Bilder meines Lebens, Erinnerungen - Feilchenfeldt Breslauer, Marianne

Marianne Feilchenfeldt Breslauer 

Bilder meines Lebens, Erinnerungen

Zur Ausstellung in der Fotostiftung Winterthur, 2010 und in der Berlinischen Galerie, 2010

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Produktbeschreibung zu Bilder meines Lebens, Erinnerungen

Man kennt sie unter zwei Namen: als die Fotografin Marianne Breslauer und als die Kunsthändlerin Marianne Feilchenfeldt. In beiden Bereichen war sie Avantgarde: Sie gehörte zu den ersten jungen Frauen, die in den 1920er Jahren begannen, als Reporterinnen zu arbeiten und auf Reisen zu fotografieren. Später, nach dem 2.Weltkrieg, war sie die erste Frau, die Kunsthandel auf höchstem Niveau betrieb.

Ihre Erinnerungen hat Marianne Feilchenfeldt Breslauer kurz vor Ihrem Tod im Jahr 2001 vollenden können. In farbig erzählten Kapiteln blickt sie auf ihr ereignisreiches, neun Jahrzehnte umfassendes Leben zurück: die Kindheit und Jugend im Berliner Grunewald, ihre ersten Erfahrungen als Fotografin in Paris, ihre Liebe zu Walter Feilchenfeldt, dem Kunsthändler und Verleger bei Paul Cassirer. Sie schildert, wie sie Marlene Dietrich noch vor ihrer 'Entdeckung' kennenlernte oder mit Annemarie Schwarzenbach durch Spanien reiste. Man begegnet zahrleichen Künstlern und Autoren, unter ihnen FranzHessel und Ernst Bloch, Oskar Kokoschka und Max Beckmann. Sie berichtet von den ersten Jahren des Nationalsozialismus in Deutschland, dem Exil in Frankreich und den Niederlanden, bis sie 1939 in der Schweiz strandete. Es ist der Bericht einer glücklich Verschonten, das faszinierende Zeitdokument einer Frau, die im Zentrum des künstlerisch-intellektuellen Lebens ihrer Epoche stand und sich in ihren Erinnerungen als eine glänzende Erzählerin erweist.

Produktinformation


  • Verlag: Nimbus
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 231 S. m. 40 Duoton- Fototaf.
  • Seitenzahl: 224
  • Deutsch
  • Abmessung: 239mm x 154mm x 22mm
  • Gewicht: 630g
  • ISBN-13: 9783907142035
  • ISBN-10: 3907142039
  • Best.Nr.: 26528029
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 18.02.2010

Trotz allem blieb Dahlem ihre Heimat

Ein unbeschwertes Bild der kurzen Jahre vor der Katastrophe: Die Erinnerungen der Fotografin und Galeristin Marianne Feilchenfeldt Breslauer haben ihren Reiz im Anekdotischen.

Marianne Feilchenfeldt (1909 bis 2001) gehörte zur Gruppe jener jüdischen Kunsthändler, die in den finsteren dreißiger Jahren Deutschland verließen, in der Schweiz Fuß fassten, aber trotz schlimmer Erfahrungen nach 1945 bereit waren, beim Wiederaufbau der ihrer Moderne beraubten Museen mitzuwirken. Die Erinnerungen dieser Emigranten reichten weiter zurück. Sie kannten noch das andere Deutschland, dessen aufgeklärtes Bürgertum sich seit der Kaiserzeit weiter als in jedem anderen Land einer kosmopolitischen modernen Ästhetik geöffnet hatte.

Die Erinnerungen von Marianne Feilchenfeldt, die nun in Buchform erschienen sind, dokumentieren beispielhaft eine dieser Biographien. Sie sind aus Notizen, Diktaten, Interviews und Vorträgen komponiert und nach ihrem Tod zunächst als Privatdruck veröffentlicht worden. Frau Feilchenfeldt wuchs als Marianne Breslauer in großbürgerlichen Verhältnissen im Berliner Grunewald auf, wo ihr Vater, …

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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Eduard Beaucamp bespricht mit viel Wohlwollen die Lebenserinnerungen der Fotografin und Galeristin Marianne Feilchenfeldt, die für ihn exemplarisch für eine ganze Gruppe jüdischer Kunsthändler der Zeit ist. Die Memoiren, die bereits als Privatdruck publiziert wurden, umfassen Interviews, Aufzeichnungen, Vorträge und Diktate und sind mit einigen Fotografien von Feilchenfeldt zusammengestellt, teilt der Rezensent mit. Er stellt fest, dass die Fotografin, die 1936 aus Berlin emigrierte und sich 1947 in der Schweiz zusammen mit ihrem Mann, dem Galeristen Walter Feilchenfeldt, als Kunsthändlerin niederließ, sich mit zeitgeschichtlichen und politischen Analysen vollkommen zurückhält. Stattdessen rekapituliere sie in anekdotenhaften Erzählungen ihre vielen Begegnungen mit berühmten Persönlichkeiten ihrer Zeit wie Walter Benjamin, Erich Maria Remarque oder Marlene Dietrich, wobei sie zugibt, die von den Nazis ausgehende Gefahr vollkommen unterschätzt zu haben. Laut Beaucamp beziehen die Erinnerungen aber gerade aus dem Anekdotischen ihren besonderen Reiz. Lediglich über Feilchenfeldts Kooperationen mit deutschen Museen nach dem Krieg hätte sich der Rezensent mehr und Detaillierteres erhofft.

© Perlentaucher Medien GmbH
Marianne Feilchenfeldt-Breslauer, 20.11.1909 Berlin - 7.1.2001 Zürich, bildete sich ab 1927 im Berliner Lette-Haus zur Fotografin aus, arbeitete für Ullstein und verschiedene Zeitschriften, heiratete 1936 den Kunsthändler Walter Feilchenfeldt und ging nach Holland ins Exil. Den 2. Weltkrieg überlebte sie in der Schweiz. Nach dem Tod ihres Mannes 1953 übernahm sie die Kunsthandlung und führte sie bis 1990 fort. Ihr fotografisches Werk wurde ab Ende der 1970er Jahre wiederentdeckt und 1999 mit dem Hannah Höch-Preis geehrt

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