Der Band versammelt die rund 200 berühmtesten deutschen Gedichte
von den Merseburger Zaubersprüchen bis zum 'Kinderlied' von
Günter Grass. Es sind die Gedichte, die über Jahrzehnte und
Jahrhunderte hinweg in den verbreitetsten Sammlungen und
Anthologien am häufigsten und am nachhaltigsten vertreten sind. Mit
dem Anspruch der Auswahl des Besten haben Autoren und Herausgeber
vom 18. Jahrhundert über Stifter und Storm bis zu Ulla Hahn, Marcel
Reich-Ranicki und Peter Härtling in unseren Tagen den Kanon
deutscher Gedichte immer wieder neu moduliert. Moden und Vorlieben
des Geschmacks, Traditionsbrüche und Traditionsvergewisserung
spielen dabei eine unübersehbare Rolle. Und doch lassen sich mit
den Mitteln der Statistik aus der Summe der Auswahlentscheidungen
gelehrter, gebildeter, oft selbst literarisch ausgewiesener Sammler
die Umrisse eines ultimativen Kanons bestimmen.
In dem vorliegenden Band sind die kanonbildenden Gedichte
chronologisch nach den Lebensdaten der Autoren angeordnet. In einem
Anhang werden die ausgewerteten Sammlungen und die Häufigkeit der
Gedichtabdrucke in den Anthologien dokumentiert.
Hans Braam, geboren 1939, war nach Architekturstudium und Studium der Germanistik Assistent am Germanistischen Institut der Technischen Hochschule in Aachen, dann Studienrat am Berufskolleg in Kleve. Er ist Mitherausgeber eines ›Literarischen Arbeitsbuches‹ für Schulen.Prof. Dr. Helmut Schanze, geb. 1939, ist Professor für Neuere Deutsche Literatur an der Universität/GH Siegen, Medienwissenschaftler und ausgewiesener Experte für die deutsche Literatur im 18. und 19. Jhdt. Im Kröner-Verlag hat er das ›Romantik-Handbuch‹ und das ›Handbuch der Mediengeschichte‹ herausgegeben. Weitere Veröffentlichungen u.a.: ›Romantik und Aufklärung. Untersuchungen zu Friedrich Schlegel und Novalis‹, ›Die andere Romantik. Eine Dokumentation‹, ›Drama im bürgerlichen Realismus‹, ›Medienkunde für Literaturwissenschaftler‹, ›Rhetorik‹, ›Friedrich Schlegel und die Kunsttheorie seiner Zeit‹, ›Goethes Dramatik. Theater der Erinnerung‹, ›Medientheorien - Medienpraxis‹, ›Qualitative Aspekte des Medienwandels‹, ›Interaktive Medien und ihre Nutzer‹. 2 Bde., ›Europäische Kinokunst im Zeitalter des Fernsehens‹ .