Verkehrte Welt\Topsy-Turvy World - Kunert, Frank

Frank Kunert 

Verkehrte Welt\Topsy-Turvy World

Dtsch.-Engl.

Hrsg.: Thilo von Debschitz.
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Produktbeschreibung zu Verkehrte Welt\Topsy-Turvy World

Ausgezeichnet mit dem Deutschen Fotobuchpreis 2009.

"German Photo Book Award," 2009

Ein mehrstöckiges Mietshaus. Der Putz graubeige, kleinbürgerliche Tristesse: an den Balkonbrüstungen Teppiche, ein einsamer Blumenkasten, auch der Liegestuhl fehlt nicht. Ein vertrauter Anblick. Erst auf den zweiten Blick sehen wir, dass etwas nicht stimmt. Alle Balkontüren führen ins Leere, die Balkone wiederum haben keine Zugänge.

Der Fotograf Frank Kunert (*1963 in Frankfurt/Main) hat keinen architektonischen Skandal aufgedeckt. Mit Balkon ist eine seiner Arbeiten, mit denen er feinsinnig und hintergründig unsere Wahrnehmung ad absurdum führt, vertraute Erzählzusammenhänge auf den Kopf und Wirklichkeit in Frage stellt. Weit davon entfernt, nur fotografische Satire sein zu wollen, geben Kunerts Miniaturen Gedanken- und Wortspielereien dreidimensionale Gestalt und machen sie dadurch im wahrsten Sinne begreifbar. In den Modellkulissen, die in wochenlanger Kleinstarbeit gefertigt und schließlich im Studio fotografiert werden, denkt und baut Frank Kunert auf schönste Weise gegen unsere abgenutzten Begriffs- und Vorstellungswelten an.

Ausstellungen: Galerie S, Siegen 22.2.-28.3.2008 · Darmstädter Tage der Fotografie 18.-20.4.2008

Produktinformation


  • Verlag: Hatje Cantz Verlag
  • 2008
  • Nachauflage
  • Ausstattung/Bilder: 2008. o. Pag. Mit 22 Farb- u. 5 SW-Abb.
  • Seitenzahl: 69
  • Best.Nr. des Verlages: 317/02132
  • Deutsch
  • Abmessung: 228mm x 225mm x 11mm
  • Gewicht: 474g
  • ISBN-13: 9783775721325
  • ISBN-10: 3775721320
  • Best.Nr.: 23311573
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 26.06.2008

Kein Metzger ohne Messer

Es gibt Momente auf Reisen, da bleibt man stehen, weil irgend etwas nicht stimmt - aber man weiß nicht, was es ist. Sind es die Proportionen, sind es die Farben, sind es die Einzelteile der Architektur, die hier seltsam verquer kombiniert wurden? Am besten macht man ein Foto und schaut sich die Sache später zu Hause an, in aller Ruhe - und nicht in der Hektik des Urlaubs und der Stadtbesichtigungen im Sturmschritt.

So etwa, denkt man beim ersten Blättern, könnten auch die Fotografien von Frank Kunert entstanden sein. Es sind Ansichten, die zunächst von der Tristesse öder Vor- und verwaister Kleinstädte zu berichten scheinen. Aber kann in einem solchen Ort wirklich ein Metzger so viel Begeisterung für die Pop-Art aufbringen, dass er gleich einer Claes-Oldenburg-Skulptur ein haushohes Schlachtermesser durch seinen Laden rammt? Wieso fehlen dort den Balkonen die Türen? Und welche straßenplanerische Vorgeschichte mag das Autobahnschild der A5 haben, das in der engen Durchfahrt zwischen zwei Wohnblocks angebracht ist?

Die Vorgeschichte ist immer dieselbe: Sie führt in ein Frankfurter Hinterhofatelier, in dem Kunert …

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kulturnews - RezensionBesprechung
Bereitgestellt von kulturnews.de
(c) bunkverlag
Eine Spielplatzrutsche führt ins Löwengehege. Ein Fleischermesser zerteilt eine Metzgerei. Die Balkone eines grauen Wohnblocks haben keinen Zugang zu den Wohnungen. Die Fotografien Frank Kunerts sind eigentlich Witzbildchen: Sie zeigen eine (immer ein wenig trübe grundierte) Realität, die durch kleine Detailverschiebungen ins Unwirkliche kippt. Damit ist Kunert Karikaturisten wie Bernd Pfarr verwandt, gäbe es nicht die grundsätzlich andere Arbeitsweise des Fotografen. Kunert muss für den Fotoband "Verkehrte Welt" seine Alltagsszenarien in mühevoller Kleinarbeit nachbauen, das Ergebnis (irgendwo zwischen realistischer Skulptur, Architekturmodell und elektrischer Eisenbahn) wird dann so fotografiert, dass man den Eindruck einer echten Landschaftsaufnahme hat. Ein wahnsinniger Aufwand, liebevoll, eklektizistisch - aber wozu das alles? Für einen Witz. (fis)

»Ich finde es ganz einmalig, was Frank Kunert kreiert hat.« Emil Steinberger »Die Szenerien offenbaren automatisch kleine Erzählungen, sie funktionieren wie ein Nonsens-Gedicht von Robert Gernhardt, indem sie vertraute Perspektiven oder Geschichten auf den Kopf stellen.« F.A.Z.

"Ich finde es ganz einmalig, was Frank Kunert kreiert hat." Emil Steinberger

"Die Szenerien offenbaren automatisch kleine Erzählungen, sie funktionieren wie ein Nonsens-Gedicht von Robert Gernhardt, indem sie vertraute Perspektiven oder Geschichten auf den Kopf stellen." FAZ

"Ein Fotograf, bei dem man besser zweimal hinguckt. Ein Spiel mit der Wirklichkeit." NDR Kulturjournal

"Ich finde es ganz einmalig, was Frank Kunert kreiert hat." Emil Steinberger "Die Szenerien offenbaren automatisch kleine Erzählungen, sie funktionieren wie ein Nonsens-Gedicht von Robert Gernhardt, indem sie vertraute Perspektiven oder Geschichten auf den Kopf stellen." F.A.Z.

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