Der scharlachrote Buchstabe
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Der scharlachrote Buchstabe

Regie: Roland Joffe. Nach d. Roman v. Nathaniel Hawthrone; Mit Demi Moore, Gary Oldman, Robert Duvall u. a.
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Der scharlachrote Buchstabe

Neuengland, 1666. Die schöne Hester Prynne ist den puritanischen Dorfbewohnern ein Dorn im Auge. Stets gut gekleidet wohnt Hester, deren Ehemann Roger ihr später in die neue Heimat folgen will, allein in einem großen Haus am Meer. Bei einer zufälligen Begegnung im Wald verliebt sie sich in den örtlichen Pfarrer. Eine leidenschaftliche Affäre entbrennt zwischen den beiden, als Hester erfährt, daß ihr Mann bei einem Schiffsunglück ertrunken sein soll. Doch Roger ist nicht tot... Mit großem Aufwand und Superstar Demi Moore in der Hauptrolle hat Oscar-Preisträger Roland Joffé ("The Killing Fields") Nathaniel Hawthornes gleichnamigen Romanklassiker aus dem Jahre 1850 in Szene gesetzt. Perfekt ausgestattet und mit imposanten Bildern plädiert diese "Romeo und Julia"-Variation für die Macht grenzenloser Leidenschaft, die sich über alle gesellschaftlichen Konventionen hinwegzusetzen vermag. Eine stilsichere Literaturadaption mit besten Chancen beim Endverbraucher.
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag

Die Geschichte der jungen, schönen und leidenschaftlichen Hester Prynne gehört zu den Klassikern der Weltliteratur. Wegen ihrer ehebrecherischen Liebe zu Reverend Dimmesdale im England des 17. Jahrhunderts wird sie von der heuchlerischen Gesellschaft verfolgt und mit dem Zeichen des Ehebruchs gebrandmarkt. Eine gnadenlose Hexenjagd beginnt. Die Situation spitzt sich zu, als eines Tages ihr totgeglaubter Mann im Dorf auftaucht, der nur noch einen Gedanken kennt: Rache!

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DVD-Ausstattung / Bonusmaterial: - Kapitel- / Szenenanwahl - Animiertes DVD-Menü - DVD-Menü mit Soundeffekten


Produktinformation

  • Hersteller: Highlight
  • EAN: 4011976840688
  • Best.Nr.: 20919462
  • Artikeltyp: Film
  • Anzahl: 1
  • Datenträger: DVD
  • Erscheinungstermin: 10. Mai 2012
  • FSK: Freigegeben ab 12 Jahren gemäß §14 JuSchG
  • Sprachen: Deutsch, Englisch
  • Regionalcode: 2
  • Bildformat: 16:9
  • Tonformat: Dolby Surround
  • Gesamtlaufzeit: 102 Min.
Subtilität ist eine Eigenschaft, die man Roland Joffe nicht vorwerfen kann. In der vierten Verfilmung der klassischen tragischen Liebesgeschichte "Der scharlachrote Buchstabe" von 1850 setzt er, dem König des modernen Kolossal-Schinkens, Richard Attenborough, durchaus ebenbürtig, ganz auf große Gesten und jene aufwendige Inszenierung, mit der er schon "Mission" und "City of Joy" wuchtig auf die Leinwand schmetterte. Die Vorlage von Nathaniel Hawthorne bleibt in dem orgiastischen Cocktail aus lodernden Leidenschaften, zum Scheitern verdammter Emotionen und verbotener Eingeborenenrituale weitgehend auf der Strecke.

Im Amerika des 17. Jahrhunderts verbringt die selbstbewußte Hester Prynne nach der Nachricht vom vermeintlichen Tode ihres Mannes eine heiße Liebesnacht mit dem ansässigen Pfarrer Dimmesdale. Das Ergebnis ist ein uneheliches Kind und der Zorn der puritanischen Gesellschaft, als Hester den Namen des Vaters nicht preisgeben will. Sie wird geächtet und muß fortan ein rotes A (für "Adultery" - Ehebruch) auf ihrer Brust tragen. Bei dem Versuch, der Geschichte aktuelle Relevanz zu verleihen, ging man so weit, den tragischen Ausgang der unseligen Allianz der beiden Liebenden in ein Happy End zu verwandeln. Nicht von ungefähr wird schon in den Credits darauf verwiesen, daß es sich um eine "freie Adaptation" handelt.
Wenn man die fragwürdigen Eingriffe in die dramatische Struktur und den Pomp von Joffes humorloser Inszenierung akzeptiert, dann entpuppt sich "Der scharlachrote Buchstabe" als aufwühlende Love Story im Abenteuerfilm-Gewand, die auf große Emotionen und die entsprechende Breitenwirkung abzielt. Eine legitime Intention. Mit einer Flut bombastischer Bilder und Demi Moore und Gary Oldman als sich verzehrendes Traumpaar wirft sich Roland Joffe ins Zeug, als handelte es sich um "Romeo und Julia bei den Pilgervätern".
Tatsächlich ist "Der scharlachrote Buchstabe" dann am besten, wenn er sich zum Groschenroman und Kitsch bekennt und künstlerische Ambition hintanstellt. So kommt der Zuschauer in den Genuß der sinnlichsten Hester Prynne aller Zeiten: Ihre Liebesszene mit dem von Gary Oldman mit ungewohnter Zurückhaltung dargestellten Dimmesdale, die Joffe mit Bildern der badenden Mulattensklavin Hesters und einem scharlachroten Fink gegenschneidet, ist unvergeßlich. Obwohl voyeuristische Momente ausgekostet werden, ist auch das Bemühen um politische Korrektheit à la 1995 deutlich zu spüren. In der Gestalt von Demi Moore ist Hester nicht mehr nur eine Märtyrerin, sondern eine selbstbewußte, gebildete und emanzipierte Frau, die sich aus Überzeugung gegen das Korsett gesellschaftlicher Restriktionen stemmt. Letztlich werden ihr nicht die guten Bürger von Massachusetts gefährlich, sondern ihr aus Indianergefangenschaft zurückgekehrter Mann, der sich inkognito als Arzt unter die Gemeinde mischt und Intrigen gegen das ungetreue Weib spinnt. Robert Duvall spielt diesen Psychopathen mit einer diabolischen Süffisanz, die selbst Hannibal Lecter Anerkennung abringen würde. So steuert Joffe auf ein einer 50-Mio.-Dollar-Produktion würdiges Finale zu, daß "Der letzte Mohikaner" entlehnt zu sein scheint. Wenn Hester und Dimmesdale schließlich gemeinsam gen Sonnenuntergang kutschieren, ist man geneigt, den steinigen, mit Widersprüchen gepflasterten Weg ins Glück der beiden zu verzeihen. Immerhin bietet "Der scharlachrote Buchstabe" eskapistische Mainstream-Unterhaltung höchster Ordnung. ts.
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag
Nathaniel Hawthorne (1804-1864) stammte aus einer puritanischen Neuengland-Familie. Er war Journalist, arbeitete als Zollinspektor und wurde Konsul in Liverpool. Nach einer mehrjährigen Europa-Reise in die Heimat zurückgekehrt, starb er, erschüttert über den amerikanischen Bürgerkrieg. Hawthorne gilt als Begründer des psychologischen Romans in den USA.