In einem stillen Land - Melis, Roger

Roger Melis 

In einem stillen Land

Fotografien 1965-1989

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In einem stillen Land

Mit einer Auswahl seiner besten Aufnahmen aus 25 Jahren zeichnet Roger Melis in diesem Buch als erster Fotograf aus dem Osten ein umfassendes Porträt der DDR und ihrer Bewohner. Die atmosphärisch dichten, oft symbolhaften Bilder beleuchten nüchtern und kritisch den Alltag, die Arbeits- und Lebensbedingungen und die politischen Rituale im realen Sozialismus. Sie führen quer durch die Landschaften, Dörfer und Städte zwischen Ostsee, Harz und Erzgebirge und durch seine Heimatstadt Berlin. Die Bilder von Roger Melis zeugen von der Skepsis und Resignation der Ostdeutschen, aber auch von ihrem Stolz, ihrem Widerspruchsgeist und ihren Sehnsüchten. Fast zwei Jahrzehnte nach dem Untergang der DDR ist so eine Innenansicht dieses "stillen Landes" entstanden, die ihresgleichen sucht.


Produktinformation

  • Verlag: Lehmstedt
  • 2009
  • 3. Aufl.
  • Ausstattung/Bilder: 191 S. m. zahlr. Fotos.
  • Seitenzahl: 192
  • Bilder und Zeiten Bd.3
  • Deutsch
  • Abmessung: 279mm x 248mm x 21mm
  • Gewicht: 1350g
  • ISBN-13: 9783937146522
  • ISBN-10: 3937146520
  • Best.Nr.: 23023222
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 11.07.2008

Lebensernte mit Zigaretten: Roger Melis’ Künstlerporträts
Nichts gegen den berühmten Schnappschuss, gegen die Kamera, die eine unwillkürliche Geste, einen Blick, ein Stirnrunzeln erfasst, während die Menschen, auf die sie gerichtet ist, sich unbeobachtet glauben. Aber in der Porträtfotografie ist die Mythologie der ungestellten Momentaufnahme eher hinderlich.
Das muss der Fotograf Roger Melis, der 1940 in Berlin geboren wurde und ab seinem siebten Lebensjahr im Haushalt des Dichters Peter Huchel aufwuchs, früh begriffen haben. Huchel liebte die Pose, schreibt Melis im Vorwort zu dem neu erschienenen Band „Künstlerporträts”, er war mein erstes, williges Objekt, aber er wollte nicht, dass ich durch seine Protektion Karriere mache.
In dieser Lebensernte des großen Porträtfotografen Melis taucht Huchel mehrfach auf, fotografiert an seinem Wohnsitz in Wilhelmshorst, einmal mit der Zigarette im Mundwinkel wie ein Filmheld. Überhaupt sind die Zigaretten in diesem Buch noch allgegenwärtig. Und niemand tut hier so, als wüsste er nicht, dass er porträtiert wird, auch dann, wenn die Augen nicht in die Kamera blicken, sondern wie die Walter Höllerers in …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 11.08.2007

Erzählungen aus einer versunkenen Welt

Im erklärten Land des sozialen Fortschritts schien die Zeit in Wahrheit eher stehenzubleiben. Der Fotograf Roger Melis hat in einem Band Bilder von 1965 bis zum Mauerfall versammelt. Sie halten Arbeitswelt und Alltag der DDR in einer Weise fest, die hinter der Idylle die Fragilität der Verhältnisse erkennbar werden lässt.

Von Christoph Hein

Das wohl verwirrendste Bild in dem Band der Fotografien von Roger Melis zeigt einen Müller in Dabel bei Parchim. Es ist ein Stehpult zu sehen mit einem aufgeschlagenen Buch, daneben ein schwarzes Telefon, das noch aus der Vorkriegszeit zu stammen scheint. Über dem Pult hängen Urkunden, Zeitungsausschnitte, Bilder. Eine Treppe ist zu sehen, die offenbar zum oberen Mühlenwerk führt, eine Sackkarre und einige Säcke sind unter der Treppe abgestellt, weitere in einer Ecke des Raums. Darüber hängt eine Grafik, die eine Landschaft abbildet, wie man sie auch durch die Fenster der Mühle sehen oder doch erahnen kann. In der Bildmitte sitzt der Müller auf einem mit einem Schafsfell bedeckten Sessel und liest oder blättert in einem Buch. Neben ihm im Fenster steht ein …

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Roger Melis, geboren 1940, Fotograf, nach Anfängen als wissenschaftler Fotograf seit 1968 in Berlin als freischaffender Porträt-, Reportage- und Modefotograf für Zeitungen, Zeitschriften und Verlage in Ost und West tätig, zahlreiche Buchpublikationen. Roger Melis verstarb 2009.

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