Schon im frühen 17. Jahrhundert bestanden zwischen Bayern und China
Kontakte, die in Europa einzigartig waren. Während andere
europäische Länder sich eher unter Handelsgesichtspunkten für das
ferne Reich der Mitte interessierten, waren die Verbindungen
Bayerns durch einen Wissenschafts- und Techniktransfer von West
nach Ost und umgekehrt bestimmt, der entscheidend durch die von den
bayerischen Regenten unterstützte Jesuitenmission gefördert wurde.
Wegen ihrer Leistungen auf mathematisch-naturwissenschaftlichem und
astronomischem Gebiet stiegen bayerische Gelehrte am chinesischen
Kaiserhof in höchste Ämter auf und trugen so maßgeblich zum
Austausch zwischen Europa und Asien bei. Rund 300 hochkarätige
Exponate internationaler Leihgeber, darunter Spitzenleistungen des
Kunsthandwerks, verdeutlichen die Faszination des Exotischen und
die Begeisterung für die andersartige Ästhetik chinesischer
Luxuswaren. War das 18. Jahrhundert in Europa von einer
Idealisierung des unbekannten Reichs im Osten und seiner
Kunsterzeugnisse geprägt, so gelangten im Gegenzug auch westliche
Einflüsse nach China, wie etwa die unter Kaiser Qianlong nahe
Peking errichteten Europäischen Paläste im Rokokostil
dokumentieren. Wissenschaftliche Beiträge zahlreicher Spezialisten
beleuchten die bayerische Annäherung an das ferne Reich der Mitte.
Das opulent bebilderte Katalogbuch thematisiert 400 Jahre Austausch
aus kunsthistorischer, kulturhistorischer und ethnologischer
Sicht.