So haben sich die Familien Schneider und Öztürk kennengelernt: Nach
einer Flugzeugnotlandung stranden ein deutsches Mädchen, ein
stotternder griechischstämmiger Berliner und ein türkischer
Jung-Macho samt keuscher Muslim-Schwester auf einer einsamen Insel.
Bis zur Rettung streiten sie sich wie die Kesselflicker, schlagen
sich durch die Wildnis und testen auf Umwegen die Liebe aus - wie
auch die "Forever young"-Mama und der türkische Witwer,
die von einer Luxusanlage aus Funkkontakt mit ihren Kids halten.
Mit spritzigen Dialogen, einer Portion Frechheit und
Unangepasstheit erzählt die Kinoadaption der TV-Serie
"Türkisch für Anfänger", das Regiedebüt von
Serienschöpfer Bora Dagtekin, die Geschichte der beiden Familien
neu. Die Komödie über den Culture-Clash im unberührten Paradies
zieht fröhlich und politisch unkorrekt Emanzipationsgedanken,
Männlichkeitswahn und übertriebene Religiosität durch den Kakao und
macht dabei vor keinem Klischee und Vorurteil halt. Der
erfolgreichste deutsche Kinofilm im ersten Halbjahr 2012.
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag
Bonusmaterial
Audiokommentar, Making ofs, Interviews, Entfallene Szenen, Outtakes, Musikvideos, Trailer, Bio- und Filmografien, Featurettes, Singalong, Plakat-Spoofs, Kinotour, Behind the Scenes, ROM-Teil mit Drehbuch
Bissig-abgedrehte Komödie vor paradiesischer Kulisse mit den chaotischen Schneiders und Öztürks aus der gleichnamigen ARD-Erfolgsserie.
"Die Frauen bleiben hier und wir checken die Hood". Der unverfrorene Cem Öztürk hat seine freche Klappe auch auf der Leinwand nicht verloren und sorgt damit für Widerstand beim frustrierten und Johanniskrautkapseln futternden Scheidungskind Lena. "Never change a winning Team" nach dieser Devise drehte Bora Dagtekin, Drehbuchautor der ARD-Erfolgsserie, die Kinoadaption und erzählt die Entstehungsgeschichte von Schneiders und Öztürks als Multi-Kulti-Family neu. Publikumslieblinge wie die kratzbürstige Josefine Preuß, Macho Elyas M'Barek, keusches Schwesterherz Pegah Ferydoni, Alt-68erin Anna Stieblich und der zurückhaltende "Metin" Adnan Maral toben sich unfreiwillig im Tropenparadies aus. Dabei war doch so ein schöner Urlaubstripp nach Südostasien geplant. Schon im Flugzeug blamiert Mutter Doris das Töchterlein bis auf die Knochen, das anschließend neben Testosteronpaket Cem und seiner streng religiösen Schwester die Krise kriegt. Ihre Krise steigert sich ins Unermessliche, als die Drei plus einem stotternden Berlin-Griechen nach einer Notwasserung des Fliegers auf einer einsamen Insel stranden. Während das Quartett verbal erst einmal die Keule rausholt, sich durch die gefährliche Wildnis schlägt, bei "Kannibalen" landet und Chauvi und Jung-Feministin sich bei einer "Friedenspfeife" näherkommen, turtelt ihre "Forever-Young"-Mama (vom Surflehrer-Gigolo enttäuscht) mit dem schüchternen türkischen Witwer im luxuriösen Ferienressort. Dagtekin betrachtet in seinem Regiedebüt auf ganz besondere Art das Thema Integration und serviert eine witzig-böse Mischung aus Family Entertainment und Teenage-Comedy mit frechen und pointenreichen Dialogen, auch mal unter der Gürtellinie. Unterm Palmenhimmel jagt er den Rest an politischer Korrektheit zum Teufel, zieht Emanzipationsgedanken, Männlichkeitswahn und übertriebene Religiosität durch den Kakao und pflegt lustvoll jedes Klischee und jedes Vorurteil über Türken und Deutsche, sodass jeder Integrationsbeauftragte an seiner Aufgabe (ver-)zweifeln würde. Seine abgedrehten Charaktere beim poppigen Culture-Clash fallen und hauen sich erst einmal auf die Nase, bis sie sich akzeptieren. Nicht nur junge Fans der TV-Serie sollten sich hier amüsieren. mk.
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Josefine Preuß, geboren 1986, Schauspielerin und Moderatorin von quergelesen (KiKa).