Wie wir leben werden - Horx, Matthias
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Matthias Horx 

Wie wir leben werden

Unsere Zukunft beginnt jetzt

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Produktbeschreibung zu Wie wir leben werden

Wie sieht unsere Zukunft aus? Werden wir klonen? Entsteht ein neues Proletariat? Werden wir alle Singles? Wie entwickeln sich die Religionen? Werden wir den Tod besiegen? Matthias Horx, der profilierteste Trendforscher Deutschlands, entwirft in konkreten Szenarien ein fundiertes Bild unseres Lebens in den nächsten Jahrzehnten.

Auf der Grundlage umfangreicher Studien nimmt Horx unsere zukünftige Lebensgestaltung in den Blick. In spannenden Szenarien zeigt er:

- Wie wir aufwachsen werden
- Wie wir lernen werden
- Wie wir arbeiten werden
- Wie wir lieben werden
- Wie wir uns verwirklichen werden
- Wie wir konsumieren werden
- Wie wir glauben werden
- Wie wir altern und sterben werden

Horx' großes Werk ist eine optimistische Zukunftsprognose, dieuns die Möglichkeiten der Gegenwart vor Augen führt:Wir können jetzt die Weichen stellen, um in Zukunft freier und selbstbestimmter zu leben.

Produktinformation


  • Verlag: CAMPUS VERLAG
  • 2005
  • 3. durchgeseh. A.
  • Ausstattung/Bilder: 2005. 397 S.
  • Seitenzahl: 397
  • Deutsch
  • Abmessung: 220mm x 149mm x 30mm
  • Gewicht: 650g
  • ISBN-13: 9783593377773
  • ISBN-10: 3593377772
  • Best.Nr.: 14114676
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 17.09.2005

Wirtschaftsbuch
Warum alles gut bleibt
Wir Deutsche sind selten Fans großer Veränderung: Jeder zaghafte Neuerungsversuch wird so lange bejammert, bis auch die harmloseste Reform im Rohr krepiert. Gleichzeitig liebt dieses Land die Trendforschung: Mit Leidenschaft wird diskutiert, wie es sein könnte, wenn wir den Wandel denn zuließen.
Matthias Horx, Chef des Zukunftsinstituts in Frankfurt, spielt elegant mit dieser Schizophrenie Made in Germany, die da heißt: Veränderung ja, aber bitte nur theoretisch. Seit Jahren beschäftigt er sich mit den Werten und dem Lebensgefühl der Republik. Seine Bücher sind gut geschrieben und zeugen von Bildung, aber ihre Prognostik überfordert die Leser nicht. Kein apodiktisches: So wird es werden! Kein aufforderndes: Das müssen wir jetzt tun! Stattdessen freundlich formulierte Gedankenspiele, um die Dilemmata der Gegenwart zu erhellen. Das gilt auch für Horx’ neuestes Werk, das Antworten auf Menschheitsfragen wie Liebe, Glaube und Tod geben will.
Nehmen wir das erste Kapitel zum Thema „Geburt”. Darin beschreibt Horx die fortschreitende Fruchtbarkeitstechnik und das Auseinanderfallen der klassischen Familien: …

Weiter lesen

24.10.2005, Das Parlament Offenheit als ein Überlebensmittel "Das Buch reflektiert sachkundig über die wesentlichen Fragen des Menschseins."

"Zukunft macht Spaß." (Der Spiegel)
Matthias Horx, geboren 1955, ist der profilierteste und einflussreichste Zukunftsforscher im deutschsprachigen Raum und Autor vieler erfolgreicher Bücher. 1999 gründete er das Zukunftsinstitut , einen Prognose-Think-Tank, der heute zahlreiche europäische Unternehmen in allen Wirtschaftsbereichen berät. Seit 2007 ist er auch Dozent für Trend- und Zukunftsforschung an der Zeppelin-Universität am Bodensee.

Leseprobe zu "Wie wir leben werden" von Matthias Horx

Was würde einen Zeitreisenden, der durch einen kosmologischen Zufall vom Beginn des 20. Jahrhunderts, also über eine Distanz von 100 Jahren, in unsere Zeit geschleudert würde, am meisten erstaunen? Gewiss: Die Wunder der Technologie wären schwer zu verkraften. Einen Jumbo-Jet graziös in einen Abendhimmel abheben zu sehen, in einem BMW die taktilen Feinheiten des Fahrens zu erleben, einem Computer bei der rasenden Erzeugung von Bildern, Symbolen, Vernetzungen zuzusehen - das würde den Pulsschlag unseres Zeitenwanderers sicher stark erhöhen.

