Weiß ist die Unschuld, rot das BlutSteven Spielbergs "München" wird historische Fahrlässigkeit vorgeworfen, dabei scheitert er an filmischer UngenauigkeitDer Streit tobt seit Wochen, die Argumente sind ausgetauscht, das Ergebnis ist klar: Steven Spielberg hat mit "München" keine Dokumentation über die Racheaktion des israelischen Geheimdienstes gegen die Attentäter der Olympischen Spiele von München 1972 gedreht, die fiktiv und dennoch faktentreu wäre. Hatte wirklich irgend jemand gedacht, das sei sein Ziel gewesen? Die Quellen, aus denen sich das Drehbuch von Tony Kushner und Eric Roth vor allem nährt, sind fragwürdig, was sowohl für das Buch "Vengeance" von George Jonas als auch für den Mann gilt, der als Vorbild für die zentrale Filmfigur diente und dessen Identität Spielberg nicht preisgeben will. Weitere Recherchen fanden nicht statt. Man darf vermuten, daß das nicht an Unvermögen oder fehlendem Geld gelegen hat. Spielberg hatte offenkundig kein Interesse an einer historisch einwandfreien Rekonstruktion der Geschehnisse. Er ist Filmemacher, ein sentimentaler dazu, und er hat (spätestens seit "Schindlers Liste") eine Mission, die er …