Erstmalige, vollständige deutschsprachige Übersetzung des
französischen Romans "La Tuile a Loups" von Jean-Marc
Soyez Der Wolfsziegel Winter 1910 in einem abgelegenen
französischen Landstrich, im Boischaut. Es hat kräftig geschneit,
und es ist bitterkalt. Und dann heult der ,Wolfsziegel' im
Sturm, jene seltsame Dachschindel, die die Menschen schon seit
Generationen vor den Wölfen warnt, wenn diese, vom Hunger
getrieben, aus den Bergen hinab in die Dörfer kommen. Doch den
Menschen fällt es schwer, den Worten des ,wissenden' Heilers
Ravenelle zu glauben. Vor allem in der kreisstädtischen Präfektur
will man die Gefahr nicht wahrhaben. Immerhin hat man doch schon
seit 40 Jahren keine Wölfe mehr in der Gegend gesehen. Erst als der
junge Tirette den ersten Wolf erlegt, wird auch den letzten
Zweiflern langsam klar, dass große Gefahr droht. Aber niemand kann
erahnen, was wirklich auf die Dorfbewohner und Bauern zukommt...
Erfolgsautor Jean-Marc Soyez baut in diesem Meisterwerk eine
spannungsgeladene, beklemmende Atmosphäre auf. Die Angst der
Menschen vor den Raubtieren aus den Bergen ist permanent spürbar.
Allerdings stellt der Autor die Wölfe nicht als blutrünstige,
mordende Bestien dar, sondern als Tiere, die - genau wie die
handelnden Personen - ihrem Überlebenswillen folgen. Ganz anders
ist der 1. Teil des Buches, der hier erstmals in deutscher Sprache
vorliegt. Jean-Marc Soyez zeichnet hierin in vielen amüsanten,
liebevoll beschriebenen Szenen das zufriedene, gelassen-leichte
Leben der Dorfbewohner und Landleute während des traumhaft schönen
Sommers im Jahr 1908. Im Mittelpunkt steht der Familienverbund der
beiden Bélard-Brüder. Die Wilderei liegt ihnen im Blut und hat sich
schon auf Sohn Tirette vererbt. Großvater Etienne hingegen legt das
Grundstückskataster nach eigenen Vorstellungen aus. Als die
blutjunge Tochter Denise schwanger wird, hängt der Haussegen erst
einmal schief. Welche Rolle spielt wohl der Ortspfarrer, der von
seinen ,Schäfchen' ewig gebeutelte geistliche Hirte Le Doyen,
in diesem Drama? Und wie schaffen es die Bélards, ihre Denise
ordentlich zu verheiraten?