Suite francaise - Nemirovsky, Irene

Irene Nemirovsky 

Suite francaise

Roman. Ausgezeichnet mit dem Prix Renaudot 2004

Aus d. Französ. v. Eva Moldenhauer
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Produktbeschreibung zu Suite francaise

Dieses Buch ist eine der aufregendsten Neuerscheinungen der Saison. Über 60 Jahre lag der Roman »Suite française«, das Vermächtnis der einstigen französischen Starautorin Irène Némirovsky, in einem Koffer, bis der Zufall dieses Sittengemälde aus den Zeiten des Zweiten Weltkriegs ans Licht brachte.

Produktinformation


  • Verlag: KNAUS
  • 2005
  • Ausstattung/Bilder: 2005. 509 S.
  • Seitenzahl: 512
  • Deutsch
  • Abmessung: 223mm x 146mm x 43mm
  • Gewicht: 705g
  • ISBN-13: 9783813502602
  • ISBN-10: 3813502600
  • Best.Nr.: 14114665
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 15.10.2005

Warten auf die Barbaren
Der große Roman über die Stunde Null nach der Niederlage: Irène Némirovsky schildert in "Suite française" die Zeit der Okkupation

Große Epochenromane, sagt man, verstünden es, Schicksal, Anekdote und kosmische Indifferenz in einer einzigen Wellenbewegung über die Seite zu rollen. Bitte schön. Dienstag, der 4. Juni 1940. "Warm, dachten die Pariser." Es ist Nacht. Die nicht schlafen, Kranke, Mütter mit tränenwelken Augen, hören wie ein Seufzen den ersten Atemzug der Sirene, bevor sie durch den ganzen Himmel heult. Der Krieg ist noch fern. Tags zuvor sind aber zum ersten Mal Bomben gefallen. "Alarm?" murmelt ein halb noch träumender Mann. Frauen sind flinker und heben warme kleine Körper aus den Betten, die sie mit der Taschenlampe hastend über verdunkelte Treppenhäuser hinabtragen. Türschlagen, Geflüster, Gewimmel in den Metrostationen der volkstümlichen Viertel, während die Reichen mit aufgerichtetem Körper wie unruhige Tiere zur Jagdzeit nachts im Wald bei ihren Pförtnern auf die Bombeneinschläge horchen. Die unbeirrbar dahinfließende Seine scheint alles Licht der Stadt in sich gezogen zu haben und läßt es …

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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

"Dieser Roman, glaubten wir, existiert nicht", stellt Rezensent Joseph Hanimann in fast atemloser Begeisterung fest - der große französische Roman über die Stunde Null nach dem Sieg der Deutschen im Juni 1940 nämlich. Aber es gebe ihn, und zwar von einer "damals berühmten" Zeitgenossin aus unmittelbarer Anschauung verfasst: der französisch-russischen Schriftstellerin Irene Nemirovsky, die 1942 als Jüdin in Auschwitz ermordet wurde. Das Manuskript dieses auf fünf Teile angelegten Monumentalromans lagerte Hanimann zufolge bis vor kurzem ungelesen bei den Töchtern Nemirovskys, und bereits das Erscheinen des Originals sei eine Sensation gewesen. Was sich bereits in der Eingangsszene anbahne, habe man so noch nie gelesen, schreibt der Rezensent, beeindruckt von den Schilderungen von "Porzellangeschirreinpacken in Bürgerwohnungen", "Bündelschnüren auf Holzkarren", "Chaos auf Bahnhöfen", "letztem Champagnerglasheben in der Vorstadtvilla" und Leichen auf Landstraßen, die auf der Flucht von Bomben getroffen wurden. Hanimann fasziniert das authentische Bild eines Frankreichs "diesseits der Legenden von Resistance und Okkupation" und frei "von der inzwischen eingeschliffenen …

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"Irène Némirovskys Suite française zu lesen heißt, dieser Autorin eine letzte Ehre zu erweisen." Frankfurter Rundschau

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 23.12.2005

Geschichte aus dem Koffer
Französisches Echolot: 62 Jahre nach dem Tod von Irène Némirovsky taucht ihr Romanfragment „Suite Francaise” auf
Iréne Némirovsky saß in der Falle im Idyll, in Issy-l’Eveque, einem Nest im Morvan, tief im Herzen des Burgund. Sie wusste, dass es für sie als staatenlose Jüdin von hier aus nicht weitergehen würde, ihre Töchter hatte sie längst einer „arischen” Pflegemutter übergeben, sie selbst ging jeden Tag außer Haus, oft suchte sie stundenlang einen geeigneten Platz zum Schreiben, und am 12. Juli 1942 notierte sie: „Ich sitze auf meinem blauen Sweater inmitten eines Meeres verfaulter, vom Gewitter der letzten Nacht durchweichter Blätter wie auf einem Floß, die Beine unter mir angewinkelt.” Das ist das letzte Bild, das es von ihr gibt: sie allein im Wald mit ihrem Manuskript, von dem sie wusste, dass es ein großer Roman werden könnte, wenn sie nur die Zeit hätte, ihn zu vollenden.
Am Tag danach holten französische Polizisten Irène Némirovsky ab. Sie wurde mit dem Konvoi Nr. 6 nach Auschwitz deportiert, wo sie am 17. August 1942 an Typhus starb. Ihr Mann schrieb noch im September an Marschall Pétain, dass …

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"'Suite française' ist (...) eines der besten Bücher, das je über die Zeit des Zweiten Weltkriegs geschrieben wurde."
Eva Moldenhauer, 1934 in Frankfurt/Main geboren, ist seit 1964 als Übersetzerin tätig. Sie übersetzte u.a. Claude Simon, Jorge Semprun, Agota Kristof, Jean Paul Sartre und Lévi-Strauss. Sie wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. 1982 mit dem "Helmut-M.-Braem-Preis" und 1991 mit dem "Celan-Preis". 2005 wurde sie für ihre Neu-Übersetzung von Claude Simons "Das Gras" für den "Preis der Leipziger Buchmesse" nominiert.