Viele dieser Artefakte würde unser Zeitreisender jedoch bereits als Blaupause oder Prototyp kennen. Flugzeuge, Handys, Rolltreppen, selbst der Fernsehapparat hätten Analogien aus einer Zeit, in der das Panoptikum bereits das Kino vorwegnahm, Telefonieren weit verbreitet war (wenn auch nur auf regionale Distanz) und die großen Weltausstellungen die "Wunder des Elektrischen" präsentierten.

Stellen wir uns vor, unser Zeitreisender landet an einem lauen Sommertag mitten in Berlin. Gerade machen sich auf dem Kurfürstendamm die Wagen für die "Christopher Street Parade" fertig. Lederschwule stehen in großen Gruppen herum, rauchen Marlboro Lights und tragen Lederhosen, die hinten offen sind. Fröhliche Lesben, mit Piercings durch die Brustwarzen, knutschen sich, während japanische Touristen das kichernd fotografieren. Was unseren Transtemporären völlig aus der Fasson bringen würde, wären die, wie er das wohl nennen würde, "Sitten und Gebräuche" unserer Gegenwart. Wie "unsittlich" Frauen sich in der Öffentlichkeit kleiden und benehmen (und sie rauchen!). Wie auf riesigen Plakaten aufreizende Unterwäsche mit geilen Körpern gezeigt wird. Wie Kinder mit ihren Eltern reden - überhaupt die ganze plappernde, obszöne Sprache der Jetztzeit, die Bilderwut und optische Dekonstruktion - das müsste unseren armen Zeitreisenden in schwerste seelische Nöte bringen.

Zukunftsforschung hat im vergangenen Jahrhundert vor allem das technische Elemente zum roten Faden gemacht. Wenn wir ehrlich sind, dann haben sich trotz Computer, Handy und Jumbo die meisten dieser Visionen verflüchtigt. Die Autorin Marina Benjamin formuliert in ihrem Buch Rocket Dreams regelrecht beleidigt:

"Wo bleiben sie, unsere Raumstationen, unsere herrlichen Unterwasserstationen, auf denen wir den Rest unseren Lebens mit einem kühlen Martini ein utopisches Leben führen können? () Wo bleiben sie denn, die Wundermittel gegen Krebs, die Raumfahrten und Flugautos für jedermann?"1

Dies ist ein Buch über die Kultur der Zukunft. Über die Frage, wie sich Zukunft anfühlt. Über Alltag. Leben. Tod. Es bewegt sich entlang der Frage, wie Komplexität in menschlichen Systemen entsteht und voranschreiten könnte. Das heißt nicht, dass Technologie keine Rolle spielt. Aber Technologie wird hier nicht als Trägerwelle, sondern als Produkt des Menschlichen betrachtet, als Ausdruck letztlich sozialer menschlicher Wünsche, Kränkungen und Phantasien.

Technologie ist die Antwort auf eine Frage, die uns manchmal entfällt. Und ihre Evolution verläuft keinesfalls linear in eine determinierte hypertechnische Zukunft hinein, sondern wie alle lebendige Evolution in Brüchen, Widersprüchen, Umwegen. Auch die Technologie kennt ihre Nostalgien, ihre Retros und Rückwärtspfade. Der stolze Vogel unserer Kindheit, die schwanenweiße Concorde, steht heute stolz, aber ausgeschlachtet in den Museen.

Leseprobe zu "Wie wir leben werden" von Matthias Horx

Liebe (S. 83-84)

Werden wir alle Singles? • Wird Liebe immer romantischer – oder immer rationeller? • Werden »Lebensabschnittspartner « die Zukunft bestimmen?

»Wenn wir sowieso zusammenbleiben«, sagte eines Tages meine Freundin, »warum können wir dann nicht auch gleich heiraten?« »Wen sollen wir heiraten?«, fragte ich etwas verwirrt zurück. Frank Goosen
Während andere Götter ihre bestimmende Macht einbüßen, scheint der Gott der Liebe der einzige Gott zu sein, dem der moderne Mensch sein Recht auf Selbstbestimmung bereitwillig abtritt.
Karl Otto Hondrich
Alya – 2035
Vom Flughafen nahm Alya den MagLev in die golden glitzernde Stadt. Die Tax- Pods waren in letzter Zeit unsicher geworden,man munkelte von Entführungen und noch schlimmeren Dingen.

