Eine pädagogisch sinnvolle Aufklärungsarbeit ist nur im Rahmen
einer kontinuierlichen Gesamterziehung zu verwirklichen.
Sexualerziehung sollte als Teil der Gesamterziehung gesehen und in
den Alltag integriert werden. Damit Menschen mit geistiger
Behinderung befähigt werden, selbstständig ihre Bedürfnisse zu
erkennen und diese auch zu Leben ist die Sensibilisierung ihrer
nächsten Bezugspersonen von besonderer Bedeutung. Es gilt als
gesichert, dass die Realisierung eigener sexueller Wünsche von
Menschen mit geistiger Behinderung von ihrem Umfeld abhängig ist.
Ängste und Überforderungen bezüglich des Themas sind groß, ebenso
der Wunsch nach geeigneten Hilfestellungen. Ein geeignetes
Instrument zur Aufklärung von Menschen mit geistiger Behinderung,
unter Einbeziehung der wichtigsten Bezugsgruppen, wie Eltern und
Betreuer, ist Special Love Talks. Das Modell betont die Förderung
von Selbstbestimmung und Verantwortlichkeit. Eltern und Mitarbeiter
sollen Partner in der Sexualerziehung von Menschen mit geistiger
Behinderung sein.
Antonia Schlick, Dr. Mag.: Studium der Psychologie an der Paris Lodron Universität Salzburg, Doktorat an der Paris Lodron Universität Salzburg, Sexualpädagogische Moderatorin des ÖIF, Beraterin bei der First Love Ambulanz Salzburg, Fachliche Leitung des Mutter-Kind:Krisen- und Interventionsinstitut des Landes Salzburg