Die hellen Tage - Bánk, Zsuzsa
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Zsuzsa Bánk 

Die hellen Tage

Roman

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Die hellen Tage

In einer süddeutschen Kleinstadt erlebt das Mädchen Seri helle Tage der Kindheit: Tage, die sie im Garten ihrer Freundin Aja verbringt, die aus einer ungarischen Artistenfamilie stammt und mit ihrer Mutter in einer Baracke am Stadtrand wohnt.

Aber schon die scheinbar heile Welt ihrer Kindheit in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts hat einen unsichtbaren Sprung: Seris Vater starb kurz nach ihrer Geburt, und Ajas Vater, der als Trapezkünstler in einem Zirkus arbeitet, kommt nur einmal im Jahr zu Besuch. Karl, der gemeinsame Freund der Mädchen, hat seinen jüngeren Bruder verloren, der an einem hellblauen Frühlingstag in ein fremdes Auto gestiegen und nie wieder gekommen ist.

Es sind die Mütter, die Karl und die Mädchen durch die Strömungen und Untiefen ihrer Kindheit lotsen und die ihnen beibringen, keine Angst vor dem Leben haben zu müssen und sich in seine Mitte zu begeben.

Zsuzsa Bánk erzählt die Geschichte dreier Familien und begleitet ihre jungen Helden durch ein halbes Leben: Als Seri, Karl und Aja zum Studium nach Rom gehen, wird die Stadt zum Wendepunkt ihrer Biographien - und zur Zerreißprobe für eine Freundschaft zwischen Liebe und Verrat, Schuld und Vergebung.

Nach ihrem hochgelobten Debütroman "Der Schwimmer" schreibt Zsuzsa Bánk die bewegende Geschichte dreier Kinder, die den Weg ins Leben finden. "Die hellen Tage" ist ein großes Buch über Freundschaft und Verrat, Liebe und Lüge - über eine Vergangenheit, die erst allmählich ihre Geheimnisse enthüllt, und die Sekunden, die unser Leben für immer verändern.


Produktinformation

  • Verlag: S. Fischer
  • 2011
  • Ausstattung/Bilder: 2011. 540 S.
  • Seitenzahl: 544
  • Deutsch
  • Abmessung: 212mm x 142mm x 38mm
  • Gewicht: 654g
  • ISBN-13: 9783100052223
  • ISBN-10: 3100052226
  • Best.Nr.: 32201552

Perlentaucher-Notiz zur ZEIT-Rezension

Absolut hingerissen ist Andreas Isenschmid von diesem Roman Zsuzsa Banks, "glücksverzaubert" nennt er ihn und liest ihn damit als radikales Gegenbuch zu Banks erstem tragisch grundierten Roman "Der Schwimmer". "Die hellen Tage" nun erzählt von der Freundschaft dreier Kinder, die gemeinsam - "hinter Kirchblüt, wo die Felder beginnen und die Kieswege sich kreuzen" - aufwachsen und nach Rom gehen, sich verlieren und wiederfinden. Was den Rezensenten so für den Roman einnimmt, sind nicht nur sein elegischer Ton, sein eigentümliches Schweben und seine "Weltverlorenheit", sondern der absolute Verzicht auf jede Reflexion: Beziehungen hat Isenschmid hier erlebt, nicht Beziehungsgespräche, Lebensgeschichte nicht Psychoanalyse. "Der Rest ist Farbe".

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 13.03.2011

Plötzlich im letzten Sommer

Bilder des Schreckens, Bilder des Glücks - Zsuzsa Bánks zweiter Roman "Die hellen Tage" nimmt uns mit auf eine lange Reise in die Kindheit

Dies ist ein zweites Buch. Und wie jedes zweite Buch wird es am ersten gemessen und entsprechend gezaust. Einerseits, heißt es, gleiche es dem erfolgreichen Vorgänger zu sehr, andererseits zu wenig. Zu sehr, weil es die gleichen Themen und Stimmungen habe, Schwermut, Heimatlosigkeit, das Ende der Kindheit, die kaputten Seelen der Erwachsenen, Freundschaft, Familie, Verlust. Und zu wenig, weil es eben auch wieder anders sei, an anderen Orten, zu anderen Zeiten spielend, mit einer anderen Ich-Erzählerin, die irgendwie nicht so konkret, nicht so packend, nicht so hautnah sei wie die erste. Ach.

Es ist ein Kreuz mit den zweiten Büchern: Sie können es denen, die die ersten Bücher gelesen haben, nie recht machen. Dabei sollte man erst einmal froh sein, dass es das zweite Buch überhaupt gibt. Dass es die sprachliche, die gedankliche, die thematische Höhe des ersten hält. Und dass es dazu noch eine andere, breiter angelegte, aber der vorigen wiederum nicht völlig entgegengesetzte …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 22.02.2011

