Unbequeme Wahrheiten

Unbequeme Wahrheiten

Polen und sein verhältnis zu den Juden

Hrsg. v. Barbara Engelking u. Helga Hirsch
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Unbequeme Wahrheiten

Kein anderes Thema hat das Selbstbild der Polen nach 1989 so erschüttert wie ihr Verhältnis zu den Juden. Sie sahen sich als Helfer und Retter, aus keiner anderen Nation wurden in Yad Vashem so viele Menschen als "Gerechte unter den Völkern" geehrt. Doch spätestens seit der Debatte über das Massaker von Jedwabne steht fest: Auch Polen haben ihre jüdischen Mitbürger erpreßt, denunziert, ermordet. In den letzten 20 Jahren fand zwischen den "Unschuldsbesessenen" und jenen Polen, die sich den Schattenseiten der Vergangenheit stellen wollen, eine intensive Debatte statt, deren wichtigste Beiträge in diesem Band versammelt und kommentiert werden.


Produktinformation

  • Verlag: Suhrkamp
  • 2008
  • Ausstattung/Bilder: 2008. 309 S.
  • Seitenzahl: 309
  • Edition Suhrkamp Nr.2561
  • Best.Nr. des Verlages: 12561
  • Deutsch
  • Abmessung: 178mm x 110mm x 19mm
  • Gewicht: 194g
  • ISBN-13: 9783518125618
  • ISBN-10: 3518125613
  • Best.Nr.: 23865244

Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

Für alle, die an guten Beziehungen zu den polnischen Nachbarn interessiert sind, sollte dieser Band Pflichtlektüre sein, meint Rezensent Thomas Urban. Helga Hirsch und Barbara Engelking haben darin die wichtigsten Essays zum polnisch-jüdischen Verhältnis versammelt, die in den vergangenen beiden Jahrzehnten in polnischen Medien erschienen sind. Oftmals haben diese heftige und wichtige Geschichtsdebatten in Polen ausgelöst, wie Urban nacherzählt. Etwa als der junge Historiker Michal Cichy Dokumente veröffentlichte, denen zufolge Überlebende des Warschauer Ghettos von Angehörigen der polnischen Heimatarmee umgebracht wurden. Thema sind auch die berühmten Karmeliter-Kreuze in Auschwitz, die Diskussionen um die "Konkurrenz der Opfer auslösten, oder das Progrom von Jedwabne, bei dem polnische Dorfbewohner mehrere hundert ihrer jüdischen Nachbarn ermordeten.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 30.03.2009

Auch das Kreuz kann Zeichen des Unfriedens sein
Ein kleines Kompendium der Geschichtspolitik: Der Sammelband „Unbequeme Wahrheiten. Polen und sein Verhältnis zu den Juden”
Neben der deutsch-polnischen Vergangenheit ist das Verhältnis der katholischen Mehrheit zur jüdischen Minderheit das zweite Thema, das an der Weichsel immer wieder für heftige Debatten sorgt. Wenn sich beide Themen überschneiden, wenn also das Dreieck Deutsche, Polen, Juden ausgeleuchtet wird, dann sind die Emotionen besonders stark. Den jüngsten dieser Debatten haben die beiden Publizistinnen Barbara Engelking und Helga Hirsch, die eine in Warschau, die andere in Berlin beheimatet, einen Sammelband mit dem programmatischen Titel „Unbequeme Wahrheiten” gewidmet.
Das Buch enthält in kluger Auswahl zwei Dutzend repräsentative Essays aus der polnischen Presse von links bis rechts. Die Beiträge sind überwiegend in den letzten beiden Jahrzehnten erschienen, also seit der Wiedererlangung der polnischen Unabhängigkeit und somit auch dem Ende der Parteizensur. Sie setzen sich mit einer für das Selbstverständnis der Nation elementaren Frage auseinander: Wo sind die katholischen Polen …

