In der Reihe unserer Veröffentlichungen zum Werk von Anselm Kiefer,
geb. 1945 in Donaueschingen, erscheint in diesem Frühjahr ein
weiterer Titel in der Edition Heiner Bastian: Himmelspaläste - so
nennt Anselm Kiefer einen Skulpturenzyklus, der in den späten
achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts in einer historischen
Ziegelei in Höpfingen (Odenwald) entstanden ist. 26 Skulpturen in
Glasvitrinen und zwei freistehende Werke bilden eine untrennbare,
kohärente Installation in einem der Räume der Ziegelei, die dem
Künstler mehrere Jahre als Atelier diente - ein Gebäude, das er
sich durch großformatige Kunstwerke erschloss und damit
verwandelte. Die Werke gehören zu den ersten Skulpturen, die Anselm
Kiefer anfertigte. Es sind poetische Schöpfungen, ungemein fragil,
die im wechselnden Licht des Raumes, in seinen Spiegelungen, fast
transparent erscheinen. Materielle und immaterielle Erscheinungen
aus Photographien und Stoffen, Glasfragmenten, Tonerde, Papier,
Knochen, zarten Karton- und Holzkonstruktionen lassen eine Welt
erstehen, deren Dimension sich erst über ihren Bezug auf
kabbalistische Darstellungen der Weltdeutung, antike Mythen,
christliche Mystik und Gnosis erschließt. Das vorliegende Buch
zeigt den Skulpturenzyklus Himmelspaläste zum ersten Mal in
farbigen Reproduktionen und Schwarzweiß-Photographien des
Herausgebers.
Ausstattung/Bilder: 2010. 111 S. m. 37 Abb. u. 75 Farbtaf.
Seitenzahl: 111
Edition Heiner Bastian
Deutsch
Abmessung: 308mm x 217mm x 23mm
Gewicht: 866g
ISBN-13: 9783829604598
ISBN-10: 3829604599
Best.Nr.: 28070430
Der Maler und Bildhauer Anselm Kiefer wurde am 8. März 1945 in Donaueschingen geboren. Stationen seines Kunststudiums waren Freiburg im Breisgau, Karlsruhe und Düsseldorf, zuletzt bei Joseph Beuys. Bekannt wurde Kiefer vor allem durch seine Materialbilder. In seinem Schaffen setzt er sich mit der Vergangenheit auseinander, berührt Tabu- und Reizthemen der jüngeren Geschichte, wie auch der NS-Herrschaft. Seine Werke zeichnen sich durch einen dumpfen, fast depressiv wirkenden, zerstörerischen Duktus aus. Meist verwendete Kiefer eine (Farb-)Fotographie als Ausgangsfläche, um sie dann mit Erde und anderen Rohmaterialien der Natur zu "bearbeiten". Charakteristisch für ihn ist, dass man in (fast) allen seinen Gemälden Schriftzüge und Namen von Menschen, Sagengestalten oder geschichtsträchtigen Orten findet. Dies sind verschlüsselte Siglen, wodurch Kiefer die Vergangenheit aufzuarbeiten sucht. Daher wird er oft mit einer als Neuer Symbolismus bezeichneten Stilrichtung in Verbindung gebracht. 2008 erhielt Anselm Kiefer den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.
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