System Error - Thielemann, Ulrich

Ulrich Thielemann 

System Error

Warum der freie Markt zur Unfreiheit führt

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Produktbeschreibung zu System Error

Die Versuche der ökonomischen Eliten, mehr Markt zu predigen, haben jüngst weiter an Glaubwürdigkeit verloren. Doch was kommt danach? Es fehlt eine systematische und visionäre Perspektive, um das verbreitete Unbehagen gegenüber der fortschreitenden Ökonomisierung unseres Lebens zu verstehen. Was ist falsch am freien Markt? Warum ist die Marktgesellschaft keine gute Gesellschaft? Ulrich Thielemann hat die Antwort.

Immer mehr Menschen beschleicht ein Unbehagen gegenüber dem Markt. Stetig wachsende Einkommensunterschiede, Gewinnsteigerungen durch Entlassungen, die schleichende Ökonomisierung des Lebens. Bildung wird durch Humankapitalbildung ersetzt, Politik auf Standortpolitik reduziert und Vorfahrt fürs Kapital als Vorfahrt für Arbeit verkauft. Und zu all dem noch müssen die Folgen, die die Gier des Kapitals und seiner Zu-diener angerichtet haben, von anderen ausgebadet werden. All dies wird von der vorherrschenden ökonomistischen Doktrin gerechtfertigt. Mehr Markt und mehr Wettbewerb, das sei doch letztlich immer gut für alle. Oder der Markt wird kurzerhand mit Freiheit gleichgesetzt, womit jede Verminderung seines Einflusses auf Unfreiheit hinausliefe. Trotzdem ist dies kein Anti-Markt-Buch, sondern ein Buch gegen die Marktgläubigkeit. Es geht darum, den Markt gesellschaftlich und politisch einzubinden, statt uns von ihm vereinnahmen zu lassen. Es geht darum, dass der Wettbewerbskampf eine geringere Rolle in unserem Leben spielt.

Produktinformation


  • Verlag: Westend
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 252 S.
  • Seitenzahl: 256
  • Deutsch
  • Abmessung: 223mm x 144mm x 29mm
  • Gewicht: 442g
  • ISBN-13: 9783938060414
  • ISBN-10: 3938060417
  • Best.Nr.: 26220581
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 15.02.2010

Revision des Kapitalismus?
Fünf Plädoyers für eine (öko)soziale Marktwirtschaft

Die zweite Weltwirtschaftskrise der Moderne ist in allen fünf zu besprechenden Büchern ein zentrales Thema: Sie wird zum einen als Versagen des Kapitalismus und zum anderen als die Folge der Missachtung zentraler Ordnungsregeln der Marktwirtschaft angesehen.

Für Heiner Geißler ist die Weltwirtschaftskrise die Konsequenz eines sich weltweit ausbreitenden Kapitalismus, der der Gier nach Profiten erlegen sei und die menschlichen Werte auf den Kopf stelle. Die Globalisierung attackiert er, weil die internationalen Finanzmärkte demokratische Entscheidungen ersetzt hätten. Sie hätten sich der staatlichen Kontrolle entzogen und seien schließlich zusammengebrochen. Nun müssten die Staaten sie retten.

Seine Therapievorschläge laufen auf internationale Kontrollen der Finanzmärkte und auf eine Abgabe auf weltweite Finanztransaktionen, gemeinhin "Tobin-Steuer" genannt, hinaus. Damit bewegt er sich im Hauptstrom der veröffentlichten Meinung. Zu prüfen wäre freilich, ob die "Tobin-Steuer" Spekulationen unterbinden soll - dann wäre sie eine Lenkungssteuer …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 14.11.2009

Die böse Seele des Kapitalismus
Der Wirtschaftswissenschaftler Ulrich Thielemann gehört hierzulande zu den wichtigsten Kritikern einer zügellosen kapitalistischen Marktwirtschaft. Messerscharf seziert er die Logik der maßlosen Gewinnmaximierung und stampft den Homo oeconomicus als hemmungslosen Erfüllungsgehilfen des freien Marktes rhetorisch in die Tonne. Ausgesondert werden für ihn jene Menschen, die sich nicht ökonomisch zurichten lassen und im Rattenrennen auf der Strecke bleiben. Das klingt zunächst sehr eindrucksvoll, zumal Manager-Spießgesellen, Bonus-Ritter und miese Politiker in jüngster Zeit viel Futter für eine ordentliche Abreibung geliefert haben.
Ist es aber bei näherem Hinsehen nicht, denn Thielemann lässt Zahlen, Daten und Fakten außen vor. Er argumentiert in der Zwischenwelt der hypothetischen Annahmen, aber nicht in der Welt der praktischen Befunde. Denn hier zeigt sich ein anderes Ergebnis: Als globale Gesamtveranstaltung haben freier Markt und Freihandel den Wohlstand weltweit erheblich verbessert. In Südasien lehnen deshalb nur sechs Prozent die Globalisierung ab, in Frankreich sind es 36 Prozent. Das ist einfach erklärt, denn die …

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Perlentaucher-Notiz zur FR-Rezension

Rudolf Walther findet diese Studie des Wirtschaftsethikers Ulrich Thielemann lesenswert. Dass der in St. Gallen lehrende Autor für seine Kritik am Schweizer Bankgeheimnis, an Marktgläubigkeit und Marktlogik zu Hause als "Nestbeschmutzer" gilt, bedeutet Walther augenscheinlich, dass hier einer der Wahrheit recht nahe kommt. Allerdings möchte Thielemann die Marktwirtschaft gar nicht abschaffen, wie Walther einräumt. Nur deren Logik ein bisschen menschenfreundlicher gestalten. Die Darstellung der Wachstumskosten, die der Rezensent bislang in wirtschaftlichen Lehrbüchern vergeblich suchte und die Thielemann hier vornimmt, scheint Walther ein Schritt in die richtige Richtung zu sein.

© Perlentaucher Medien GmbH
Ulrich Thielemann, geboren 1961 in Remscheid, ist Vizedirektor des Instituts für Wirtschaftsethik der Universität St. Gallen, Schweiz. Zuvor Studium der Wirtschaftswissenschaften in Wuppertal, 1996 Dissertation zum Thema »Das Prinzip Markt«. Einen Namen gemacht hat er sich nicht nur mit einer Vielzahl wissenschaftlicher Publikationen sondern auch mit prononcierten Stellungnahmen unter anderem in Stern, NZZ, Süddeutsche Zeitung, Manager Magazin, »Tagesschau«, »Berlin direkt«.

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