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"Neben der deutsch-polnischen Vergangenheit ist das Verhältnis der katholischen Mehrheit zur jüdischen Minderheit das zweite Thema, das an der Weichsel immer wieder für heftige Debatten sorgt. Wenn sich beide Themen überschneiden, wenn das Dreieck Deutsche, Polen, Juden ausgeleuchtet wird, dann sind die Emotionen besonders stark. Den jüngsten dieser Debatten haben die Publizistinnen Barbara Engelking und Helga Hirsch, die eine in Warschau, die andere in Berlin beheimatet, einen Sammelband mit dem programmatischen Titel Unbequeme Wahrheiten gewidmet. Das Buch enthält in kluger Auswahl zwei Duzend repräsentative Essays aus der polnischen Presse von links bis rechts. ... Pflichtlektüre für alle, denen an guten Beziehungen zu den Nachbarn gelegen ist."
Thomas Urban Süddeutsche Zeitung

»Neben der deutsch-polnischen Vergangenheit ist das Verhältnis der katholischen Mehrheit zur jüdischen Minderheit das zweite Thema, das an der Weichsel immer wieder für heftige Debatten sorgt. Wenn sich beide Themen überschneiden, wenn das Dreieck Deutsche, Polen, Juden ausgeleuchtet wird, dann sind die Emotionen besonders stark. Den jüngsten dieser Debatten haben die Publizistinnen Barbara Engelking und Helga Hirsch, die eine in Warschau, die andere in Berlin beheimatet, einen Sammelband mit dem programmatischen Titel Unbequeme Wahrheiten gewidmet. Das Buch enthält in kluger Auswahl zwei Duzend repräsentative Essays aus der polnischen Presse von links bis rechts. ... Pflichtlektüre für alle, denen an guten Beziehungen zu den Nachbarn gelegen ist.«
Helga Hirsch ist promovierte Germanistin und arbeitet seit 1985 als freie Journalistin, unter anderem für den Westdeutschen Rundfunk und die Frankfurter Allgemeine Zeitung. 1988 bis 1994 war sie Korrespondentin der Wochenzeitung DIE ZEIT in Warschau. Lebensgeschichten von Menschen, die zwischen Kulturen, Systemen und Nationalitäten stehen, gilt ihr besonderes Interesse.

Inhaltsangabe

Einleitung der Herausgeberinnen Jan Blonski: Die armen Polen schauen auf das Getto Wladyslaw Sila-Nowicki: Jan Blonski zur Antwort Michal Cichy: Polen und Juden; schwarze Kapitel des Warschauer Aufstands Weltverband der Heimatarmee; Presserklärung zur Haltung der AK gegenüber polnischen Bürgern jüdischer Abstammung Teresa Prekerowa: Nichts wird die Legende des Aufstands vernichten Hanna Swida-Ziemba: Die Schande der Gleichgültigkeit Priester Stanislaw Musial: Geballte Fäuste Kardinal Józef Glemp: Presseerklärung zum Problem der Kreuze am KZ Auschwitz Marek Kucial/ Michal Olszewski: Auschwitz im polnischen Gedächtnis Stanislaw Krajewski: Auschwitz als Herausforderung Ireneusz Krzeminski: Über unser und euer Leiden; polnisches Gedächtnis und jüdisches Gedächtnis Andrzej Kaczynski: Das Brandopfer Tomasz Szarota/ Jacek Zakaowski: Teuflische Details Tadeusz M. Pluzanski:/ Marek Wierzbicki: Selektive Quellenbehandlung Andrzej Zbikowski: Es gab keinen Befehl Joanna Tokarska-Bakir: Unschuldsbesessen Stanisláw Janecki/ Jerzy Slawomir Mac: Unsere Schuld Anna Bikont: Nur ich wußte, daß es sieben waren Pawel Machcewicz: Schattierungen von Schwarz Marcin zaremba: Nicht das endgültige Urteil Stanislaw Obirek: Die Kirche braucht Gross Piotr Gluchowski/ Marcin Kowalski: Goldfieber in Treblinka Anna Bikont/ Barbara Engelking: Kaufe Gold und nehme "Katzen" auf Dominika Wielowieyska: Ich habe unseren Antisemitismus unterschätzt Glossar

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