Es war schon nach Mitternacht, als sie mit dem Aufzug, einer durchsichtigen Kapsel, in den 60. Stock ihres Hotels fuhr. Aber sie hatte keinen Blick mehr für die Sicht auf die 20-Millionen-Metropole, deren Energie alle Dimensionen sprengte. Sie hatte auch nicht die geringste Lust auf die Hotelbar und ein kaltes Glas chinesischen Chardonnay.

Alya war erschöpft. Zwanzig Tage in Fliegern, Lounges,Transits. Harte Selltalks mit Geschäftspartnern, die von sich glaubten, den Stein der Weisen verkaufen zu können (obwohl es sich meist nur ein paar mickrige Patente aus dem vergangenen Jahrhundert handelte, mit schlechter Nanotech aufgemotzt). Drei Pleiten,zwei Börsenverluste innerhalb einer Woche.Wo war sie eigentlich? Ach ja, Shanghai, bis übermorgen früh.

Im Zimmer ließ sie ihr Gepäck auf den Boden fallen und warf sich auf das riesige, mit grellroten Drachenköpfen verzierte Bett.

Ihr Device summte.
»Ja?«
»Ich bin’s.« Seine Stimme klang so sonor wie nie. »Wie geht es dir, Liebste?  Wie war der Flug?« Seine Stimme hatte ein gutes Timbre.
Sie knurrte. »Drei Stunden Verspätung. Schlechtes Essen. Schlechte Luft. Nie mehr Lufthansa.«
»Möchtest du dich ausziehen und ein Bad nehmen? Was hast du geträumt?« Seine Stimme klang ein bisschen überzogen heute. So, als hätte er ihr etwas zu verkaufen. Sie musste eine Spur Empathie-Faktor herausnehmen. Too much shmooze. Bei der nächsten Überarbeitung. Nicht heute.
»Ich habe gar nicht geträumt, denn ich habe noch gar nicht geschlafen, du Trottel«.
Er lachte. Im Wegstecken von Beleidigungen war er hervorragend.
»Take it cool Baby. Sorry.Willst du mich abstellen?«
»Irgendwann für immer. Aber jetzt noch nicht.« Alya ging ins Bad und ließ Wasser ein. Nein, sie wollte ihn nicht abstellen. Sie hatte sich endlich an ihn gewöhnt, nach vielen Code-Verbesserungen (bis die Assistentin bei Realmate regelrecht verzweifelt wirkte). Nun teilte sie einen nicht unerheblichen Schatz an Weltwissen mit ihm. Katzenpharaonen. Afrika en detail. Afrikanische Literatur aus dem späten 20. Jahrhundert. Quantenphysik und chinesische Geschichte. Es dauerte, bis man einen Mate auf den richtigen Wissensstand brachte, so dass sie mehr wussten als man selbst. Und dann der Humor. Bei Humor stieß die Software von Realmate immer noch an Grenzen.
»Auf den Schirm!«, befahl sie, nachdem sie ins heiße,schäumende Wasser geglitten war.Auf dem Spiegel gegenüber der Badewanne, der gleichzeitig ein Softscreen war, wurde sein Ganzbild sichtbar. Er saß, in entspannter Haltung, auf ihrem heimischen Lieblingssofa, die Beine übereinander geschlagen, in einem schwarzen Anzug,unter dem er nur ein weißes T-Shirt trug. Lola und Manuel, die beiden Katzen, schnurrten auf seinen Knien. Süß. Sie hatte ihn neulich ein bisschen altern lassen,auf etwa Ende 30,in eine gewisse männliche Reife hinein.Seine fast blauschwarze Haut schimmerte, sein haarloser Schädel hatte eine aristokratische Form.


Leseprobe zu "Wie wir leben werden"

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Inhaltsangabe

Inhalt

Vorwort 7

Geburt 18
Lernen 52
Liebe 83
Arbeit 115
Wohlstand 151
Krieg und Katastrophe 193
Politik 227
Glaube 259
Das ganze Leben 285
Tod 315
Epilog: Das 22. Jahrhundert 337

Nachwort anstelle einer Danksagung 340
Anmerkungen 356
Literatur 378
Register 392

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