine Gründerzeitvilla bleiben". Und bei der Zeile "durch soviel Kuhmist geschritten" sollen wir an Benns Artistik denken: "Durch soviel Formen geschritten". Die Titel der Gedichte von Tom Schulz suggerieren Welthaltigkeit. Da figurieren Orte von Cordoba bis zu den Isarauen, von der Saarschleife bis Anatolien. "Die Holledau, die blöde" klingt als Titel lustig. Doch das Spiel der Worte gibt dem Ort keine Chance. Es ist ohne Geduld. Schulz erfindet zum Mobilfunk einen "Debilfunk". "Reizstromwäsche" kombiniert nach schlichtem Rezept zwei Begriffe …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 04.08.2010

Pathos mit Tomaten
Aus Furcht, die Dinge zu benennen, tanzt Tom Schulz im „Kanon vor dem Verschwinden” graziös mit seinen Gedichten auf der heißen Herdplatte
Dieser Dichter hat eigentlich Angst, die Dinge zu benennen, und es gelingt ihm, diese Angst auch uns einzuflößen. Wie besessen holt er Wörter hervor, welche zwar nicht die Dinge sind, aber doch so nahe bei ihnen, dass sie stellvertretend deren Härte, Geruch, Farbe und Geschmack simulieren können, vor allem auch ihre Aggressivität oder Zärtlichkeit. Aber kaum genannt, lässt er sie fallen, kalauert sie weg, deutet sie um.
Die Gedichte, oft aus drei- oder vierzeiligen Strophen gebaut, sehen auf dem Papier sehr ordentlich aus, aber kaum ein Satz passt in einen Vers, und kaum ein Strophenende gibt Zeit zum Atemholen. Der Tänzer auf einer Herdplatte: Wohin er auch tritt, ist es zu heiß, um nur eine Sekunde auszuharren. Also darf er nicht aufhören zu tanzen, und wir dürfen nicht aufhören zu lesen. Natürlich ist das im Ernst unmöglich, aber künstlerisch gelingt es, wenn das Gedicht sich unangemeldet unterbricht oder mit einem Doppelpunkt seine Unbeendbarkeit ausdrückt, wie dieses …

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Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

Hans-Peter Räkel fürchtet sich ein wenig vor diesen Texten. Schaurig schön, kann man sagen, ist sein Empfinden beim Lesen der Gedichte von Tom Schulz. Die Angst, die Dinge zu benennen geht einher mit Umdeutungen und surrealistischen Kalauern, die Räkel wieder Spaß machen. So wird der Kanon vom Verschwinden wieder eine Feier des Lebens, findet Räkel. Und dann und wann ein Gedicht so schön, dass der Rezensent sich die Augen reibt. Ein zärtliches Gefühl plötzlich. Die Pole also, zwischen denen Schulz sich bewegt, so klärt Räkel, seien Furcht und Liebe. Und wo ein Haupt- oder Aussagesatz dem eigentlichen Niveau des Dichters nicht ganz gerecht wird, nimmt sich der Rezensent die Freiheit, einfach drüberwegzulesen.

© Perlentaucher Medien GmbH

„Tom Schulz versteht es, die Sprache auf Bilder hin abzuscannen, die sich beim Leser tief ins Gedächtnis graben."
Tom Schulz wurde 1970 in der Oberlausitz geboren, seit 2002 ver - öffentlicht er Lyrik und Prosa. Er ist Dozent für Kreatives Schreiben und Lyrikworkshops an der Universität Augsburg und Redakteur der Literaturzeitschrift Lauter Niemand. Zu sammen mit Björn Kuhligk gibt er die Kneipenbuchreihe im Berliner Taschenbuch Verlag heraus. Zuletzt erschienen von ihm die Bände Vergeuden, den Tag, kookbooks 2006, Hundert Jahre Rütli, SuKuLTur 2007 und Abschied von Gomera, Eloisa Cartonera 2008.

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  • Gewicht: 205g
  • ISBN-13: 9783827008749
  • ISBN-10: 3827008743
  • Best.Nr.: 26240542

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Kurzbeschreibung

"Tom Schulz versteht es, die Sprache auf Bilder hin abzuscannen, die sich beim Leser tief ins Gedächtnis graben." -- GUY HELMINGER

Beschreibung

"Wir hatten den Bärlauch / gefangen, er war grün und schrie nicht" - zurück von seinen poetischen Streifzügen durch unsere Welt, breitet Tom Schulz in Kanon vor dem Verschwinden seine Beute, seine Schätze aus: Gedichte, die das ganze Spektrum der Tonlagen, die Könnerschaft dieses Lyrikers offenbaren. Er kann und will zum Glück nicht anders - mit Tom Schulz hat die Oberlausitz einen Lyriker hervorgebracht, aus dessen Gedichten eine bezwingende Notwendigkeit spricht. Jenseits jeder künstlerischen Attitüde setzt sich hier ein hochreflektiertes lyrisches Ich der Welt aus und erzählt davon in Bildern, die assoziative Fülle und präzise Beobachtung in sich vereinen. Tom Schulz beherrscht die unterschiedlichsten Tonlagen und setzt sie gezielt ein. Unerschrocken mischt er Bilderstakkato, gebrochenen Beat, kalauerndes Sprachspiel, aber auch zärtlich elegische Töne und verwandelt so die Wunden, Risse und Brüche, die er überall wahrnimmt, egal, ob er die Isarauen entlanggeht oder die Kastanienallee, in eine wilde Poesie, aus der vor allem eines spricht: der feste Glaube an die eigene Macht. Wie kritisch und skeptisch Tom Schulz diese Welt auch betrachtet, er findet - er kann nicht anders - fast wider Willen noch im trostlosesten Brachland eine leuchtend blaue Blume.

