Vermeidung von Wohnungsleerständen durch Wohn- und Serviceangebote für ältere Menschen
Mit Unterstützung durch die im Bundesverband deutscher
Wohnungsunternehmen (GdW) organisierten Regionalverbände wurde vom
Nov. 2004 - April 2005 eine schriftliche Befragung von
Wohnungsunternehmen in Deutschland durchgeführt. Ziel der
Untersuchung war herauszufinden, wie und in welchem Umfang
Wohnungsunternehmen durch spezielle Maßnahmen für ältere Menschen
auf vorhandene oder erwartete Wohnungsleerstände reagieren. Darüber
hinaus sollten die Maßnahmen in ihrer vorgefundenen Spannweite als
Best-Practice-Beispiele dokumentiert werden. Die Recherche dieser
Beispiele fand im Zeitraum Mai 2005 - März 2006 statt. Zentrale
Hypothese der Untersuchung war, dass Unternehmen, die über hohe
Leerstände und einen großen Anteil älterer Mieter verfügen, sich
eher veranlasst sehen, Maßnahmen für diese Zielgruppe zu ergreifen
als andere. Die Ergebnisse der schriftlichen Befragung zeigen aber,
dass es vor allem vorhandene oder befürchtete Leerstände sind, die
Anlass geben, auf diesem Feld aktiv zu werden. Ein hoher Anteil
älterer Mieter allein reicht hierfür häufig nicht aus. Der
Schwerpunkt der Maßnahmen für ältere Mieter liegt in der Anpassung
des vorhandenen Wohnungsbestandes und des Wohnumfeldes (33 - 50
Proz.). An zweiter Stelle stehen soziale Dienstleistungen (27 - 24
Proz.) für Mieter im normalen Wohnungsbestand. Barrierefreie
Neubauten ohne spezielle Zweckbindung für Senioren folgen an 4.
Stelle (20 Proz.). Spezielle Wohnformen für Senioren stehen am Ende
der Skala, wobei die sog. Alternativen Wohnformen und
Pflegeeinrichtungen bisher nur eine sehr geringe Rolle spielen (4 -
5 Proz.). Für jedes dieser Maßnahmefelder wurden
Best-Practice-Beispiele zusammengestellt, die ein möglichst großes
Spektrum der vorhandenen Handlungsansätze abbilden sollten.
Insgesamt wurden 116 Fallbeispiele aus 59 Wohnungsunternehmen
dokumentiert, von denen sich der größte Teil auf bauliche Maßnahmen
bezieht.