Im Schatten junger Dreiecksblüte
Zsuzsa Bánks schwacher Roman „Die hellen Tage“ über eine zerbrechende Kinderfreundschaft biegt das Politische ins Private zurück – und müht sich um eine mythisierte Zeitgeschichte
Wer im wirklichen Leben eine Geschichte erzählt, folgt meist einfach seinem Temperament und der Situation. Einem Bekannten an der Bushaltestelle wird man etwas anderes erzählen als einer vertrauten Person im ausführlichen Gespräch, selbst wenn man vom selben Ereignis berichtet. Was im alltäglichen Umgang intuitiv geschieht, ist in der Literatur eine bewusste Entscheidung. Wie sich ein Autor seinen Stoff zurechtlegt, erkennt man am besten an der Wahl des Erzählers. Will er uns alles möglichst umfassend berichten, oder schränkt er die Sicht von vornherein ein? Nur der auktoriale Erzähler kann das Geschehen aus mehreren Perspektiven beleuchten. Leider ist er ein wenig aus der Mode gekommen, zugunsten des Ich-Erzählers, der lediglich seine eigene Sicht wiedergeben kann. Ist er eine originelle Figur, ein Fabulierer, Sonderling, Spinner wie Tristram Shandy oder Oskar Matzerath, so ist die Sache schon fast gewonnen. Verloren aber ist sie, wenn …

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Roman Bucheli zeigt sich verzaubert vom melancholischen Märchenton, der den zweiten Roman von Zsuzsa Bank prägt. Es ist ein schwebendes Gebilde sich immer neu formierender Dreieckskonstellationen, die in einem verwunschenen Häuschen in der Nähe von Heidelberg ihren Anfang nimmt und bis nach Rom führt. Die Autorin erzählt vom Erwachsenwerden dreier Kinder, die je Leerstellen ihres Lebens zu bewältigen haben, erklärt der Rezensent. Der Einsatz von Märchenmotiven und symbolischen Fügungen mag manchem zu dick aufgetragen sein, gibt er zu. Doch sie erzeugen die Musikalität und die Poesie dieses Romans, der für Bucheli als "Allegorie auf die unstillbare Sehnsucht nach vergangenem Glück" zu lesen ist.

© Perlentaucher Medien GmbH
Zsuzsa Bánk, geboren 1965, arbeitete als Buchhändlerin und studierte anschließend in Mainz und Washington Publizistik, Politikwissenschaft und Literatur. Heute lebt sie als Autorin in Frankfurt am Main. Für ihren ersten Roman »Der Schwimmer« wurde sie mit dem aspekte-Literaturpreis, dem Deutschen Bücherpreis, dem Jürgen-Ponto-Preis, dem Mara-Cassens-Preis sowie dem Adelbert-von-Chamisso-Preis ausgezeichnet. Für die Erzählung 'Unter Hunden' erhielt sie den Bettina-von Arnim-Preis.

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Kundenbewertungen zu "Die hellen Tage" von "Zsuzsa Bánk"

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Bewertung von MaWiOr aus Halle am 06.07.2011 ***** sehr gut
Die deutsch-ungarische Schriftstellerin Zsuzsa Bánk (1965 in Frankfurt/M. geboren) entführt den Leser (Hörer) mit ihrem dritten Roman „Die hellen Tage“ in eine süddeutsche Kleinstadt der 60er Jahre. Hier, in dem kleinen, idyllischen Ort Kirchblüt, nicht weit vom Neckar, leben Aja und Therese (auch Seri genannt), die durch eine innige Mädchenfreundschaft miteinander verbunden sind.

Unzertrennlich erleben sie gemeinsam magische Kindertage zwischen Klatschmohn und Kastanien. Doch jedes der beiden Mädchen hat das Fehlen eines geliebten Menschen zu beklagen. Thereses Vater ist früh an einem Herzinfarkt verstorben und Ajas Vater ist Zirkusartist, der nur einmal im Jahr nach Hause kommt.

Als dann der junge Karl zu diesem eingeschworenen Mädchen-Duo hinzu stößt, erweitert sich die Kinderfreundschaft zu einem Dreieck. Auch Karl, der nun gemeinsame Freund von Aja und Therese, muss mit einem Verlust zurechtkommen, denn sein kleiner Bruder ist spurlos verschwunden.

Für alle drei Heranwachsenden sind die Mütter die Bezugspersonen, die sie durch ihre Kinder- und Jugendjahre lotsen, die neben „hellen Tagen“ auch Gewitterstimmungen für sie bereithalten. Als Therese, Aja und Karl schließlich die dörfliche Idylle verlassen und zum Studium nach Rom gehen, wird die fremde Großstadt zur Zerreißprobe für ihre Freundschaft.

Im Freiburger Audiobuch Verlag ist nun eine autorisierte Lesefassung des melancholischen und bewegenden Romans erschienen, der mit seiner Handlung fast ein ganzes Vierteljahrhundert umspannt. Der bekannten Schauspielerin und Rundfunk- und Fernsehsprecherin Doris Wolters gelingt es dabei, den poetischen und bildhaften Text mit ihrer weiblichen und doch eindringlichen Stimme dem Hörer zu vermitteln. Auf sechs CDs mit einer Dauer von fast sieben Stunden taucht man in die Kinderjahre und die freundschaftlichen Bande ein.

Fazit: Ein modernes Märchen und ein Hörgenuss für mehrere Abende!

Manfred Orlick

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Audio CD

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