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Suite francaise - Nemirovsky, Irene

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Aus d. Französ. v. Eva Moldenhauer

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  • 2005
  • Ausstattung/Bilder: 2005. 509 S.
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Kurzbeschreibung

Dieses Buch ist eine der aufregendsten Neuerscheinungen der Saison. Über 60 Jahre lag der Roman »Suite française«, das Vermächtnis der einstigen französischen Starautorin Irène Némirovsky, in einem Koffer, bis der Zufall dieses Sittengemälde aus den Zeiten des Zweiten Weltkriegs ans Licht brachte.

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15.10.2005

Warten auf die Barbaren
Der große Roman über die Stunde Null nach der Niederlage: Irène Némirovsky schildert in "Suite française" die Zeit der Okkupation

Große Epochenromane, sagt man, verstünden es, Schicksal, Anekdote und kosmische Indifferenz in einer einzigen Wellenbewegung über die Seite zu rollen. Bitte schön. Dienstag, der 4. Juni 1940. "Warm, dachten die Pariser." Es ist Nacht. Die nicht schlafen, Kranke, Mütter mit tränenwelken Augen, hören wie ein Seufzen den ersten Atemzug der Sirene, bevor sie durch den ganzen Himmel heult. Der Krieg ist noch fern. Tags zuvor sind aber zum ersten Mal Bomben gefallen. "Alarm?" murmelt ein halb noch träumender Mann. Frauen sind flinker und heben warme kleine Körper aus den Betten, die sie mit der Taschenlampe hastend über verdunkelte Treppenhäuser hinabtragen. Türschlagen, Geflüster, Gewimmel in den Metrostationen der volkstümlichen Viertel, während die Reichen mit aufgerichtetem Körper wie unruhige Tiere zur Jagdzeit nachts im Wald bei ihren Pförtnern auf die Bombeneinschläge horchen. Die unbeirrbar dahinfließende Seine scheint alles Licht der Stadt in sich gezogen zu haben und läßt es …

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23.12.2005

Geschichte aus dem Koffer
Französisches Echolot: 62 Jahre nach dem Tod von Irène Némirovsky taucht ihr Romanfragment „Suite Francaise” auf
Iréne Némirovsky saß in der Falle im Idyll, in Issy-l’Eveque, einem Nest im Morvan, tief im Herzen des Burgund. Sie wusste, dass es für sie als staatenlose Jüdin von hier aus nicht weitergehen würde, ihre Töchter hatte sie längst einer „arischen” Pflegemutter übergeben, sie selbst ging jeden Tag außer Haus, oft suchte sie stundenlang einen geeigneten Platz zum Schreiben, und am 12. Juli 1942 notierte sie: „Ich sitze auf meinem blauen Sweater inmitten eines Meeres verfaulter, vom Gewitter der letzten Nacht durchweichter Blätter wie auf einem Floß, die Beine unter mir angewinkelt.” Das ist das letzte Bild, das es von ihr gibt: sie allein im Wald mit ihrem Manuskript, von dem sie wusste, dass es ein großer Roman werden könnte, wenn sie nur die Zeit hätte, ihn zu vollenden.
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15.10.2005

"Dieser Roman, glaubten wir, existiert nicht", stellt Rezensent Joseph Hanimann in fast atemloser Begeisterung fest - der große französische Roman über die Stunde Null nach dem Sieg der Deutschen im Juni 1940 nämlich. Aber es gebe ihn, und zwar von einer "damals berühmten" Zeitgenossin aus unmittelbarer Anschauung verfasst: der französisch-russischen Schriftstellerin Irene Nemirovsky, die 1942 als Jüdin in Auschwitz ermordet wurde. Das Manuskript dieses auf fünf Teile angelegten Monumentalromans lagerte Hanimann zufolge bis vor kurzem ungelesen bei den Töchtern Nemirovskys, und bereits das Erscheinen des Originals sei eine Sensation gewesen. Was sich bereits in der Eingangsszene anbahne, habe man so noch nie gelesen, schreibt der Rezensent, beeindruckt von den Schilderungen von "Porzellangeschirreinpacken in Bürgerwohnungen", "Bündelschnüren auf Holzkarren", "Chaos auf Bahnhöfen", "letztem Champagnerglasheben in der Vorstadtvilla" und Leichen auf Landstraßen, die auf der Flucht von Bomben getroffen wurden. Hanimann fasziniert das authentische Bild eines Frankreichs "diesseits der Legenden von Resistance und Okkupation" und frei "von der inzwischen eingeschliffenen …

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Rezensionen und Kritik

"Irène Némirovskys Suite française zu lesen heißt, dieser Autorin eine letzte Ehre zu erweisen." Frankfurter Rundschau

Rezensionen und Kritik

"'Suite française' ist (...) eines der besten Bücher, das je über die Zeit des Zweiten Weltkriegs geschrieben wurde."

Autorenporträt zu "Irene Nemirovsky"

Eva Moldenhauer, 1934 in Frankfurt/Main geboren, ist seit 1964 als Übersetzerin tätig. Sie übersetzte u.a. Claude Simon, Jorge Semprun, Agota Kristof, Jean Paul Sartre und Lévi-Strauss. Sie wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. 1982 mit dem "Helmut-M.-Braem-Preis" und 1991 mit dem "Celan-Preis". 2005 wurde sie für ihre Neu-Übersetzung von Claude Simons "Das Gras" für den "Preis der Leipziger Buchmesse" nominiert.

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