Die Feigheit der Frauen - Mika, Bascha

Bascha Mika 

Die Feigheit der Frauen

Rollenfallen und Geiselmentalität. Eine Streitschrift wider den Selbstbetrug

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Die Feigheit der Frauen

Das hochaktuelle Debattenbuch der ehemaligen taz-Chefredakteurin

In ihrer Streitschrift probt Bascha Mika den Aufstand gegen all jene Frauen, die sich kampflos in alte Rollenmuster und Abhängigkeiten locken lassen. Einerseits klug und gut ausgebildet, versuchen sie nach Einschätzung der Autorin erst gar nicht, sich zu behaupten, sondern gehen gleich den Weg des geringsten Widerstands. Aus Bequemlichkeit, letztlich aber aus Feigheit. Die ehemalige taz-Chefredakteurin analysiert überkommene Rollenfallen und entwirft einen Aktionsplan zu mehr weiblicher Selbstbestimmung. Sie macht deutlich, dass rhetorische Emanzipation nicht ausreicht, was zählt ist die Praxis.


Produktinformation

  • Verlag: Goldmann
  • 2012
  • Ausstattung/Bilder: 2012. 251 S.
  • Seitenzahl: 251
  • Goldmann Taschenbücher Bd.15720
  • Deutsch
  • Abmessung: 189mm x 125mm x 19mm
  • Gewicht: 222g
  • ISBN-13: 9783442157204
  • ISBN-10: 344215720X
  • Best.Nr.: 34504842
"Klingt wie ein abseitiger Gegenstand, ist aber ein Lesevergnügen der exquisiten Art."

"Klingt wie ein abseitiger Gegenstand, ist aber ein Lesevergnügen der exquisiten Art." Südkurier

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Das nennt man wohl einen performativen Widerspruch: In einer ellenlangen Kritik stellt Johanna Adorjan fest, dass dieses Buch der Ex-taz-Chefredakteurin die längere Auseinandersetzung nicht lohnt. Und zwar, so die Rezensentin, vor allem deshalb, weil es der Autorin in erster Linie darum gehe, ihren eigenen Lebens- und Karriereweg als vorbildlich hinzustellen. Darum erfahre man, was einen nicht interessiere, etwa dass Mika mit sich in Sachen Kinderlosigkeit völlig im Reinen ist. Den Glauben der Verfasserin ans reine Anerzogensein der Geschlechterdifferenzen kann Adorjan zu ihrem Bedauern in dieser Absolutheit nicht teilen. Umgekehrt kommt sie mit all den "plattesten Frauenklischees", die Mika da über ihre Geschlechtsgenossinnen serviert, erst recht nicht zurecht. Über Strukturen wolle die Autorin, der Frauen-sind-selber-schuld-These zuliebe, gar nicht erst reden. Männer kommen alleräußerstens am Rande vor und die Idee, dass eine Frau auch anderes als Karriereglück wollen kann, lasse Mika nicht zu. Adorjan hat dafür, dass das ein ihrer Ansicht nach kaum diskutables Buch ist, doch so manches dagegen zu sagen.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 06.02.2011

Mit dem Zeigefinger
Die Journalistin Bascha Mika attackiert die Unmündigkeit der Frauen - und merkt dabei gar nicht, wie sie selbst die Frauen bevormundet

In der Debatte um Gleichberechtigung hat es Tradition, dass sich Frauen gegenseitig beschimpfen. Nun hat Bascha Mika, die ehemalige Chefredakteurin der "taz", eine sogenannte Streitschrift verfasst, die diese Tradition fortführt, und zwar mit schwerster Bewaffnung. Die Schlacht wird nicht, wie sonst üblich, an der Männer-Wirtschafts-Politik-Front ausgetragen; dieses Mal wird der Kampf direkt in das Privatleben der Frauen verlagert. Mikas Ausgangspunkt ist der Befund, dass Frauen, obwohl sie gut ausgebildet und dem Anspruch nach emanzipiert sind, immer noch das "klassisch weibliche Lebensprogramm" wählen. Sie arbeiten gar nicht mehr oder nur wenig und versorgen die Kinder. Um die Ursachen zu ergründen, will die Autorin "signifikante weibliche Verhaltensweisen" aufzeigen. Sie will nicht weniger als eine Analyse der weiblichen Verfasstheit hierzulande, was eine Anmaßung und ein großes Vorhaben ist, bei dem es naturgemäß Verletzte gibt, weil es eben sehr persönlich wird.

Die Frauen, so …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 09.02.2011

Er zahlt bar,
sie zahlt mit Lebenszeit
Nach dem Basta zur Quotendebatte: Die Ex-Chefredakteurin
der taz, Bascha Mika, attackiert „Die Feigheit der Frauen“
Sie ist, zum x-ten Mal wiederbelebt, zum Gotterbarmen langweilig, die Debatte über Quoten für Frauen in der Privatwirtschaft: uralt, abgehangen. Die Argumente sind gedreht und gewendet, die Zahlen stagnieren, und doch geht jedes Mal ein Schock der Empörung und der Angst durch dieses Land, wenn mal wieder eine Arbeitsministerin, ein Wirtschaftsboss oder eine EU-Kommissarin vorzuschlagen wagt, das in Ordnung zu bringen, was nicht von allein in Ordnung kommen will: Darf man das? Ist das kontraproduktiv? Wollen das die Frauen überhaupt? Ist das umgekehrte Diskriminierung?
Tausend Mal gehört, tausend Mal ist nichts passiert. Zu befürchten steht: Bevor die Quote im strukturkonservativen Deutschland kommt, wird eine weitere Generation Frauen sich den Kopf an der gläsernen Decke wundstoßen; dann aber wird die demografische Entwicklung die Unternehmen überrennen und sie werden händeringend nach kompetenten Frauen suchen, die ihnen die Arbeit machen. Bestes Beleg dafür ist ein nachgerade absurdes …

