Geschichte des Revolutionszeitalters - Burckhardt, Jacob Chr.

Jacob Chr. Burckhardt 

Geschichte des Revolutionszeitalters

Kritische Gesamtausgabe. Hrsg. v. d. Jacob Burckhardt-Stiftung, Basel

Aus d. Nachlaß hrsg. v. Wolfgang Hardtwig, Simon Kießling, Bernd Klesmann u. a.
Buch mit Leinen-Einband
 
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Geschichte des Revolutionszeitalters

Im Geschichtsbild Jacob Burckhardts kommt der Französischen Revolution ein zentraler Stellenwert zu. Sie bildet für ihn den düsteren Auftakt zur Geschichte seiner eigenen Zeit, öffnet dem Historiker aber auch die Augen für die bewegenden Kräfte der Geschichte überhaupt. Der neue Band der Jacob Burckhardt Werke macht erstmals Burckhardts Sicht auf die Französische Revolution zugänglich. Friedrich der Große und Joseph II. werden darin gleichermaßen als revolutionäre Akteure präsentiert wie Mirabeau, Robespierre und schließlich Napoleon.


Produktinformation

  • Werke
  • Bd.28
  • Verlag: Beck
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 1683 S.
  • Seitenzahl: 1683
  • Deutsch
  • Gewicht: 1575g
  • ISBN-13: 9783406591860
  • ISBN-10: 3406591868
  • Best.Nr.: 26099575
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 14.06.2012

Die Griechen sind einfach herrliche Tagediebe
Diesen Täuschern lauscht man gerne: Der neue Band in der Edition von Jacob Burckhardts „Griechischer Culturgeschichte“
Die große Ausgabe der Werke des großen Kulturhistorikers Jacob Burckhardt kommt voran. Auf siebenundzwanzig Bände ist sie angelegt, der zweiundzwanzigste davon soeben erschienen. Ein Projekt von dieser Größenordnung kann nicht von einem Verlag allein gestemmt werden, selbst wenn es sich um C. H. Beck handelt. Um eine so umfangreiche Arbeit so gewissenhaft durchzuführen – der Band enthält nebst 800 Seiten Text noch 600 Seiten Kommentar, Glossar, Register und textkritischen Apparat – mussten sich finanzkräftige Stiftungen wie der Schweizerische Nationalfonds und die Freiwillige Akademische Gesellschaft Basel beteiligen; denn Burckhardt wirkte ja in Basel. Dennoch kostet das Ergebnis noch den nicht unerheblichen Betrag von 248 Euro.
Der neue Band enthält Burckhardts Aufzeichnungen für seine Vorlesung über die Griechen, die er seit 1874 immer wieder hielt; aber das Material, das sich hier türmt, übersteigt alles, was sich in einer Semester-Wochenstunde maximal sagen lässt. …

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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Mit Freuden zeigt Henning Ritter die nun zum ersten Mal vollständig vorliegende Vorlesung "Geschichte des Revolutionszeitalters" an, eine Vorlesung, die Jacob Burckhardt zwischen 1859 und 1881 insgesamt zwölf Mal hielt. Während der Wortlaut der Vorlesung, den die Studenten von Burckhardt in jenen Jahren zu hören bekamen, vor mehr als 30 Jahren publiziert wurde, liegt nun erstmals das gesamte, im Lauf der Jahren immer mehr angewachsene Textkonvolut vor, das dem Basler Historiker als Grundlage diente, erklärt der Rezensent. Sehr überrascht stellt Ritter fest, dass es sich dabei vor allem um Exzerpte zeitgenössischer historiografischer Literatur handelt, deren Zusammenstellung er gleichwohl - zumindest wenn es sich um deutschsprachige Zitate handelt -  den spezifischen Burckhardt-Ton abzulauschen vermeint. Insbesondere die Einleitungen, mit denen Burckhardt seine Vorlesungen eröffnet und in denen er nicht nur immer aufs Neue zu fassen sucht, was das Wesen des Revolutionszeitalters ausmacht, sondern wie es in seine eigene Zeit hinein wirkt, findet der Rezensent sehr aufschlussreich. Der Historiker sah mit der Revolution sowohl Unsicherheit als auch "Glücksgefühl" aufkommen, wobei er der Geschichtsschreibung die unmögliche Aufgabe zuschrieb, mit dem Zeitalter der Revolution etwas zu beschreiben, an dem sie selbst noch Anteil hatte, so Ritter.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 11.02.2010

Wir sind die Woge, die uns trägt

Die Kunst historischer Betrachtung auf einem Höhepunkt: Jacob Burckhardts faszinierende Geschichte des Revolutionszeitalters liegt zum ersten Mal vor.

Der Verfasser der monumentalen Biographie Jacob Burckhardts, Werner Kaegi, hat berichtet, dass dieser, als er zum ersten Mal über das Revolutionszeitalter lesen wollte, einem Freund anvertraut habe, vor der neueren Geschichte seit 1763 - eben dem Revolutionszeitalter - graue es ihm, "aber ich muß doch einmal anbeißen". Die Angst des Historikers vor seinem Gegenstand war untypisch für den Basler Historiker, der sich, ohne gehemmt zu sein, ein ungeheures Pensum aufladen konnte. Das tat er denn auch in diesem Fall.

Insgesamt las Burckhardt diese Vorlesung zwischen 1859 und 1881 zwölfmal. Das Echo war ungewöhnlich groß und reichte weit über den engeren Hörerkreis hinaus. Man hat sie "eine der glanzvollsten und ergreifendsten" seiner Vorlesungen genannt. Aber warum das Grauen und später die Betonung der völligen Unvergleichlichkeit? Anlässlich der Wiederaufnahme im Jahr 1867 bemerkte Burckhardt, dieser Kurs sei wie kein anderer, da er vom Anfang dessen rede, …

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Jacob Chr. Burckhardt (1818-97) begann seine akademische Laufbahn 1837 auf Wunsch seines Vaters mit dem Studium der evangelischen Theologie in Basel, wobei er sich schon damals nebenher mit Philologie und Geschichte beschäftigte. Nach seinem Wechsel nach Berlin wandte er sich vollends dem Studium der Geschichte, Philologie und Kunstgeschichte zu. Ab 1845 war er außerordentlicher Professor in Basel und wurde 1855 ordentlicher Professor für Kunstgeschichte in Zürich; 1858 übernahm er den Lehrstuhl für Geschichte und Kunstgeschichte in seiner Heimatstadt Basel.