Ich hatte sie alle - Buddenkotte, Katinka

Katinka Buddenkotte 

Ich hatte sie alle

Satirische Erzählungen

Broschiertes Buch
 
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Produktinformation


  • Verlag: Verlag Die Muschel
  • 2007
  • Ausstattung/Bilder: 2007. 151 S.
  • Seitenzahl: 150
  • Deutsch
  • Abmessung: 193mm x 120mm x 10mm
  • Gewicht: 185g
  • ISBN-13: 9783936819212
  • ISBN-10: 3936819211
  • Best.Nr.: 23263097
"Zum Totlachen lustig – und genau das Richtige für einen Tag am Strand."
in Das Star & Style Magazin 06.08.2009

»Ein herrliches Buch gegen schlechte Stimmung.« Velvet Dezember 2009

»Zum Totlachen lustig – und genau das Richtige für einen Tag am Strand.« in – Das Star & Style Magazin 06.08.2009
Nach langen Lehr- und Wanderjahren, in denen sie den Betreibern von Call-Centern, Messeständen und Jugendherbergen das Fürchten lehrte, ließ sich Katinka Buddenkotte, Jahrgang 1976, nach Boxenstopps in Berlin, Hamburg und Los Angeles, in Düsseldorf nieder,um als Werbetexterin zu arbeiten und wieder damit aufzuhören. Inzwischen lebt die Autorin in Köln.

Leseprobe zu "Ich hatte sie alle" von Katinka Buddenkotte

Anschlussfehler (S. 104-105)

Wenn gar nichts mehr geht, kann man sich mit Männern auch noch unterhalten. Über Filme zum Beispiel. Bei öden, als Partys getarnten Veranstaltungen, umgeben von fremden Typen, von denen man sich normalerweise nichts mehr wünscht, als dass sie fremd bleiben. Aber dann kommt er, der berühmte Augenblick nach dem achten Drink, wenn der Dame von Welt plötzlich glasklar bewusst wird, dass sie nicht mehr bei glasklarem Bewusstsein ist.

Sie droht, nostalgisch und milde zu werden, verzeiht dem einen oder anderen Knaben schon seine misslungene Haarfrisur und verfällt für Bruchteile einer Sekunde der Idee, bei dem saudämlichen Gebrabbel, das die viehdummen Kerle so von sich geben, einfach mal nur auf die Melodie oder im schlimmsten Fall nur auf den Basslauf zu hören, um sich so überwinden zu können, einem oder zweien von den Jungs einen eindeutigen Blick zuzuwerfen, der besagt: »Komm, wir teilen uns ein Taxi. Du zahlst, ich Aber die Dame von Welt kann nicht jeden Schwachsinn einfach übervögeln, sie hat auch noch andere Projekte.

Deswegen sagt sie einfach: »Und, Jungs? Hat jemand von euch Fight Club gesehen?« Und schon stimmt die Herde der Jungbullen an, diesen großartigen Film in die Scheiße zu trampeln: »Ich hab’ ja sofort gewusst, dass der eine in Wirklichkeit auch der andere war.« »Ich fand das mit der Seife so krass. Was war da noch mal?« »Bei der Frau hätte ich ja ’ne andere genommen … die Pämmella Anderson … oder so eine halt, ne?«

Zu diesem Zeitpunkt hat sich die Dame von Welt bereits erhoben, ihren Mantel übergestreift und sich zur Wohnungstür bewegt. Halb hofft sie, halb fürchtet sie den Ausspruch zu hören, der den Todesstoß für sämtliche angedachten Paarungsversuche bedeutet. Und natürlich hört sie ihn doch noch, als sie schon fast im Treppenhaus ist: »Habta gemerkt? Da war ein Anschlussfehler!« Die Dame von Welt schafft es, sich nicht im, sondern noch vor dem Taxi zu erbrechen, fährt nach Hause und stellt fest, dass sie dort nicht mal mit sich selbst unkeusch werden mag, weil sie sich schmutzig fühlt. Schließlich ist eben noch durch ihre Ohröffnung Unrat in sie eingedrungen, der sich auf ihre Hand übertragen haben mag. Anschlussfehler. Anschlussfehler. Anschlussfehler.

