Die Elixiere der Wissenschaft - Enzensberger, Hans M.

Hans M. Enzensberger 

Die Elixiere der Wissenschaft

Seitenblicke in Poesie und Prosa

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Die Elixiere der Wissenschaft

Hans Magnus Enzensberger hat sich seit seinen literarischen Anfängen immer wieder mit naturwissenschaftlichen Themen, mit Wissenschaftsgeschichte und mit den Erkenntnismethoden und Biographien der Forscher beschäftigt. Für ihn ist es ganz selbstverständlich, daß die Poesie und die Wissenschaften nicht nur eine gemeinsame Wurzel haben, sondern ihre Begegnung auf Augenhöhe heute mehr denn je zukunftsträchtig und notwendig ist. Daß ein Poet sich mit Mathematik und Chemie, Medizin, Teilchenphysik und Genetik zu beschäftigen hat, wenn er in der Literatur ernst genommen werden will, gilt ihm als ausgemacht; um so mehr, als die Entdeckung der Poesie in den Wissenschaften selbst "unseren trägen Hirnen ein gewisses Fitneß-Training und ganz ungewohnte Lustgefühle verschaffen könnte".

Für diesen Band hat Enzensberger Gedichte aus seinem Gesamtwerk und acht umfangreiche, zum Teil bislang ungedruckte Aufsätze zusammengestellt.


Produktinformation

  • Verlag: Suhrkamp
  • 2004
  • Ausstattung/Bilder: 2004. 280 S.
  • Seitenzahl: 280
  • Suhrkamp Taschenbücher Nr.3632
  • Best.Nr. des Verlages: 45632
  • Deutsch
  • Abmessung: 179mm x 110mm x 18mm
  • Gewicht: 176g
  • ISBN-13: 9783518456323
  • ISBN-10: 3518456326
  • Best.Nr.: 12508036
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 09.03.2002

Das Heimweh nach dem Stahlstich im Blätterteig der Zeit
Wehrlos vor der eigenen Brillanz: Hans Magnus Enzensberger präsentiert seine „Elixiere der Wissenschaft” als Mischgebräu aus Metapher und Anekdote
Also wie steht es jetzt mit der Mathematik, diesem Probstein allen wissenschaftlichen Denkens? Haben wir, die Nichtmathematiker, eine Chance zu kapieren, womit sie sich beschäftigt? Hans Magnus Enzensberger beklagt sie sehr, die Ignoranz der Allermeisten, die sich beifallheischend für völlig unbeleckt und unbeleckbar erklärt, für „unmathematisch” im selben Sinn, wie es unmusikalische Seelen gibt, doch mit weit besserem Gewissen. Auch ein unmusikalischer Mensch, meint Enzensberger, könne doch wenigstens ein oder zwei Lieder singen, wenn auch vielleicht etwas krächzend. Gewissermaßen mit der linken Hand führt er an einer Stelle eine mathematische Operation aus und bemerkt: „Es ist ein Kinderspiel.” Das mag sein – sofern es sich bei dem Kind, das da spielt, um Blaise Pascal handelt. Uns alte Esel aber soll es kränken und beschämen.
Die Frage nach Möglichkeiten der Kontaktaufnahme ist damit noch nicht entschieden. Als Beispiel dafür, wie …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 19.03.2002

Die letzten Mohikaner der Metaphysik erleben gerade ihre manische Phase
Wer mag, nenne diesen Zustand Nüchternheit: Hans Magnus Enzensberger singt ein neues Lied von den zwei Kulturen / Von Gero von Randow

Das gibt Ärger. Es sei denn, "der Shakespeare-Forscher, der noch nie eine Seite von Darwin gelesen hat, der Maler, dem schon schwarz vor Augen wird, wenn von komplexen Zahlen die Rede ist, der Psychoanalytiker, der nichts von den Resultaten der Insektenforscher weiß" - es sei denn also, diese und andere "unfreiwillig komische Figuren", die Hans Magnus Enzensberger aufführt, lesen seinen Band "Die Elixiere der Wissenschaft" nicht. Womit leider gerechnet werden muß, denn "bekanntlich", schreibt der Autor, "ist die Ignoranz eine Himmelsmacht".

Enzensbergers neues Buch versammelt Essays, Aufsätze, Zeitungsartikel und Gedichte aus beinahe vierzig Jahren schriftstellerischer Arbeit an den Tatsachen. Das verbindende Sujet ist die Wissenschaft. Zu den leidenschaftlichsten Stücken zählt der Vortrag "Zugbrücke außer Betrieb", 1998 gehalten auf dem mathematischen Weltkongreß in Berlin. Auf diesen Auftritt ist die Mathematikerzunft mindestens so …

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"Unwiderstehlich gut munden diese Elixiere einer Poesie der Wissenschaft, weil sie witzig spüren lassen, wieviel Poesie in der Wissenschaft und wieviel Wissen in sogenannten schönen Literatur versteckt sein kann."
Jochen Hörisch Frankfurter Rundschau

"...eine Verbeugung anlässlich des neuen Buches von H.M. Enzensberger"

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Für Gero von Randow ist H.M. Enzensberger der einzige deutsche Schriftsteller, der die Naturwissenschaften einerseits ernst nimmt ("Deutschlands bester Wissenschaftsjournalist", heißt es lobend) und andererseits auch Anreize und literarischen Profit daraus zieht. "Poesie kann von allem handeln, was der Fall ist", zitiert ihn Randow. In Enzensberger neuestem Buch ist die Wissenschaft das verbindende Element der Texte: Artikel, Glossen, Gedichte, Essays aus beinahe 40 Jahren schriftstellerischer Auseinandersetzung mit der Welt der Tatsachen sind in "Die Elixiere der Wissenschaft" versammelt. Randow gerät regelrecht ins Schwärmen ob der "lakonischen Poesie" der Tatsachen, die von Enzensberger "in Eigenfrequenz" zum Schwingen gebracht werde. Der Dichter biedere sich weder an, noch stelle er sich mit seiner Kunst über die Wissenschaft, schreibt der Rezensent, vielmehr gehe es ihm um eine "Poesie der Wissenschaften", die im übrigen eine blühende Metaphernlandschaft zur Disposition stelle. Enzensberger nüchterner und neugieriger Blick dafür geht einher mit einer politischen Wachsamkeit, schließt der begeisterte Artikel, die der Autor auch bei gewandelten Überzeugungen nie aufgegeben habe.

© Perlentaucher Medien GmbH

"Unwiderstehlich gut munden diese Elixiere einer Poesie der Wissenschaft, weil sie witzig spüren lassen, wieviel Poesie in der Wissenschaft und wieviel Wissen in sogenannten schönen Literatur versteckt sein kann." Jochen Hörisch Frankfurter Rundschau
Hans Magnus Enzensberger, geb. 1929 in Kaufbeuren, lebt in München. 1963 erhielt Hans Magnus Enzensberger den Georg-Büchner-Preis.

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