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Orfeu ist ein Fahrkartenkontrolleur und Musiker in Rio und mit Mira verlobt. In der Karnevalswoche sieht er Eurydike, die wegen eines Verfolgers aus ihrem Dorf geflohen ist, und verliebt sich sofort in sie. Später tanzt sie einen provokanten Samba mit ihm und weckt damit die Eifersucht von Mira. De Verfolger taucht auf, verkleidet als Tod. Eurydike ist in Gefahr, und nur Orfeu kann sie retten. Die junge schöne Euridice, die sich von einem Unbekannten verfolgt wähnt, kommt aus ihrem Heimatdorf zum ersten Mal in die Großstadt Rio de Janeiro. Dort begegnet sie dem Straßenbahnschaffner Orfeu…mehr

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Produktbeschreibung

Orfeu ist ein Fahrkartenkontrolleur und Musiker in Rio und mit Mira verlobt. In der Karnevalswoche sieht er Eurydike, die wegen eines Verfolgers aus ihrem Dorf geflohen ist, und verliebt sich sofort in sie. Später tanzt sie einen provokanten Samba mit ihm und weckt damit die Eifersucht von Mira. Der Verfolger taucht auf, verkleidet als Tod. Eurydike ist in Gefahr, und nur Orfeu kann sie retten.

Die junge schöne Euridice, die sich von einem Unbekannten verfolgt wähnt, kommt aus ihrem Heimatdorf zum ersten Mal in die Großstadt Rio de Janeiro. Dort begegnet sie dem Straßenbahnschaffner Orfeu. Beide verlieben sich leidenschaftlich ineinander. Während des Karnevals taucht der als Tod verkleidete Unbekannte wieder auf. Orfeu führt ungewollt den Tod seiner Geliebten herbei, die der Tod entführt. Nach einer qualvollen Suche findet er Euridice.

Bonusmaterial

DVD-Ausstattung / Bonusmaterial: - Kapitel- / Szenenanwahl
  • Produktdetails
  • EAN: 4042564012750
  • Best.Nr.: 20153850
  • Artikeltyp: Film
  • Anzahl: 1
  • Datenträger: DVD
  • Erscheinungstermin: 14. März 2005
  • Hersteller: AL!VE
  • FSK: Freigegeben ab 16 Jahren gemäß §14 JuSchG
  • Sprachen: Deutsch
  • Regionalcode: 2
  • Bildformat: 1:1, 33/4:3
  • Gesamtlaufzeit: 100 Min.

Rezensionen

Besprechung von 11.04.2000
Das Land der Griechen mit der Hüfte suchend
Der "Bossa Nova" bringt den Mythos von Orpheus und Eurydike zum Schwingen

Die Copacabana leuchtet in satten CinemaScope-Farben aus der Tiefe. Von den mit Holzbaracken übersäten Hügeln aus erscheint die Bucht mit dem Zuckerhut unerreichbar fern. Aber auch hier, in den Favelas, wo es kaum genug zu essen gibt, putzen sich die Bewohner für den Karneval heraus, stecken ihr letztes Geld in ein bisschen Flitter. Morgen werden die Afrobrasilianer die "weißen" Bezirke von Rio de Janeiro erobern. Mit ihren Samba-Formationen werden sie aus der ländlichen Armut hinab in die sauberen Straßen der Neustadt ziehen, um sich den Preis für den besten Auftritt zu ertanzen. Doch schon am Vortag des Karnevals schwingen alle im Rhythmus der Trommeln und auch die bunten Bilder des Regisseurs Marcel Camus - Bruder des Schriftstellers Albert Camus - scheinen zu vibrieren unter den nicht abreißenden Sambaklängen. Ab und an scheint sich die Temperatur der Bilder zu verändern. Dann schaut die Kamera ohne jede Emphase auf die schweißüberströmten Gesichter der Karnevalstänzer und für ein paar Augenblicke gewinnt das Absurde die Oberhand. Die folkloristische Ausgelassenheit ist aus dem Bild gewischt, mit toten Augen, wie vom Teufel besessen, zucken die Menschen im Takt der Trommeln. Es ist, als hätte Camus die Regie für einen Moment seinem Lehrmeister übergeben: Man spürt den seltsam fremden Blick Luis Buñuels. Doch unversehens is dieser surreale Mikroschock vorüber und die Tänzer wieder ganz dem Diesseits verschrieben.

In diese laute, pulsierende Welt hat Camus den antiken griechischen Mythos von Orpheus und Euridike verpflanzt und folgte damit dem Theaterstück des brasilianischen Dichters Vinicius de Moraes. Der konnte sich bei seinen Streifzügen durch die Favelas dem Gedankens nicht entziehen, die Kultur der schwarzen Brasilianer hätte mit der des klassischen Griechenland viel gemein. Der Schwarze von Rio war für ihn ein von "Kultur, apollinischem Körperkult und dionysischem Lebensgefühl noch unberührter Grieche". Camus verfilmte das Stück, das seit 1956 mit großem Erfolg im Theater lief, 1959, in einer Zeit, als über Rio "die neue Welle" hereinbrach - der "Bossa Nova". Diese leichtere melancholische Form der Samba, die "mit nur einer Note" auskam, erklingt in Camus' Film immer dann, wenn Orfeu allein ist, mit seiner Gitarre den Sonnenaufgang heraufbeschwört.

Eurydice, unschuldig und ernst, vor einem unbekannten Verfolger aus ihrem Dorf geflohen, zeigt sich von Orfeus dreisten Annäherungen unberührt. Doch als sie ihn den Bossa Nova spielen hört, ist es um sie geschehen. Wie im Mythos aber entreißt der Tod Orfeu die Geliebte - von da an ist Stille, die Trommeln schweigen. Nur eine Karnevalsnacht lang dauerte das Glück. Orfeu will ihren Tod nicht fassen und macht sich auf die Suche nach Eurydice. Er findet sie im Totenhaus, wo - noch kostümiert - all jene liegen, für die der Karneval auf immer vorbei ist.

CHRISTINE MEFFERT.

Bis 12. April, 20.15 sowie 22.30 Uhr im Kino 5 Hackesche Höfe, Rosenthaler Straße 40, Mitte, ebenfalls bis 12. April 21.45 Uhr, in der Filmbühne am Steinplatz, Hardenbergstraße 12, Charlottenburg.

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