Angesichts von Ereignissen wie 1994 in Ruanda, 1995 in Bosnien oder
aktuell in Darfur wurden und werden humanitäre Interventionen, ein
militärisches Eingreifen zum Schutz von Menschenrechten, immer
wieder diskutiert und auch durchgeführt. An welchen Kriterien
sollte sich eine solche Intervention ausrichten und wie sind solche
Interventionen (moralisch) zu bewerten? Bei der Suche nach
Maßstäben kann auf jahrhundertealte Überlegungen zur Gerechtigkeit
von Kriegen zurückgegriffen werden. Diese gehen vor die Entstehung
des Völkerrechts zurück. Eine Denkrichtung lässt sich in der Lehre
vom gerechten Krieg zusammenfassen. Sie stellt eine Mittelposition
zwischen Realismus und Pazifismus dar und liefert sowohl moralische
Bewertungsmaßstäbe als auch praktische Kriterien, um über
humanitäre Interventionen nachdenken zu können. Dieses Buch
verfolgt die Entstehung der Lehre vom gerechten Krieg und setzt sie
zu den aktuellen Fragen humanitärer Interventionen in Beziehung.