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Wie wir verschwinden
Roman
- Einband: Gebunden
- Gebundenes Buch
Produktinformation
- Verlag: Schöffling
- 2009
- Ausstattung/Bilder: 2009. 336 S.
- Seitenzahl: 336
- Deutsch
- Abmessung: 212mm x 139mm x 30mm
- Gewicht: 497g
- ISBN-13: 9783895614033
- ISBN-10: 3895614033
- Best.Nr.: 25550919
Produktbeschreibung zu "Wie wir verschwinden"
Kurzbeschreibung
Wie wir verschwinden, der erwartete neue Roman von Mirko Bonné, erzählt eine große Geschichte der Erinnerung: Raymond, Witwer mit zwei so lebhaften wie eigensinnigen Töchtern, erhält nach Jahrzehnten des Schweigens einen Brief seines todkranken Jugendfreundes Maurice, der ihn in die gemeinsam erlebte Vergangenheit zurückversetzt: nach Villeblevin, wo 1960 Albert Camus bei einem Autounfall ums Leben kam. Ein französisches Dorf und ein historisches Ereignis werden für zwei Jugendfreunde zum symbolischen Angelpunkt, um die fünfzig zurückliegenden Jahre zu erinnern und ihre Schicksalhaftigkeit anzuerkennen. Erinnerung an die eigene Jugend und Sterben eines Idols verbinden sich zu einem ergreifenden Roman, der Mirko Bonné als einen der bedeutenden Autoren unserer Zeit zeigt. Wie wir verschwinden ist ein großes Buch der Erinnerung, ein Roman unseres Lebens wie des Sterbens einer Ikone des letzten Jahrhunderts: Albert Camus.
04.06.2009
Die Maschine des großen Verschwindens
Der wohl französischste Autor der jüngeren deutschen Literatur:
Mirko Bonné heftet sich an die Stoßstange von Albert Camus und
erzählt in seinem neuen Roman von zwei Unfällen in der
französischen Provinz.
Wie heiter die Fahrt in halsbrecherischem Tempo", schreibt
Albert Camus in einem Gedicht, das Mirko Bonné (selber einst
leidenschaftlicher Alfa-Romeo-Fahrer) seinem neuen Roman
voranstellt. "Wahrheit lügt, Offenheit verhehlt. Verbirg dich
im Licht." Das Absurde kann "jeden beliebigen Menschen an
jeder beliebigen Straßenecke anspringen", vor allem, wenn er
im Winter mit halsbrecherischen 135 Stundenkilometern auf der
Landstraße unterwegs ist. Am 4. Januar 1960, mitten im heiteren
Gespräch, starb Camus bei Villeblin südöstlich von Paris, als der
Facel Vega - eine imposante Fehlkonstruktion mit 260 PS und
berüchtigten "Selbstmördertüren" - von Michel Gallimard,
dem Neffen und Kronprinzen seines Verlegers, bei überhöhter
Geschwindigkeit von der Route Nationale 6 abkam. Camus hat den
Verkehrsunfall einmal den absurdesten aller Tode genannt. Der Autor
von "Der glückliche Tod" war sofort tot; Gallimard …
02.06.2009
Wenn die Vögel aufflattern
Die Beschleunigung Frankreichs: Mirko Bonnés Roman „Wie wir verschwinden”
Die Zuschauer können es nicht fassen, was da über die Landstraße der französischen Provinz auf sie zu rast: „Der reinste Panzer”, sagt einer der beiden Männer im Holzlaster, „nur dass der da mit 130 Sachen durch die Gegend brettert.” Und dass er sich einer anderen Fahrerin bedrohlich nähert: „Sie sah den grünen Wagen tanzen, hin und her über die gesamte Breite der Landstraße.”
In seinem Schlepp scheint er einen Schwarm großer Vögel zu haben: „Wild kreischende Krähen oder Dohlen wurden hinter dem Wagen emporgewirbelt und davonkatapultiert.” Es scheint so, „als würden die Vögel erst durch das Auto entstehen oder als würde das Auto vor ihren Augen sich auflösen und Stück für Stück Vogel werden”. Dabei hatte dieses Buch so ruhig begonnen, hatte so ruhig beginnen müssen, weil der Ich-Erzähler jede Anstrengung vermeiden musste.
Es war Sommer, als er den ersten Brief von seinem Jugendfreund Maurice Ravoux erhielt. Nach einer schweren Herzerkrankung aus der Klinik – noch sehr geschwächt – in einen …
22.07.2009
Eingenommen ist Samuel Moser für Mirko Bonnes Roman "Wie wir
verschwinden". Besonders beeindruckt hat ihn die
Vielschichtigkeit des Werks. Die Geschichte um zwei Jugendfreunde,
Raymond und Maurice, deren lang geplante Flucht aus einem
französischen Dorf just an dem Tag des Jahres 1960 scheitert, als
sie Zeuge des tödlichen Autounfalls von Michel Gallimard und Albert
Camus werden, scheint ihm zunächst vom "täglichen Verschwinden
des Lebens aus dem Leben" zu erzählen. Dann aber liest er den
Roman zunehmend als "großangelegte Konstruktion gegen das
Verschwinden". So steht am Ende nach mehr als vierzig Jahren
Schweigen eine Versöhnung zwischen Raymond und dem todkranken
Maurice, von dem er sich an diesem Tag, mit dem die Kindheit
endete, verraten fühlte.
© Perlentaucher Medien GmbH
Autorenporträt zu "Mirko Bonné"
Mirko Bonné, geb. 1965 in Tegernsee, lebt in Hamburg. Neben Übersetzungen der Lyrik von u.a. John Keats, E. E. Cummings und William Butler Yeats veröffentlichte er Romane. Mirko Bonné wurde u. a. mit dem Wolfgang-Weyrauch-Preis (2001), dem Ernst-Willner-Preis (2002) und dem Förderungspreis zum Kunstpreis Berlin (2004) ausgezeichnet. 2010 wird ihm der Marie-Luise-Kaschnitz-Preis verliehen.
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