Menschen, die damit prahlen, dass sie in einem Film einen Anschlussfehler bemerkt haben, sind meist selbst Anschlussfehler ihrer eigenen Eltern. Menschen, die so tun, als hätten sie den Anschlussfehler höchst selbst bemerkt, aber in Wirklichkeit im Internet oder per Videotext davon erfahren haben, sind unentdeckte Autisten. Leute, die über Anschlussfehler in Filmen reden, haben nicht nur kein Leben, sondern auch keine Fantasie.

Sie können sich nicht fallen lassen, weil sie gar nicht über Fallhöhe verfügen. Kleine Beamtenseelen, die sich große Hüte aufsetzen, wenn mal gefeiert wird, sich aber zu Weihnachten den Ziegenbart wieder abrasieren, weil Mutti sonst findet, der Junge sähe kriminell aus oder, schlimmer noch, ungepflegt. Neider, die sich nichts Verboteneres vorstellen können, als die Azubine beim Betriebsfest mal kurz auf dem Kopierer zu nageln, aber es nie tun, weswegen die Azubine trotzdem ein Flittchen ist, denn sie hat neulich, als das Geld für das Abschiedsgeschenk von Frau Müller gesammelt wurde, nur einen Euro gegeben, wo doch alle anderen zwei … das geizige kleine Luder, das es wohl nur für Geld macht, die Schlampe … Anschlussfehler.

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Kundenbewertungen zu "Ich hatte sie alle" von "Katinka Buddenkotte"

Durchschnittliche Kundenbewertung 3.7 von 5 Sterne bei 3 Bewertungen **** sehr gut
(aus 3 Bewertungen)

Bewertung von Kairos aus Berlin am 23.09.2009 ***** gut
Nicht alle Geschichten sind wirklich zum Brüllen, aber ich habe mich doch gut amüsiert. Ein Büchlein, was man auf dem Klo liegen lassen kann, damit die Gäste was zum Schmunzeln haben.

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Bewertung von Uli Geißler aus Fürth/Bay. am 11.08.2009 ***** gut
Alltag – ein satirisches Leben

Die Autorin erfindet oder dokumentiert ein Leben in der Satire. Zumindest scheint es so, als wäre alles, was die Protagonistin so erlebt, nicht ganz ernst zu nehmen. Zu skurril oder auch merkwürdig sind ihre Erfahrungen und Überlegungen in einer oft wahnsinnig scheinenden Welt. Dabei bleibt bisweilen offen, wer denn nun wahnsinnig ist – die Welt, die Anderen, die Handelnde beziehungsweise Erlebende selbst.

Die Aufzählung der verschiedenen von der Autorin tatsächlich oder auch nur fiktiv erfolgten Tätigkeiten und die sich daraus ergebenen Ereignisse zeigen offenkundig, in was für einer verrückten Welt wir tatsächlich leben. Nicht mehr und nicht weniger stellt die Autorin in zeitgemäß-lockerer Erzählsprache dar.

Diesen Milieuübergreifenden Sprachstil muss man mögen oder zumindest zu lesen gewillt sein, sonst verpasst man den Spaß, sich ein klein wenig Schadenfroh an den Schwächen, fiesen Pleiten und ironisch ausgebreiteten Pecherlebnissen zu erfreuen.

Das Büchlein ist kein Brüller, und wie auf dem Buchdeckel vorgewarnt kann man sich auch nicht totlachen. Aber den Alltagsgrimm kann man überwinden, lächeln und sich über all das freuen, was trotz des Wahnsinns um Eine/n herum doch immer wieder gelingt und Freude macht.

© 8/2009, Redaktionsbüro Geißler, Uli Geißler, Freier Journalist, Fürth/Bay.

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Broschiertes Buch

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Bewertung von Julia am 31.12.2007 ***** ausgezeichnet
Ich habe tränen gelacht! das buch bzw. frau buddenkotte ist spitze, intelligent und einmalig. mir fallen im moment nur weitere superlativ-floskeln ein, daher beschränke ich mich auf: darf man sich nicht entgehen lassen, sehr lesenswert!

14 von 35 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
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