Die K-Gedichte - Gernhardt, Robert

Robert Gernhardt 

Die K-Gedichte

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Die K-Gedichte

Robert Gernhardt stellt helle und schnelle Gedichte zu zwei düsteren Themen vor: zu seiner Krebserkrankung und zum Irak-Krieg. Widmete er sich 1996 in "Herz in Not" den Schmerzen am Herzen, so flicht er nun einer anderen Volkskrankheit einen Gedichtkranz: "Krankheit als Schangse". Denn: Wenn einer eine Chemo macht, dann kann er was erzählen. Was hingegen aus dem Weißen Haus und aus Bagdad berichtet wurde, das greift Robert Gernhardt in seinen Sonetten auf, die vor und während des Irak-Kriegs entstanden sind: "Krieg als Shwindle". Krankheit und Krieg setzt der Dichter Kritik und Kunstverstand entgegen. Sein unerschrockener Humor sorgt dafür, dass ein weiteres K nicht zu kurz kommt: Komik.


Produktinformation

  • Verlag: S. Fischer
  • 2004
  • Ausstattung/Bilder: 2004. 102 S.
  • Seitenzahl: 102
  • Deutsch
  • Abmessung: 196mm x 129mm x 14mm
  • Gewicht: 191g
  • ISBN-13: 9783100255075
  • ISBN-10: 3100255070
  • Best.Nr.: 12776772

Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Gernhardt kann sich auf sein Handwerk verlassen", stellt Martin Krumbholz nach der Lektüre des Gedichtbandes von Robert Gernhardt fest. Der erste Teil, in dem Gernhardt sich in rund fünfzig Gedichten mit seiner Krebserkrankung beschäftigt, strotzt vor "unerschöpflichem Einfallsreichtum" und vermittelt doch das "Persönlichste": die Erfahrung der eigenen Sterblichkeit. In der "unschuldigen Heiterkeit" des Reims erkennt der Rezensent den Triumph des menschlichen Geistes und des Überlebenswillens. Er verzeiht Gernhardt auch einen bisweilen übertriebenen Aufklärungsdrang. Das gehöre zur Selbstmotivation innerhalb der Therapie und sei damit legitim. Der zweite Teil über den Irak-Krieg kann Krumbholz dagegen nicht hinter dem Ofen hervorlocken, hier arbeite Gernhardt handwerklich versiert sein "politisches Pflichtpensum redlich ab".

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 27.08.2004

Ein Wohnhaus grimmer Schmerzen
Vom Krebs, vom Kummer, vom Krieg, von Klugheit und Komik: Robert Gernhardts K-Gedichte
Die drei K für Frauen, von Wilhelm Zwo erfunden, gelten als überholt; zumindest soll der Faktor „Kirche” inzwischen durch „Karriere”, „Kaufrausch” oder „Kamasutra” ersetzt worden sein. Mit dem Buchstaben K jedoch hat es eine kuriose Bewandtnis. Nicht nur der letzte deutsche Kaiser fühlte sich von ihm angeregt, sondern zum Beispiel auch Brecht, als er den Herrn K. erfand; Kafka trug ihn gleich zweimal im Namen und schuf noch einen Josef K. dazu, und Robert Gernhardt schrieb vor geraumer Zeit in einem poetologischen Essay: „Die hilfreiche Klammer für mein Dichten und Trachten war über Jahre mit K wie Komik beschriftet.”
Eine andere K-Klammer hatte sich da längst angedeutet: der Körper, ein mehrfach wiederkehrendes, mit dunklen Ahnungen und Vanitas-Gedanken besetztes Thema, im Titel einer berühmten Gedichtsammlung leicht frivol alliterierend mit „Cafés”. Ein kurz zuvor erschienener Erzählungsband hieß „Kippfigur”. Und das Tier, das in einer der populärsten Bildgeschichten Gernhardts einer sehr selbstbezogenen …

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Gernhardt kann sich auf sein Handwerk verlassen", stellt Martin Krumbholz nach der Lektüre des Gedichtbandes von Robert Gernhardt fest. Der erste Teil, in dem Gernhardt sich in rund fünfzig Gedichten mit seiner Krebserkrankung beschäftigt, strotzt vor "unerschöpflichem Einfallsreichtum" und vermittelt doch das "Persönlichste": die Erfahrung der eigenen Sterblichkeit. In der "unschuldigen Heiterkeit" des Reims erkennt der Rezensent den Triumph des menschlichen Geistes und des Überlebenswillens. Er verzeiht Gernhardt auch einen bisweilen übertriebenen Aufklärungsdrang. Das gehöre zur Selbstmotivation innerhalb der Therapie und sei damit legitim. Der zweite Teil über den Irak-Krieg kann Krumbholz dagegen nicht hinter dem Ofen hervorlocken, hier arbeite Gernhardt handwerklich versiert sein "politisches Pflichtpensum redlich ab".

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Robert Gernhardt,1937 in Reval/Estland geboren, studierte Malerei und Germanistik in Stuttgart und Berlin. Er lebt als freier Schriftsteller, Maler, Zeichner und Karikaturist in Frankfurt am Main. Für sein Werk wurde Robert Gernhardt mit mehreren Preisen ausgezeichnet, zuletzt mit dem Joachim-Ringelnatz-Preis. Im Frühjahr 2004 erschien der von Robert Gernhardt und Klaus Cäsar Zehrer herausgegebene Band "Hell und Schnell. 555 komische Gedichte aus 5 Jahrhunderten".

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