Die Schweizer Medienkünstlerin Myriam Thyes, die vor allem für Ihre
Video-Installationen bekannt ist, geht in zwei Fotoserien den
beiden gegensätzlichen Städten im Norden und im Süden Europas nach:
Die ehemals blühende Industrie- und Handelsstadt Glasgow befindet
sich mitten im Strukturwandel und drängt die Gesellschaftsschichten
an den Rand, die ihm nicht folgen können. Die katholisch geprägte,
befestigte Insel Malta zeugt von kriegerischer Vergangenheit und
beherbergt heute vor allem Touristen und afrikanische
Flüchtlinge."Die hohen Werte europäischer Kultur - die es nach
Ansicht vieler Zeitgenossen gegen den Ansturm von Migranten und
Asylsuchenden aus aller Welt zu verteidigen gelte - werden bei
genauerer Betrachtung der Bildserien von Myriam Thyes als
ambivalent erkennbar." (Michael Staab)Thyes' Werke kreisen
stets um gesellschaftliche und kulturelle Symbole, um ihre
Bedeutungen und deren Wandlungen. Ihre Fotoserien enthalten einige
Fotomontagen, die das Dokumentarische zum Historienbild und zum
Exemplarischen erweitern. Auf diese Weise entwirft Thyes ein Bild
über den psychosozialen Zustand europäischer
Industriegesellschaften.
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