Links um, rechts um, vorwärts marsch...! 34 Jahre lang dröhnten die
zackigen Kommandos und Befehle über die Kasernenhöfe und
Übungsgelände der DDR. Insgesamt 2,5 Millionen junge Männer haben
den grauen Waffenrock der NVA seit ihrer Gründung im Jahre 1956 bis
zu ihrem letzten Zapfenstreich am 3. Oktober 1990 überstreifen
müssen. Die Geschichte der NVA, erzählt aus der Perspektive der
Rekruten, rückt Dimensionen und Aspekte des Soldaten- Daseins ins
Blickfeld, die all zu oft übersehen werden, den Alltag der Armee
vor dem Hintergrund historischer Ereignisse und Zäsuren. Teil 1:
Fahneneid und EisenschweineIm ersten Teil der neuen
MDR-Dokumentation rekonstruiert der Autor Thomas Kuschel zunächst
die Aufbau-Jahre der Nationalen Volksarmee, die Umstände und
Hintergründe der Formierung der NVA. Verfolgt wird der Weg der NVA
bis zum Ende der 60er Jahre, in denen sich Ulbrichts ehrgeizige
Truppe zu einer vollwertigen Koalitionsarmee des Warschauer Paktes
entwickelte.
Ein Film von Thomas Kuschel; Kamera: Stefan Thomm; Schnitt: Lutz
Gläsel; Redaktion: Martin Hübner, Heribert Schneiders;
Produktionsleitung: Holger Kouschil; Eine Produktion von
Mitteldeutschem Rundfunk (MDR) Teil 2: Bis zum letzten
ZapfenstreichIm zweiten Teil betrachtet MDR-Autor Michael Erler die
Zeitspanne von Anfang der 70er Jahre bis zu ihrem letzten
Zapfenstreich 1990. Anfang der 70er Jahre war die NVA zu einer
relativ schlagkräftigen, modernen Armee im Rahmen der östlichen
Militärkoalition herangewachsen und avancierte unter Honecker zu
einer Art Musterschüler der Sowjet-Armee. Im Herbst 1989 war es
damit dann plötzlich vorbei. Die Ereignisse überschlugen sich.
Einigen NVA-Truppenteilen drohte nun sogar der Einsatz gegen
Demonstranten in Leipzig. Es kommt zu Streiks und
Befehlsverweigerungen. Kurze Zeit später hört die DDR auf zu
bestehen, mit ihr auch die NVA.