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Fassunglosigkeit bei Susanne Mayer. Wenn mit Bascha Mika die ehemalige Chefredakteurin der taz ein Buch zur Frauenfrage schreibt, hätte sich die Rezensentin vielleicht eine fundierte Kritik an der Frauenbewegung erwartet oder eine Bilanz ihrer Erfahrung als Leitwölfin. Aber Fehlanzeige. Stattdessen sieht sie sich mit einem "Wutschrei" konfrontiert, der sich nicht gegen ökonomische oder politische Missstände richtet, sondern gegen die Frauen. Die seien einfach zu feige, faul oder doof, um nach oben zu kommen. Oder sie haben zu viele Kinder und die falschen Rollenmodelle. Das zeugt für die Rezensentin nicht nur von einer kolossalen Ahnungslosigkeit über die Situation von Frauen oder arbeitenden Müttern in diesem Land, sondern auch von der "narzisstischen Überhöhung" und mangelnden Solidarität einer Aufsteigerin. Außerdem fragt sich Mayer, wieso die Zahl der kinderlosen Frauen in Deutschland so stark zugenommen hat wie in keinem anderen Land, nicht aber die der Frauen in Führungspositionen.

© Perlentaucher Medien GmbH
Bascha Mika wurde 1954 in einem schlesischen Dorf in Polen geboren und übersiedelte als Kind in die Bundesrepublik. Nach einer Banklehre studierte sie Germanistik, Philosophie und Ethnologie. Sie arbeitete als Redakteurin und Journalistin. Von 1999 bis 2009 war sie Chefredakteurin der taz. Heute ist sie Honorarprofessorin an der Universität der Künste, Berlin, und freie Publizistin.

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Bewertung von G.Walslebe aus Berlin am 09.07.2011 ***** schlecht
"Die Feigheit der Frauen" wird in verschiedenen Lebenssituationen beschrieben, ohne dass sie im Einzelnen wirklich unterschiedlich sind. Die Darstellung enthält Wiederholungen und Ausschmückungen des immer wieder selben Tatbestandes, nämlich dass sich Frauen - z.T. auch sehr gern - den Männern finanziell ausliefern und damit auf vielen Feldern von ihnen abhängig sind. B.M. nennt das Hormonfalle oder Komfortzone. Die Lösung des Problems, wie Frauen daraus entfliehen oder sie vermeiden können, bleibt B.M. weitgehend schuldig. Einzig und allein wird der Lebensentwurf vieler Frauen, Hausfrau und Mutter zu sein, als einengend, stumpf und abhängig machend beschrieben, weil B.M. hauptsächlich die gut ausgebildeten Frauen in ihrer Sicht hat. Arbeiten Frauen hingegen - natürlich in guten Stellungen - , wären sie frei, stünden auch in geistigem Wettbewerb und es ginge ihnen besser. Das alles sind Klischees, die B.M. nur zu gerne und gebetsmühlenhaft wiederholend bedient. Ein Buch, das man nicht lesen muss, der Klappentext reicht wirklich völlig.

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Bewertung von Amanda aus Münchnen am 19.03.2011 ***** gut
Die Feigheit der Frauen von Mika Bascha.
Eine Lektüre, die sich locker lesen lässt. Es spricht alle Frauen an, da es schon interessant ist, warum wir Frauen so sind, wie wir Frauen sind. Von Geburt an werden wir auf Frau getrimmt, erzogen, geleitet, gedrängt. Es ist mühsam sich dagegen zu wehren, eingie schaffen es, andere nehmen es sich vor, sich nicht in die Frauenecke drängen zu lassen und geraten dann doch in den Strudel "Frau zu sein". Der heutige Frauentag wird daran auch nichts ändern. Viele Frauen sind nun mal "Feige" und gehen den einfachen Weg, der ja schon vorgegeben ist bzw. von den Eltern, ErzieherInnen, LehrerInnen und im Berufsleben vorgezeichnet ist.
Wie schon gesagt, als Frau ist es harte Arbeit sich dagegen zu stemmen und nicht so zu sein, wie sich die Gessellschaft "Die Frau" vorstellt.
Aber- jede Frau hat die Möglichkeit sich ihren Weg zu gestalten und zu gehen, die Entscheidung wie er aussieht liegt ganz alleine bei der Frau.
Ich kann mich gut an meine eigene Kindheit erinnern. Ständig darum zu kämpfen, dass meine Brüder genau so viel im Haushalt helfen wie ich es tun sollte. Fußball spielen zu dürfen, Handball spielen war dann o.k. Abends genau so lange fortbleiben zu dürfen, wie meine Brüder, als sie so alt waren wie ich.
Mit Puppen spielen, gehorsam sein, nciht wiedersprechen, keine eigene Meinung haben, so sollten Mädchen sein.
Von klein auf wird Frau in eine Rolle gedrängt, aus der es schwer ist wieder hinauszu kommen, und wenn man es geschafft hat, wird man als Emanze, Nicht- Frau oder ähnliches tituliert.
Dieses Buch beschreibt einige dieser Situationen und berichtet über Inhalte anderer "Frauenbücher".
Lesenswert- auch für Männer, vielleicht sogar besonders für Männer, damit sie einige Frauen besser verstehen können.

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