"[Sein Gedicht] wirkt wie ein Beschwörungsritual, in dem ein Ich allerlei magische Kräfte entbindet, um sich seiner Existenz und seines metaphysischen Standorts zu vergewissern. Norbert Lange sucht den intensiven Austausch mit den Stimmen der poetischen Tradition, mit den poetischen Energien der lyrischen Vorfahren. Daraus entsteht eine gewaltige poetische Reibungshitze." (Michael Braun)
Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension
Nach dem Muster der Renaissance-Kunstkammer ist Norbert Langes Gedichtband konzipiert, indem er darin verschiedenste Gedichtsorten, Tonfälle und Erzählweisen vereint, stellt ein sehr eingenommener Rezensent Michael Braun fest. Schon der Titel macht in seinen Augen klar, dass es sich hier nicht um reine "Stimmungspoesie" handelt, vielmehr rekurriert Lange auf kanonische Texte der Dichtung, denen er durch "Freikratzen und Übermalen" neue Kraft verleiht, so der Rezensent. Dass ist mal bezaubern, mal aufrüttelnd, schwärmt Braun, der dem Leser so manche Entdeckung unter den Gedichten verspricht.
Norbert Lange, geboren 1978 in Gdingen/Polen, lebt als freier Autor, Herausgeber und Übersetzer aus dem Englischen in Berlin. Er kam in den Achtzigerjahren mit seinen Eltern nach Deutschland und wuchs im Rheinland auf. Er studierte von 1999-2001 Kunstgeschichte, Philosophie und Judaistik in Berlin, dann Literatur am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Er ist Gründungsmitglied der Lyrikknappschaft Schöneberg und Redakteur der Literaturzeitschrift radar.