In Verteidigung der Gesellschaft - Foucault, Michel

Michel Foucault 

In Verteidigung der Gesellschaft

Vorlesung am Collège de France 1975/1976

Übersetzer: Ott, Michaela
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Produktinformation

  • Verlag: Suhrkamp
  • 2009
  • 3. Aufl.
  • Ausstattung/Bilder: 341 S.
  • Seitenzahl: 341
  • Suhrkamp Taschenbücher Wissenschaft Nr.1585
  • Best.Nr. des Verlages: 29185
  • Deutsch
  • Abmessung: 178mm x 110mm x 18mm
  • Gewicht: 205g
  • ISBN-13: 9783518291856
  • ISBN-10: 3518291858
  • Best.Nr.: 10298848
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 02.11.1999

Auf sie mit Gedrill!
Martialisch, monumentalisch, mythisch: Michel Foucault erfand die Historie, von der Friedrich Nietzsche träumte / Von Ulrich Raulff

Eines Tages könnte sich die Ideengeschichte einen Spaß erlauben und ihre Perspektive wechseln. Statt wie bisher die Dame oder den Herrn am Rednerpult zu betrachten, würde sie sich den Damen und Herren zuwenden, die ihr oder ihm zu Füßen sitzen. Eine kleine Geschichte des Publikums könnte dabei herauskommen. Wie gern wüßten wir, wer Edmund Husserl lauschte, wenn er, den spitzen Stift in der Hand, eidetisch reduzierte, wie gern sähen wir die Westend-Damen an den Lippen Georg Simmels hängen, wenn er mit plastischen Worten einen Henkel nachbildete, den seine Zuhörerinnen lieber in den Händen ihrer Dienstboten ließen. Wie reizvoll wäre ein Blick auf Gundolfs "Huldinnen" in der Dämmerung des Heidelberger Seminars, wie bewegend der Anblick der Kriegsheimkehrer, die in ungeheizten Hörsälen auf den Auftritt von Karl Jaspers warteten.

An die Hörerschaft des Collège de France vor fünfundzwanzig Jahren kann man sich noch lebhaft erinnern. Lévi-Strauss las damals noch, auch er vor …

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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

FAZ-Feuilletonchef Ulrich Raulff bekennt, dass er selbst seinerzeit das Glück hatte, Foucault bei seinen Vorlesungen im Collège de France zuzuhören und sich an der dunklen Pracht seiner Metaphern zu berauschen. Er zeichnet kurz nach, wie es zu dieser Edition der Vorlesungen überhaupt kommen konnte, obwohl Foucault nichts Unfertiges nach seinem Tod publiziert wissen wollte: Die andächtigen Schüler stellten seinerzeit Kasettenrekorder auf, schon lange zirkulierten Mitschnitte. Nun kommen Gallimard und Foucaults ausländische Verleger den Raubdrucken mit einer offiziellen Version zuvor. In seiner Rezension schildert Raulff, wie Foucault sich im 17. Jahrhundert auf die Spuren des Ursprungs von modernem Rassismus begibt und wie er den Krieg als ein der Politik stets zugrundeliegendes, keineswegs etwa von ihr ausgeschaltetes Geschehen begreift. Wenn er damals nicht selbst zu den Zuhörern gehört hätte, meint Raulff am Schluss, dann müsste er sich heute beneiden.

© Perlentaucher Medien GmbH
Paul-Michel Foucault, geb. 15. Okt. 1926 in Poitiers, gest. am 25. Juni 1984 an den Folgen einer HIV-Infektion; studierte Philosophie und Psychologie in Paris. 1952 Assistent für Psychologie an der geisteswissenschaftlichen Fakultät in Lille; 1955 Lektor an der Universität Uppsala (Schweden). Nach Direktorenstellen an Instituten in Warschau und Hamburg kehrte er 1960 nach Frankreich zurück, wo er bis 1966 als Professor für Psychologie und Philosophie an der Universität Clermont-Ferrand arbeitete. 1965 und 1966 war er Mitglied der Fouchet-Kommission, die von der Regierung für die Reform des (Hoch-)Schulwesens eingesetzt wurde. Nach einer Gastprofessur in Tunis (1965-68) war er an der Reform-Universität von Vincennes tätig (1968-70). 1970 wurde er als Professor für Geschichte der Denksysteme an das renommierte Collège de France berufen. Gleichzeitig machte er durch sein politisches Engagement auf sich aufmerksam. 1975-82 unternahm er Reisen nach Berkeley, Japan, Iran und Polen.

Inhaltsangabe

Aus dem Inhalt:
Vorlesungen vom 7. Januar bis 17. März 1976
Zusammenfassung der Vorlesungen
Sachregister
Namenregister

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