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22.10.2009

Reizstromwäsche

"Die Liebe ist eine zu häufige Blume" - wenn ein Lyriker das sagt, dann hat er wohl einen anderen Eros im Sinn. Tom Schulz, 1970 in der Oberlausitz geboren und auch als Übersetzer und Herausgeber hervorgetreten, setzt auf den Eros der Sprache. Er spricht von einem "Gedicht, das mit der Sprache schlief". Sein Band "Kanon vor dem Verschwinden" hat freilich keinen kulturkonservativen Kanon im Sinn. Er steht in der Tradition von Dadaismus und Surrealismus. Gern persifliert er das Pathos großer Poesie - wenn auch mit mäßigem Witz. Dylan Thomas' Wendung "Dem Tod soll kein Reich bleiben" wird zu "dem Tod soll keine Gründerzeitvilla bleiben". Und bei der Zeile "durch soviel Kuhmist geschritten" sollen wir an Benns Artistik denken: "Durch soviel Formen geschritten". Die Titel der Gedichte von Tom Schulz suggerieren Welthaltigkeit. Da figurieren Orte von Cordoba bis zu den Isarauen, von der Saarschleife bis Anatolien. "Die Holledau, die blöde" klingt als Titel lustig. Doch das Spiel der Worte gibt dem Ort keine Chance. Es ist ohne Geduld. Schulz erfindet zum Mobilfunk einen "Debilfunk". "Reizstromwäsche" kombiniert nach schlichtem Rezept zwei Begriffe …

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04.08.2010

Pathos mit Tomaten
Aus Furcht, die Dinge zu benennen, tanzt Tom Schulz im „Kanon vor dem Verschwinden” graziös mit seinen Gedichten auf der heißen Herdplatte
Dieser Dichter hat eigentlich Angst, die Dinge zu benennen, und es gelingt ihm, diese Angst auch uns einzuflößen. Wie besessen holt er Wörter hervor, welche zwar nicht die Dinge sind, aber doch so nahe bei ihnen, dass sie stellvertretend deren Härte, Geruch, Farbe und Geschmack simulieren können, vor allem auch ihre Aggressivität oder Zärtlichkeit. Aber kaum genannt, lässt er sie fallen, kalauert sie weg, deutet sie um.
Die Gedichte, oft aus drei- oder vierzeiligen Strophen gebaut, sehen auf dem Papier sehr ordentlich aus, aber kaum ein Satz passt in einen Vers, und kaum ein Strophenende gibt Zeit zum Atemholen. Der Tänzer auf einer Herdplatte: Wohin er auch tritt, ist es zu heiß, um nur eine Sekunde auszuharren. Also darf er nicht aufhören zu tanzen, und wir dürfen nicht aufhören zu lesen. Natürlich ist das im Ernst unmöglich, aber künstlerisch gelingt es, wenn das Gedicht sich unangemeldet unterbricht oder mit einem Doppelpunkt seine Unbeendbarkeit ausdrückt, wie dieses …

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Perlentaucher-Notiz zur SZ-Rezension

04.08.2010

Hans-Peter Räkel fürchtet sich ein wenig vor diesen Texten. Schaurig schön, kann man sagen, ist sein Empfinden beim Lesen der Gedichte von Tom Schulz. Die Angst, die Dinge zu benennen geht einher mit Umdeutungen und surrealistischen Kalauern, die Räkel wieder Spaß machen. So wird der Kanon vom Verschwinden wieder eine Feier des Lebens, findet Räkel. Und dann und wann ein Gedicht so schön, dass der Rezensent sich die Augen reibt. Ein zärtliches Gefühl plötzlich. Die Pole also, zwischen denen Schulz sich bewegt, so klärt Räkel, seien Furcht und Liebe. Und wo ein Haupt- oder Aussagesatz dem eigentlichen Niveau des Dichters nicht ganz gerecht wird, nimmt sich der Rezensent die Freiheit, einfach drüberwegzulesen.

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„Tom Schulz versteht es, die Sprache auf Bilder hin abzuscannen, die sich beim Leser tief ins Gedächtnis graben."

Autorenporträt zu "Tom Schulz"

Tom Schulz wurde 1970 in der Oberlausitz geboren, seit 2002 ver - öffentlicht er Lyrik und Prosa. Er ist Dozent für Kreatives Schreiben und Lyrikworkshops an der Universität Augsburg und Redakteur der Literaturzeitschrift Lauter Niemand. Zu sammen mit Björn Kuhligk gibt er die Kneipenbuchreihe im Berliner Taschenbuch Verlag heraus. Zuletzt erschienen von ihm die Bände Vergeuden, den Tag, kookbooks 2006, Hundert Jahre Rütli, SuKuLTur 2007 und Abschied von Gomera, Eloisa Cartonera 2008.

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